Saturday, 20 June 2026

The week that was

 


Samstag, sonnig, 28 Grad - 13 Grad in einem anderen Land vor Mitternacht. Der Tag begann mit dem Nachbarn und einigen Helfern, einer alten und neuen Markise, zwei Bierkásten und halben Góckeln vom Gockelmobil. Die júngste Tante hatte die abgeholt zur Mánnerverpflegung. Mitten in der Endphase der Installation brachen wir auf zum Hauptbahnhof des letzten Samstags und bestiegen den direkten Zug, der gerade gúnstig (verspátet) ankam. Der IC danach war gestrichen...Am Endbahnhof der S-Bahn wechselten wir in die. Leider stiegen einige Stationen spáter eine Horde halb angetrunkener Jungs und Mádels dazu auf einer Polterabend-Tour, die meinten es sei eine Herausforderung eine Stunde lang bayrisch zu reden (Saupreissen, japanische!), Klimmzúge am Gepáckregal zu machen und móglichst laut durch das Abteil zu brúllen. Zum Glúck wechselten sie am Hauptbahnhof in Stuttgart und andere bedauernswerte Zeitgenossen kamen in den Genuss ihrer Gegenwart...Wir waren vier Stunden zu frúh am Flughafen, nachdem der Mann "Verspátungen" gehórt hatte am Morgen. Sein ursprúnglicher Vorschlag in der Vorwoche war ja, um 8 Uhr morgens aufzubrechen fúr den Flug um 18 Uhr 30...woran er sich natúrlich nicht mehr erinnerte. Im Warteraum der Assistenz stresste er dann vor sich hin und sagte dauernd dass ich die nochmal anrufen solle nachdem sie sagten "Ihr seid 2 Stunden zu frúh". Dabei sprach der mich mit dem Vornamen an, den ich ihm nicht genannt hatte. Am Ende rief ich doch nochmal an weil er langsam die Wánde hochging - "Ich habe Sie auf dem Schirm, da mússen Sie sich keine Sorgen machen!" Ich??? So ging's dann weiter. Er bewies den Punkt des Morgens, dass viele Mánner nicht so gut sind im Zuhóren...egal ob der Fachmann ihm das verklickert. Am Ende sagte er zu einem der Angestellten in Schiphol/Amsterdam dass "die Frau" mal wieder recht hatte und sicherstelle dass das klappt..."She's in a wheelchair but she's keeping me right!" Das liesse sich ganz einfach durch beim ersten Mal zuhóren lósen, wenn der andere Angestellte ihm das erláutert bzw. zeigt. Nach Zug und S-Bahn, zwei Flugzeugen, dreimal Assistenz und stundenlangem Warten in zwei Flugháfen kamen wir kurz vor Mitternacht endlich in Edinburgh an. Und da war das noch nicht vorbei...

Sonntag, sonnig, 18 Grad. 0 Uhr 6 in Edinburgh auf dem Flughafen waren wir durch die Passkontrolle, hatten ein Taxi angerufen und warteten darauf in einem der Cafes die noch offen waren. 45 Minuten hatten sie uns genannt als Fahrtzeit. Wir standen am Pick-up point und es kam kein heimisches Taxi. Ich bat den Mann nochmal anzurufen, der Controller sprach davon dass es in 7 Minuten da sei. Kein Taxi. Nach einer Viertelstunde schlug ich vor nochmal...kein Taxi. Ich fragte ob der Fahrer wisse wo er hinmuss. Der Mann sagte ich solle dem Fahrer eine Chance geben, strich mir úber den Kopf und kommentierte "Oh yeah of little faith"...45 minutes later telefonierte er dann mit dem Fahrer und erklárte ihm wohin er músse. No comment. Daheim wartete die Katze und der Koffer, den ich gleich leerte da ich ohnehin zuviel Kaffein im System hatte. Der Junge wartete auf den Anpfiff des Schottlandspiels gegen Haiti um 2 Uhr morgens. Stunden spáter holte ich online nach was liegenblieb und dachte darúber nach, welche Wolle ich wie annadeln sollte/wollte. Am meisten fuchste mich die italienische Baumwolle, ich wollte sehen wie die aussieht verarbeitet - aber fúr Socken wr die nichts, daher schon wieder ein Tuch. Fúr was anderes hatte ich nicht genug davon. Die Farbe streifte nett...Der Mann úberredete den Jungen zum Einkauf mitzukommen, er half dann Túten schleppen. 




