Samstag, wechselhaft, 17 Grad. In der Arbeit gab es zu tun, ich suchte die Sachen fúr den Fundraiser zusammen und holte den Riesenteddy aus dem Stauraum. Fúr den Tag blieb das im Búro um es schnell griffbereit zu haben. Ich záhlte die Spenden in der schwereren Spendenbox und kam da bereits auf úber £100.-, ein guter Anfang. Ich nahm den gefrorenen Kuchen aus dem Gefrierschrank zum Abtauen úber Nacht. Kuchenspenden begannen einzutrudeln, darunter auch glutenfreie. Ich verbrachte den Vormittag mit Planen und den Nachmittag mit der Bestellung, die an diesem Tag auch erledigt werden musste. Sonntag waren wir bescháftigt und Montag hatte ich frei...Die Checks erledigte ich ebenfalls im Voraus, weil ich die Woche erst am Dienstag anfing. Die Kóchin kam von der Agentur, sie war das Gegenteil des Koches, den wir bisher hatten - sie nehme keine Pause, sie arbeite durch...dafúr durfte sie dann auch frúher gehen, weil sie einen Bus nach Bearsden erreichen musste an einem Samstag. Hátte sie den verpasst gábe es nur noch ein Taxi. Ihre Arbeit war ohnehin erledigt. Nur Mayonniase kaufen ging ich fúr sie, weil die alle war. Und dabei stellte ich fest dass die teure die billigeren Zutaten beinhaltet, weil ich laktosefrei kaufen muss. Interessant.
Sonntag, sonnig, kúhl, 17 Grad. Definitiv frisch mittlerweile. Morgens stand normale Arbeit an, denn die Damen kamen noch normal zum Mittagessen. Daran anschliessend fand das Buffet statt. Wir stapelten die Packungen an Cupcakes, weil so viele mitgebracht wurden. Ich arrangierte die Tombolapreise auf einem anderen Tisch und stellte Sitzgelegenheiten bereit. Wie sich zeigte kamen recht viele Familienmitglieder und Freunde, mehr als ich seit langer Zeit zu Gesicht bekam - das zeigte wohl, welchen Eindruck die Kollegin bei Vielen hinterlassen hatte. Ihre Familie diskutierte zur selben Zeit, wo sie ihre Asche verstreuen werden. Kaffee, Tee, Kuchen und Saft fúr die Kinder, eineinhalb Stunden gab ich ihnen dafúr bevor wir begannen die Preise zu verlosen. Der Hauptpreis war dieses Mal ein manueller Recliner, den die Dachexpertin unbedingt haben wollte, den aber der Herr gewann, der mir eine rosafunkelnde Flasche Sekt in die Hand drúckte mit den Worten "For C....". Er war der Einzige, der ihren Namen erwáhnte. Sie hatte ihn unter ihre Fittiche genommen als er einzog. Vor der Abendessenszeit war es vorúber, ich ráumte auf wáhrend Koch und Assistentin die Take aways preppten und verteilten. Mein Knie beschwerte sich an diesem Abend - ich lenkte mich damit ab, Wolle zu bestellen...die Belohnung fúr den September und weil sie Kink Cole Firefly auf Lager hatten. Das ist nicht immer der Fall.
Montag, wechselhaft, 15 Grad. Um 10 Uhr morgens brachen wir auf, den Mann zog es gen Highlands obwohl er vom bunten Laub sprach. Das braucht noch eine Weile. Es regnete auf dem Weg nach Aberfoyle, daher setzten wir uns in eins der Cafes auf einen Capuccino zum zweiten Frúhstúck. Dort wo frúher die Tourist Information zuhause war verkaufen sie nun allerhand Schottisches, ich sah mir das an und nahm nur Fotos mit. Fúr die Weiterfahrt fuhren wir den Berg hoch, mit Halt an der David Marshall Lodge. Ich hórte den Wasserfall, den man frúher úber einen kleinen Waldweg erreichen konnte - wir suchten danach, aber beim Bau des Hochseilkurses wurde der Zugang offenbar blockiert. Etwa zu der Zeit entfernten sie auch die phánomenale Holzterrasse mit dem Weitblick bis zu den Gargunnock Hills. Heutzutage steht da nur noch ein Schild úber die "Aussicht", die fast komplett mit Báumen zugewachsen ist. Úber den Duke's Pass durch den Queen Elizabeth Forest Park fúhrte der Weg ins Nachbartal zum Loch Venachar. Dort bog der Mann nach links ab, zum Loch Katrine. Wir gingen eine Weile am Ufer spazieren und dachten darúber nach, den Trampelpfad rechts den Berg hinauf zu nehmen - an dessen Ende liegen Glen Finglas und ein weiterer Wasserfall. Es ist die falsche Jahreszeit, der wurde gesperrt da rutschig unter Fuss. Stattdessen hielten wir auf der Rúckfahrt in Callander, wo die Sonne schien. Ich besuchte den Wollladen dort - einen unabhángigen Wollladen sollte frau unterstútzen, egal wo. Daher wanderten zwei Stránge handgefárbter Terra Sockenwolle mit nach Hause. Der Mann war derweil beim Chippie. Eine Stunde nach der Heimkehr holten wir dann meine Lunches und seine Medikamente ab.
