Sunday, 13 August 2017

Beware of the Natives!




Einige der Termine des Tochterkindes machen es erforderlich mit zwei Bussen durch das Hinterland zu gondeln. Das bringt mit sich daß wir gefährlicher leben, denn die Einheimischen sind dort etwas...ähhh...ungezähmter. 
Ich wartete jedenfalls im Wartezimmer (wie passend!), in ein Spiel auf dem Handy vertieft, als eine alte Frau in grüner Jacke zur Tür hereinkam und anfing die Rezeptionistinnen anzuschreien. Die sagten irgendetwas und sie keifte wieder, drehte sich um und kam geradewegs auf mich zu und pflanzte sich in den Stuhl neben mir (fast alle anderen Stühle waren leer). Und sah mich an. Ich hütete mich vom Handy aufzublicken, denn sie sah mich immer wieder an und wartete nur daß ich ihr die Gelegenheit gab sich "entladen" zu können.
Ich habe scheinbar eines dieser Gesichter das ältere Menschen dazu einlädt mir ihre Lebensgeschichte zu erzählen, damit lebe ich schon seit Jahrzehnten - in jedem Aufzug, auf jeder Treppe, in jedem Wartezimmer oder Supermarkt, ganz egal...



Die Praxismanagerin kam dazu und die Frau sprang auf und stampfte wieder zur Rezeption um nun sie anzuschreien, irgendwas von "Polizei an der Haustür" und das sie es nicht auf sich sitzenlassen würde bezichtigt zu werden "Geld von seinem Konto genommen" zu haben oder etwas in der Art. Die Praxismanagerin verwies sie vom Gebäude oder sie würde die Polizei rufen und die Frau machte sich immer noch keifend von dannen, "Bastarde!" lautstark aus dem Treppenhaus schallend...
Kurze Zeit später tauchte ein Mann mittleren Alters auf, ganz in den hier üblichen Joggies und Fußballtops gekleidet, mit Baseballkappe und Turnschuhen die für ihn seine "besten Klamotten" sind. Auch der sah mich ganz schräg an. Ich blende offenbar nicht in das übliche Stadtbild! 
Ich mußte an einen Mitschüler denken der sowas mal treffend beschrieben hatte: "Do henda en der Pampa musch fae aufbassa, do fällsch sonschd von der Weltkart!" 
Weil sie da noch glauben daß die Erde eine Scheibe ist...



Und die Busfahrer sind auch ein ganz besonderer Schlag, die Auswahlkriterien in den Vorstellungsgesprächen müssen speziell gewählt sein....einer schrammt die ganze Fahrt liebevoll an der Bordsteinkante entlang und über den Bürgersteig wenn sich die Gelegenheit bietet, der andere trainiert offenbar für die Ralley Paris-Dakar und hebt fast ab den Berg hinunter und der letzte hatte eine ganz eigene Methode: 
"Was tun Sie wenn Sie ein Auto in einer Kreuzung einkeilt und Sie nicht weiterfahren können?"
"Ganz einfach, aus dem Weg rammen! Und dann mit Bleifuß auf dem Gaspedal weiterfahren und eine Spur der Verwüstung hinterlassen." 
"Was tun Sie wenn ein älterer Fahrgast direkt neben ihnen steht und an der nächsten Haltestelle aussteigen möchte?"
"Ich habe Tunnelvision, ich fahre weiter mit Vollgas und immer mittendurch!"

Ich erhöhe meine Lebensversicherung vor dem nächsten Termin. 



Herbst ist es übrigens nun auch!



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