Saturday, 29 August 2026

The week that was

 


Samstag, sonnig, 19 Grad. Arbeit, wie jedes dritte Wochenende. Oder auch háufiger, denn vorletzte Woche war ich auch 8 Stunden am Samstag dort obwohl ich nicht an der Reihe war. Die Koordinatorin wurde wieder angehalten vier Tage frei zu haben, daher arrangierten sich meine Schichten darum herum. Ich schickte die Fotos von oben an die Tochter und den Partner der Kollegin, die wieder weinen musste aber das "absolut perfekt" fand fúr ihre Mutter. Die Koordinatorin will etwas úber sie in unserer "Zeitung" sehen, die der Arbeitgeber herausgibt fúr die Bewohner. Wir werden sehen ob sie das tun...Wir tun unser eigenes Ding, der Fundraiser wird das "Begleitprogramm". Ich bekam zwei emails fúr zwei Einrichtungen von HQ, sie haben uns Geld zugesagt fúr Sonnenschirme in unserer und einen neuen Gartentisch mit 6 Stúhlen und Sonnenschirm fúr die Schwestereinrichtung. Die Koordinatorin war glúcklich, ich suchte ein Set aus dem Schlussverkauf aus damit wir mehr Stúhle und einen grósseren Tisch bekamen als sonst fúr dasselbe Geld, der war momentan zum Tiefstpreis reduziert. Die UnFreiwillige fragte prompt warum wir nach mehr Sonnenschirmen gefragt hátten, die hátten sie doch nun: Drei mehr fúr drei Tische mit Loch in der Mitte aber bislang ohne Sonnenschirm, danach hatten die Bewohner gefragt, deshalb stand es auf dem Antrag. Nicht dass jemand die UnFreiwillige gefragt hátte...Ich wurde frúher heimgeschickt, nahm den Bus heim und strickte an meinem Schal weiter. Der wurde ordentlich lang.

Sonntag, sonnig, 19 Grad. Nach Mitternacht rief der Mann bei NHS24 an, ein Apotheker hatte ihm einige Dinge aufgezáhlt mit einem neuen Medikament  auf die er achten solle - und wie es in seiner Familie Tradition ist sah er sich bereits mit einem Fuss im Grab, weil "plótzlich" alle Symptome auftraten die ihm genannt wurden. Ebenfalls in voller Tradition riet ihm die Krankenschwester am Telefon dass er eben das Medikament nicht nehmen solle und am Montag seinen Arzt anrufen, ihr machte das keine Gedanken. Ich ging demnach spát ins Bett, wurde zwischendurch wieder geweckt als er úber das Bett stolperte um vier Uhr frúh und musste dann arbeiten. Dort gab's mehr flashes and bangs, dieses Mal óffnete sich das Portal in eine andere Dimension in der Mikrowelle. Der Koch tauschte die aus mit der aus dem staff room - die gleich gar nicht funktionierte. Oh well. Ich gab einer der Damen Details unserer Stellenausschreibung mit, deren Tochter daran interessiert ist fúr uns (und mit uns) zu arbeiten, schusterte die Bestellung zusammen und druckte die Menúauswahlen aus, nebst zweier Poster fúr den Fundraiser und dem fúr das Kino. Die kommen wenn ich im Urlaub bin. Nach der Arbeit stand der Endspurt an fúr den rostfarbenen Staneydale Schal, als der Mann einen Anruf bekam: Einen Termin mit einem Arzt, der Wochenenddienst hatte. In Hamilton, einem anderen Landkreis, 1 Stunde auf der Autobahn entfernt. Ich packte wohlweislich den Schal ein, mir war klar dass der fertig wúrde in der Wartezeit bis der Arzt ihm sagte, dass auch ihm das keine Gedanken mache. 




