Saturday, 19 November 2016

Was der Mann nicht weiß...





Als ich zur Kastanienzeit sammeln ging fragte der Mann was ich mit denen vorhätte und ich sagte zu ihm daß die Roßkastanien mit dem Seifenbaum in Indien verwandt sind und daher Kastanien verwendet werden könnten wie Seifennüsse (mit dem Unterschied daß Kastanien erst gehäckselt werden müssen). Das ist in alpinen Regionen seit langer Zeit gebräuchlich.









Er fand das etwas zu "alternativ" für seinen Geschmack - Briten sind da nicht so auf der Höhe mit all dem "ökologischen Kram", die jammern jetzt noch daß sie Plastik, Glas, Dosen und Pappe recyceln sollen und haben keinen Schimmer was in die Recyclingtonne darf. Und was nicht.
Um genau zu sein hörte sich das eher so an: "Jeeeez! Nun sollen meine Klamotten mit Kastanien gewaschen werden?!" Halbwegs zwischen entsetzt und ungläubig.






Es ist nicht so als ob er all dem nicht aufgeschlossen wäre, er hat einen Magister in Umweltmanagement - nur beschäftigt sich der eher mit dem "großen Bild", so Wäsche-Kleinkram ist dabei nicht auf dem Horizont. Wobei das Sinn macht, siehe Wasserqualität und Belastung mit allerlei unerwünschten Dingen.
Ich hab dann erstmal nichts mehr gesagt, meine Kastanien gehäckselt und getrocknet und in den Schrank gestellt. Und wasche seit einiger Zeit mit den Seifennüssen, die seit etwa 10 Jahren im Schrank vor sich hin dämmerten.






The proof is in the pudding, sagen sie hier. Weder geruchlich noch in der Sauberkeit hat er den geringsten Unterschied festgestellt bislang - da er das nicht weiß. Und das obwohl ich weißen Essig als Weichspüler nehme (damit gehen die Hundehaare besser raus). Bald probiere ich auch die Kastanien. Die Haut des Tochterkindes dankt es mir auf alle Fälle, sie hat Ekzeme und sowohl Seifennüsse als auch Kastanien scheinen eine sehr verträgliche Alternative zu sein für sehr sensible Haut. Schon deshalb ist es den Aufwand wert.

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