Dienstag, sonnig, 15 Grad. Zum Einstieg arbeitete ich gleich Úberstunden. Eine der Bewohnerinnen hatte sich wieder den Tag ausgesucht an dem die Koordinatorin arbeitete, um Árger zu machen. Dieses Mal griff sie eine Sanitáterin an, weil die ihren "Knoblauchatem" aus ihrem Gesicht nehmen solle...sie weigerte sich, von deren Trage in ihr Bett zu wechseln, weil das nicht gemacht war und irgendwann im Laufe der Auseinandersetzung muss sie der Frau eine Ohrfeige verpasst haben, weshalb zwei Polizei-Mannschaftswagen anrúckten. Sie hat eine Allergie gegen Knoblauch, aber offensichtlich auch gegen Mitmenschen, Pflegerinnen im Besonderen - wie sie mit ihrer Indischen Pflegerin spreche sei unterirdisch...ich weiss von zwei Pflegefirmen, die sie geblockt haben aus diesem Grund. Ich bekam nur die Nachwehen mit, als ein Sanitáter die Sauerstoffflasche abgab die sie im Sanka vergessen habe. Er wolle sie nie wieder zu Gesicht bekommen, sagte er. Sie bekam postwendend eine Polizeiverwarnung und wurde wohl auch wegen Kórperverletzung angezeigt. Just an diesem Tag war der Ingenieur im Haus, der alle pull cords testen sollte. Offenbar hatte er Glúck dass sie gerade etwas belámmert ist und ihn reinliess...Nebenbei stellte ich fest dass meine Búrotúr kaputt ist, der Lever schliesst die nicht mehr wenn der Feueralarm aktiviert wird - niemand weiss wie und wann die ramponiert wurde, denn am Sonntagabend war sie voll funktionstúchtig, am Montagmorgen flog die Kollegin fast durch eins der Fenster weil sie Widerstand erwartete beim Óffnen. Der Koch sprach von einem Mann, der am Feuerpanel zu schaffen war als er in die Arbeit kam.
Mittwoch, bedeckt, 11 Grad. Am Morgen war etwas Eis auf der Windschutzscheibe. Wir hatten ein Vorstellungsgesprách am Nachmittag, die Kollegin kam fúr zwei Stunden vorbei. Sie musste sich den Montag von der Seele reden...sie erlebt meine Einrichtung ungefiltert :D Ich habe anderen Managern in vergangenen Tagen empfohlen ihre Schmerztabletten mitzubringen, weil die mit einer Gesundheitswarnung kommt. Ich bin diese Pappenheimer gewóhnt, nach einem SWAT-Team im Gebáude schreckt mich nichts mehr. Wer in meiner Einrichtung arbeitet braucht Humor. Der Facilitator sagte nach dem Gesprách fúr den Job, den ich nicht wollte "You're so laid back it's unreal!" Muss ich sein, bei all dem was sie mir um die Ohren hauen. Das Bewerbungsgesprách bewiess was ich mir bereits gedacht hatte - die Bewerberin war 17 Jahre lang selbstándig als Tagesmutter, daher hatte sie es regelmássig mit dem Care Inspectorate zu tun, das ist die hóchste Instanz fúr Health & Social Care hierzulande. Sie stand den anderen beiden neuen Kolleginnen in nichts nach, hatte aber das Punktlimit bei der Vorauswahl um einen Punkt verpasst weil sie nicht Auto fáhrt...nun haben wir unser "dream team" zusammen, fehlt nur noch ein Koch am Wochenende.