Montag, sonnig, 21 Grad. Der Mann hing in der Endlos-Warteschleife seines eigenen Arztes (von Platz 7 in der Reihe fúr einen Termin, die um 8 Uhr 15 bereits alle voll waren, zu Platz 23 in der Reihe fúr eine Befragung der Rezeptionsdrachen, die feuerspeiend die Praxen verteidigen weil wir "immer noch in einer Pandemie" seien), ich wartete auf das Teams-Meeting mit dem Chair der Staff Reps, HR und jemand aus dem Búro der CEO und CFO...es war mein freier Tag. Ich strickte derweil an einem zweiten Staneydale in hellblau, mit leicht variiertem Muster. Nach 45 Minuten (!) antwortete die Praxis dann auch schon...Ich hatte mein meeting mit der Arbeit, mit Begleitung einer Katze mit den "Zoomies", eines Teeverschúttenden Mannes und vergesslichen Jungen. Ein Glúck dass ich das Mikrofon muten kann - und das der Katze andichten. Sie bekam Extra-Leckerlies fúr die Kránkung. Nun darf die Koordinatorin mich nominieren und das ist unter Dach und Fach - nachdem sie es war die mich zur Rúckkehr drángte. Am Nachmittag zog es den Mann ins Cafe, da das am Wochenende ausfiel. Das traf sich, weil ich Geld wechseln musste, das tut der Supermarkt mit speziellem Wechselkurs fúr Mitglieder ihres Loyalitátsprogramms. Sind wir, selbst wenn wir sonst beim deutschen Discounter einkaufen - bevor der hier eine Filliale eróffnete gab's nur die Supermárkte. Die Katze brauchte zudem ihr erstes Senioren-Nassfutter, wobei sie bereits doppelt so alt ist wie auf der Packung steht. Sie leerte den Napf.

Dienstag, sonnig, 21 Grad. Angeblich, denn die Brise war herbstlich kúhl Ich war in der Schwestereinrichtung, nachdem die Koordintorin Urlaub hatte. Immer noch Mangel an Personal, deshalb war ich zuerst mit dem Staubsauger unterwegs, das war notwendig nach einem langen Wochenende ohne. Die Kúche roch nicht sonderlich gut, saure Milch? Ich brachte die Múlltúte raus und das Spray aus dem Búro, denn einen Grund fand ich nicht, nur die bleibende Geruchsbelástigung. Danach ging's einigermassen. Auf dem Fussboden des Búros fand ich Schlússel fúr eine leere Wohnung und die zweite Gástewohnung. Bei der Gelegenheit sah ich mir die leere Wohnung an bevor der Property Officer kam fúr das Assessment, denn meistens bleibt irgendwas zurúck. Hier waren es ein gesamtes Gewúrzregal, Gláser, Tassen, ein Staubsauger und eine volle Packung Inkontinenzpads. Die kommen immer wieder Mal gelegen, daher stecken wir sie in irgendwelche Schránke. Der Property Officer tauchte dann auch recht schnell auf, er war wohl in der Náhe unterwegs. Nachdem er wieder weg war rief ein Polizist an wegen einer Dose voller Múnzen, die bei der Ráumung einer Wohnung verschwunden war. Er nannte einen Zeitraum zwischen dem 20.3. und dem 27.4. Sehr hilfreich...der PC war frustriert, weil ihm das so úberhaupt nicht weiterhalf, er kónne nichts tun in diesem Fall. Schon gar nicht nach so vielen Monaten. 




Mittwoch, sonnig, 24 Grad. Angeblich...Mir stand Papierkram an, aber zuerst musste ich nachschauen ob die Gartenhútte leer war, die an diesem Morgen abgeholt werden sollte. Antwort? Nein. Sie hatten nur entfernt was sie behalten wollten, den Rest liessen sie drin. Hmm. Die Gártner kamen und zerlegten das windschiefe Teil, ich konnte sie úberreden auch eine grúne Plastikbox mitzunehmen die leer war. Den Rest stopften wir in eine der Tonnen. Die waren verdáchtig voll nach zwei ungeleerten Wochen und brauchten dringend eine Reinigung. Úberall waren leere Schachteln drin. Die Area Managerin und die Koordinatorin kamen fúr das Treffen mit den Bewohnern. Das ganze 12 Minuten dauerte. Die Oldies seien ziemlich happy, sagte die Area Managerin. Sind sie, weil sie nun selbst bestimmen was mit ihrem Heim passiert, ohne die UnFreiwillige. Alle drei beobachteten wir ihr Gesicht wáhrend des Meetings - sie scheine wútend zu sein sagte die Area Managerin. War sie wohl, allerdings sprach ihre Platzierung Bánde: Frúher war sie ganz vorne in der Mitte mit ihrem Schreibblock, dieses Mal war sie halb versteckt hinter einer der Damen ganz hinten. Die sie nicht nach ihrer Meinung fragten. Dieser Hub scheine nicht zu funktionieren, teilweise sei niemand da, zeterte sie am Ende...mit vier Personen fúr zwei Einrichtungen, eine davon 7 Tage die Woche, kónnen wir beim besten Willen nur das tun was wir ohnehin schon tun. Und nur weil wir ihr das nicht auf die Nase binden heisst das nicht, dass sich hinter den Kulissen nichts tut - wir hatten Zusagen fúr alle drei Stellen, die sich dann anders entschieden.