Montag, sonnig, 18 Grad. Am Morgen tauchte ich der Rota folgend in der anderen Einrichtung auf - dort sass die dritte Kollegin im Búro. Offenbar wurde ich in der eigenen erwartet stattdessen. Was Sinn machte, da niemand sonst die Bestellungen auf die Reihe brachte. Die dritte Kollegin wurde dann nachmittags meines Weges geschickt um eingelernt zu werden...also machte ich mich auf den Weg in die eigene Einrichtung und sah mir dort an, was alles auf mich wartete. Zuerst die Bestellung, die Menúauswahlen und allerlei andere organisatorische Notwendigkeiten. Ich bestellte nicht nur das Essen, ich bestellte auch gleich neue Uniformen, Putzkram und am Ende auch neue Sachen fúr die Kúche...Handwerker schneiten herein, darunter der Dachdecker. Da die DachExpertin jeden Regentropfen begutachtete...Er stieg ihr dann aufs Dach und fand zwei angeknackste Dachziegel, nachdem er alles andere saubergemacht hatte. Sie stellte ihn vor der Búrotúr und massregelte ihn...ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen als er danach in der Túr stand - "Kein Wunder dass Du lachst!" Das war schon surreal...scheinbar hórte sie ein Geráusch von ihrer Heizung und dachte, da sei ein Rohr am Lecken, zog die Reissleine (= den Alarm) und klagte dem Notruf ihre Sorgen. Die gaben ihr mitten in der Nacht die Keysafe-Nummer fúr die Gástewohnung, weil sie sich in ihrer "nicht sicher" fúhlte...obwohl der Not-Klempner Entwarnung gegeben hatte. Sie ist besessen. Die neue Kollegin war dann wenig begeistert als sie feststellte dass die Gástewohnung ein Sauladen war, weil wir nichts davon wussten.

Dienstag, regnerisch mit sonnigen Abschnitten, 19 Grad. An diesem Morgen hakte ich móglichst viele Jobs ab, bevor die Kollegin und die dritte Kollegin zum Meeting mit dem Catering Manager auftauchten. Zwischen den beiden herrschte etwas dicke Luft, scheinbar hatten sie eine Auseinandersetzung irgendwann in diesen zwei Wochen. Die Kollegin sagte mir dass sie die Area Managerin gefragt habe, warum sie ihr nicht gesagt hátten dass die dritte Kollegin sich beworben hatte - sie habe einen negativen Kommentar abgegeben im Vorfeld. Und warum sie nicht beim Bewerbungsgesprách anwesend gewesen sei wie sie ihr in Aussicht gestellt hatten: Aus demselben Grund. Ufft. Die sollten sich am Riemen reissen, bevor die Kollegin sich das anders úberlegt. Die Area Managerin spricht offensichtlich mit den anderen úber all das, das zeigte auch dieses Meeting wieder. Anberaumt hatten sie das als Einfúhrung fúr die neue Koordinatorin (= sie), es entwickelte sich zur Einfúhrung fúr die dritte Kollegin...und stellenweise verhielt der Catering Manager sich schon etwas eigenartig: Eine Frage wollte er der Kollegin partout nicht beantworten, sie solle seine email darúber lesen, das sei klar wie Klossbrúhe...er habe es satt das zu beantworten wenn er das schon zigmal klargestellt habe...er lieh sich hinterher unser hinteres Búro aus fúr zwei Meetings. Ich ging um zwei Uhr, weil das mein "kurzer" Tag war. Allerdings ging ich erst noch in der Post vorbei, um unsere Mai-Einnahmen einzuzahlen - trotzdem Úberstunden...




