Monday, 7 September 2015

Behind the Scenes


Kaffeestunde in Byers Road, genau dieselbe wie im anderen post - dieses Mal mit der "Hintergrundmusik"...
Wir hatten die Schwiegermutter dabei als wir das "Hipster"-Cafe im Buchladen besuchten. Die Kinder verschwanden prompt, sie hatten viel mehr Interesse an Büchern als am Cafe. Der Mann bestellte einen Macchiato - hier servieren sie einen "richtigen", sehr stark. Seine Mutter blickt in die Tasse: "Das sieht nicht richtig aus, da stimmt was nicht damit! Frag ihn an der Theke!" Mann verdreht die Augen.
Für sie haben wir glutenfreie Birnen-Schokokekse gekauft: "Die sind viel zu teuer in solchen Geschäften! £2.-, die sind ja unverschämt!" Noch dazu waren sie "Bio", das geht gleich gar nicht...und es waren nur zwei drin, "So eine Frechheit!" Die Metalltische im "used look", auf die jedes andere Cafe stolz wäre? Sie streicht über die Oberfläche: "Ich nenne sowas Müll, schau Dir das an!" Mann verdreht die Augen.
Der Mensch hinter der Theke vergaß im Eifer des Gefechts meine heiße Schokolade und gibt mir deshalb eine umsonst und weil er sich extra beeilt damit schwappt ein winziges Bißchen über - er scherzt daß er sie nun gleich noch über mich gieße..."Und der lacht auch noch darüber!" Mann holt tief Luft und verdreht die Augen... 



Zur "Besänftigung" gingen wir mit ihr eine Runde durch den Botanischen Garten, wo sie die Bepflanzung kritisch studierte. Kaum aus dem Cafe hörten wir einen Mann im 5-Minuten-Abstand laut rufen, hielten ihn aber für einen Verkäufer. Wir haben so etwas wie "Marktschreier", nur verkaufen die Zeitungen: "Eeeevnin Tiiiimes!"
Im Botanischen Garten auf einer der Bänke sitzend sah ich den Mann dann am Eingang mit zwei Hunden an der Leine, und was er rief war "Brandon!" 
Ich sagte zum Tochterkind daß er doch wohl hoffentlich nicht seinen Sohn verloren habe, Gott weiß wie er sich fühle - die Schwiegermutter wegwerfend dazwischen:"Ach, das wird wohl ein weiterer Hund sein!" Okay...?
Der Mann hatte zu diesem Zeitpunkt physische Distanz zwischen seiner Mutter und sich geschaffen. Sie fragte die Kinder, wer Eis kaufen gehe - sie bevorzugt Softeis. Der Junge antwortete: "Das ist Rasierschaum!" (er ist Gelato gewöhnt). Sie sah ihn verwundert an - "Dann eben nicht." 



Mit weiteren Rufen nach "Brandon!" im Ohr gingen wir eine Runde und steuerten den Ausgang an, während das Tochterkind und ich beratschlagten was getan werden könnte um dem Mann zu helfen - mit so vielen Besuchern könnten doch alle Ausschau halten wenn sie Bescheid wüßten? Als wir dort ankamen hatte er nach 20 Minuten entweder aufgegeben, Brandon gefunden oder war in seiner Verzweiflung auf dem Weg zur Polizei.
Die Schwiegermutter unterhielt derweil die Kinder mit den spannenden Handlungen der Bücher, die sie gerade liest - Liebesschnulzen, in denen sich 25jährige minderwertig fühlen weil sie nicht verheiratet sind. Sohn und Tochter verdrehten die Augen...
Aus diesem Erlebnis kam der Spruch im anderen post, denn eigentlich war das doch ein sehr schöner Nachmittag - wenn man eine grantige 80jährige mit Humor sehen kann (derselbe Nachmittag war da fast wie in parallelen Universen). 
Und am nächsten Tag vorsichtshalber keine Zeitung liest!



Auf den Bildern tummelte sich Oran Mor, einst Kirche, heute Pub und Theater. Hier gibt es "A pie, a pint and a play".



1 comment:

  1. Ich musste sehr lachen bei der Beschreibung des Cafebesuches mit Deiner Schwiegermutter. Ich koennte jetzt sagen, dass mir einiges bekannt vorkommt und ich noch was aehnliches beisteuern koennte..., aber lassen wir das alles mal so stehen... Auch das mit der physischen Distanz kommt mit nicht unbek... nein, lassen wir das lieber. Duck und wech...
    Nessie, die von "ums Eck"

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