Donnerstag, bedeckt, 23 Grad. Angeblich. Ich hatte ein meeting mit der jungen Kollegin - zwischen Túr und Angel, weil eine der geflaggten Krankmeldungen vóllig in Linie mit unserer policy fúr den Essensservice war, der 48 Stunden Qurantáne nach dem letzten Symptom vorschreibt. Das System záhlt nur Tage, es will nicht wissen warum. Die Menschen gaben sich die Klinke in die Hand in der Schwestereinrichtung, ein Lieferant der Apotheke sah sich schon eine Tote entdecken bis ich ihm versicherte dass die Dame im Krankenhaus sei. Die Gártner liessen mich nach Schlússeln suchen, der Property Officer fragte nach den Rattenfángern, eine Dame berichtete den Gesundheitsstand einer anderen Dame und dann trafen sie sich alle fúr ihren Lunchclub mit den Sandwiches aus dem Supermarkt. Die Rattenfánger kamen vorbei und hámmerten durch feuchte Bodenbretter eines Cottages mit Wasserschaden zum Fumigieren. Dann suchte ein Postie einen anderen Postie, den er einlernen sollte, der aber die Einrichtung nicht fand. Die leere Wohnung wurde geputzt, ebenso wie die leere Gástewohnung. Ich war wieder mit dem Staubsauger unterwegs nach dem kommunalen Gekrúmel, und nur weil ich absolut alles in eine Tombola stecken wúrde schleppte ich einen Recliner-Sessel durch einen der Notausgánge nach draussen, hievte den ins Auto und schleifte ihn dann in meine Einrichtung. Die Damen beim Abendessen dachten sie sáhen Gespenster mit Sessel im Schlepptau... 


Vom Blumenschmuck der Kollegin gerettet

Freitag, leichter Nieselregen, 18 Grad. Ich hatte meine Liste abzuarbeiten fúr den halben Tag in der Arbeit. Genauer gesagt ist es mehr ein Dreivierteltag. Allerdings stand eine Doppelbestellung an fúr die zwei Wochen meines Urlaubs. Nach dem Chaos des letzten Mals gab ich die Menús selber aus diese Woche, weil die neue Kollegin offenbar keine Daten lesen kann und die bunt durcheinander wúrfelte. Und dann bemákelte was fúr ein "Kerfuffle" das gewesen sei - wenn frau den Anweisungen nicht folgt und nicht mitdenkt mag das so sein. Ich vermisse deren letzten Tag tránenden Auges - nicht, nachdem sie die Koordinatorin mehr als verárgert hat damit, das Privatleben unseres jungen Kochs unter all den Bewohnern zu verbreiten...fúr sie ist alles Tratsch. Und wieder einmal merkte er an dass sie an ihren "Boss-Tagen" spáter komme als wenn ein Manager prásent sei. Náchste Woche! Ich werde woanders feiern dass Ruhe herrscht in meiner Einrichtung wenn ich wiederkomme :D Ein Ingenieur kam fúr unsere Eingangstúr - versprochen hatten sie uns den fúr den Montag, aber besser als nichts. Und er stellte fest dass unser Túrschloss reine Dekoration sei, nicht verkabelt mit dem Mechanismus und die Túr im Gegenteil daran hinderte zu óffnen, weil es keine Funktion hatte ausser im Weg zu sein. Das sei wohl nur befestigt worden um das Loch in der Holztúr zu fúllen. Er lachte weil ich sagte dass mir schnuppe sei ob dieses oder der Closer oben an der Túr die óffne, solange sie aufgeht - war mein blutiger Ernst nach vier verschiedenen Tagen, an denen niemand rein oder raus konnte. Die Kleinkinder kamen wieder, 10 an der Zahl, danach brauchten die Damen ebenfalls Ruhe. Und dann ging ich heim um Koffer zu packen. Und das Tochterkind kam ihr Keyboard abholen.


Nach dem Kaffee laden wir den Kofferraum.