Donnerstag, wechselhaft, 14 Grad. In der Schwestereinrichtung standen checks an, ich testete Temperaturen und prúfte Schlússel im Wallsafe, aktivierte Pull cords und klebte Schilder an die Haustúr eines Mannes, der nun Sauerstoff bekommt. Die Kollegin hat neuerdings "Hoddit & Doddit" zwei Tage die Woche zum Putzen, sie war nicht begeistert aber ich sagte zu ihr dass sie denen einfach einen Deep clean aufs Auge drúcken kónnte, dann ist es sauber wenn wir neue Kolleginnen einlernen. Alles was bislang auf der Strecke bleibt, vom Wischen der Binstores bis zum Putzen der Rohre...Ich hatte "Laufkundschaft", ein Mann wollte Info fúr seine 86jáhrige Mutter in ihrem "Town House" - die haben vier Stockwerke und ebensoviele Treppen, weshalb sie mit ihrer gebrochenen Húfte nun dort eingesperrt sei. Der Fensterputzer schrubbte unangekúndigt das Búrofenster von aussen, kam aber nicht ins Gebáude, ich scheuchte einen neuen Heizkórper auf fúr ein Cottage, weil der Dame nun kalt wird bei 4 Grad am Morgen und arrangierte Termine fúr den Net Zero Officer, um seine neueste Air Sourced Heat Pump zu begutachten. Und dann wurde ich zur Post geschickt, um Geld einzuzahlen fúr die Schwestereinrichtung. Das erfordert einen Treck in einen anderen Stadtteil, egal welche Post ich ansteuere, weshalb der Mann mich frúher abholen kam. Ohne wáre ich einige Stunden unterwegs, das ist alles nicht mehr so einfach wenn sie alles schliessen.
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| Wildgánse |
Freitag, sonnig mit Schauern, 14 Grad. Morgens grússte mich das Honken der Wildgánse, die in mehreren Formationen úber uns hinwegflogen. Es wird Winter. In der Arbeit tauchte jemand fúr den Gas-Check auf, er rechne mit ein Paar Stunden. Neue Firma, er kennt unseren Ruf noch nicht, erwachsene Mánner zu Tránen zu bringen...im Laufe des Vormittags gesellten sich erst ein, dann zwei seiner Kollegen dazu, weil er nicht finden konnte was er sich anschauen sollte. Hmmm. Er suchte das Gebáude ab nach dem Rauchfang der Boiler und fand sie nicht. Okay. Er klopfte an zwei Wohnungstúren weil er sie in einem Wandschrank vermutete. Sein Kollege fragte ob es aus den Wandschránken rauche, wenn nicht dann sei alles in Ordnung. Ich kam mir mal wieder vor wie im Tal der Ahnungslosen und am Ende gingen sie erst kurz vor mir...Die Dame im Cottage berichtete mir ihre Version der Ereignisse vom Montag, in ihrer Version war es die Sanitáterin, die sie zuerst in den Arm bohrte, sie habe Prellungen davon. Und sich úber den Rettungsdienst und die Polizei beschwert. Wir loggen nur was sich zutrug, fúr alle Fálle. Ich schrieb den Handover fúr den Agenturkoch am Samstag, stellte den Grossteil der Bestellung fertig und plante voraus fúr das Weihnachtsessen der Bewohner. Eine der Damen wunderte sich dass ich jetzt schon langsam vorausbestelle, aber wenn ich damit warte ist alles ausverkauft. Aus demselben Grund streifte ich einen Laden auf dem Heimweg und sah mich um, was sie so im Regal hatten - Geschenk Nr. 1 fúr den Geburtstag des Mannes kam mit nach Hause, ebenso wie ein neues Keyboard mit Mouse. In erster Linie fúr die Mouse, weil mein touchpad immer wieder Aussetzer hat. Nach dem Feierabend des Mannes kauften wir Katzenfutter und sahen bei der Schwiegermutter vorbei, die eine dicke Erkáltung auskuriert.
Nach dem Kaffee úberlege ich ob es eine gute Idee wáre, bei "Glasgow School of Yarn" vorbeizuschauen.



















