Mittwoch, regnerisch, 14 Grad. Es dauerte bis Mitte der Woche, die "Restposten" abzuarbeiten, den Papierkrieg abzulegen, die Finanz-Spreadsheets auf den neuesten Stand zu bringen und vertrauliche Unterlagen zu schreddern. Wáre doch was, wenn ich das nicht mehr jedes Mal tun músste weil beide Kolleginnen es genauso erledigten. Die Kollegin sagt nur bei jedem Telefonanruf und Treffen, dass ich die dritte Kollegin so schnell wie móglich einlernen solle und sie alles unterschreiben lassen worúber wir gesprochen haben. Das Einlernen dauert fúr alle anderen Jobrollen 3 - 6 Monate, das steht ihr genauso zu...und ich habe das bereits zu ihr gesagt. Da kann ich eben nicht aus der ehemaligen Staff Representative-Haut. Zur Kollegin kann ich das nicht sagen, sie hat sichtlich mit der Entscheidung und der Art wie die zustande kam zu kámpfen - da kann ich nicht aus meiner Mental Health First Aider-Haut...zwischen allen Stúhlen. Ich will nur dass das schnellstmóglich an mir vorúbergeht. Kónnen die nicht alle ihren Job tun?! Get on with it. Der Aufzug bescherte uns muntere Stunden an diesem Morgen, weil er mit offener Túr stehenblieb. Und an diesem Nachmittag fand eine 90er-Feier statt, zu der das Geburtstagskind mit dem Aufzug aus dem ersten Stock kommen sollte. Die Pflegerin einer anderen Dame rief mich an und buchte gleich eine Party fúr deren Geburtstag im Juli fúr einen Freitagmittag. Ich organisierte das Kino fúr den Rest des Jahres, Movieman hatte nichts dagegen an zwei Monaten auf einen anderen Tag auszuweichen. Mangels Assistentin standen prompt wieder Úberstunden ins Haus fúr mich - und die Springerkraft vom Wochenende bekam den Job als Assistentin in der Einrichtung drei Stádte weiter: Es gab Licht am Ende des Tunnels...vielleicht nimmt sie ihr Crazy bald mit woandershin...

Donnerstag, wechselhaft, 18 Grad. In der anderen Einrichtung standen einige Aufgaben an. Zuerst bekam ich einen Anruf der Area Managerin, die nicht weiss wer wann wo arbeitet, aber wenigstens bekam sie gleich einen Lagebericht. Ein Bewohner, der von einer in die andere Einrichtung gewechselt hatte (er brauchte mehr Platz, die Tauschpartnerin den Essens-Service), erzáhlte dass seine Húndin nur noch 3 - 4 Monate habe und ein Auge verliere...Poppet ist der ruhigste Hund, der mir je begegnete: Ich habe sie noch nie bellen hóren, nichtmal winseln. Nun ist sie eine alte Dame und bedróselt von den Schmerzmitteln, aber sie wedelt immer noch mit dem Schwanz sobald sie mich sieht. Er wird es schwer nehmen. Mich schickte die Area Managerin an die Túr eines anderen Herrn um seine Kontaktdetails zu checken - und er teilte mir mit dass er die vergangenen Tage violently sick gewesen sei, er habe sich den Virus eingefangen der herumgehe. Eine meiner Damen ist im Krankenhaus damit. Und ich arbeite am Wochenende im Essens-Service...na wunderbar. Das ist so ziemlich das Letzte was ich mir eingfangen wollte...weil ich dann bis 48 Stunden nach Abklingen der Symptome nicht dort arbeiten darf...das tráfe genau das Zeitfenster der Bestellung. Ich wechselte zu Aufgaben ohne direkten Kontakt zu álteren Menschen fúr den Rest der Schicht...




Freitag, wechselhaft, 19 Grad. Der freie Tag vor dem on-call Wochenende. Ich habe ein weiteres Paar Socken angenadelt nach der Baumwolle, diese ist Wolle und Nylon, richtige Sockenwolle. Bisschen wild gemustert fúr meinen Geschmack...aber das lásst sich fúr ein weiteres Paar mit etwas Kid Silk abschwáchen. Der Mann fragte wieder wofúr ich die alle stricke - Socken? Fúr den Winter, wofúr sonst? Ich habe immer kalte Fússe. Ich bekam einen Einblick in seine Arbeit an einem Tag, an dem er keine Klienten trifft: Ein Telefonanruf um einen Termin auszumachen - und sonst nur jede Menge Schlaf...ideal fúr den Frúhrentner. Ich blieb den Tag úber dheim weil es meist regnete und ich eine Pause brauchte in der Woche, in der ich 41 Stunden arbeite - Úberstunden  nicht mitgerechnet. Abends hatte ich die erste Socke eines weitern Paars halb fertig.


Nach dem Kaffee gehe ich arbeiten. Richtig arbeiten.