Saturday, 7 November 2026

The week that was

 


Samstag, wechselhaft, 13 Grad. Morgens warteten wir bis das neue Ziel óffnete. Bei unserem letzten Versuch war es wegen Umbau geschlossen: Das "Ocean Explorer Centre" in Dunbeg, auf dem Gelánde von SAMS, der "Scottish Association of Marine Sciences", Teil der Universitát der Highlands and Islands und spezialisiert auf Meeresbiologie. Der Standort dafúr wurde mit Bedacht gewáhlt, ein dúnner streifen Land zwischen dem Firth of Lorne und Loch Etive. Das Forschungsschiff liegt in Dunbeg Marina vor Anker, sofern es nicht Loch Etive's Copepods erkundet. Die freie Ausstellung bringt Besuchern Meeresbiologie náher und zeigt Videos der Forschungsarbeit von SAMS, u.a. in der Arktik. Auf der kleinen Halbinsel hinter SAMS steht Dunstaffnage Castle, dem wir danach einen Besuch abstatteten. Da kam die Sonne heraus und strahlte die Connel Bridge úber die Múndung von Loch Etive an. Wir fuhren zurúck nach Oban und hinauf zum Pulpit Hill. Das ist der andere Aussichtspunkt mit Blick auf die Inseln Kerrera, Lismore und Mull. McCaig's Tower hatten wir im Márz angesteuert, auf Pulpit Hill waren wir seit vielen Jahren nicht mehr. In Dunbeg sah ich bereits ein wildes Kaninchen die Strasse entlangrennen, hier lief ein Reh auf Tuchfúhlung vor uns her. Das andere stand in den Búschen am Strassenrand. Zwischen den dicht bebauten Háusern war es úberraschend dass sie doch noch genúgend Lebensraum finden. Hallowe'en ging hier spurlos an uns vorúber.

Sonntag, wechselhaft, 12 Grad. Nach dem Aufstehen packten wir, zogen die Betten ab und standen fúr 10 Minuten an der ruhigen Esplanade in der Sonntagsstille und sahen dem "Clansman" zu, wie er nach Coll und Tiree úbersetzte. Dann eilte es den Mann in Richtung Herimat. Da ist er das genaue Gegenteil von seiner Mutter und mir - ich hátte den Tag noch genutzt, seine Hauptaktivitat des Tages war die zweistúndige Rúckfahrt. Seine Mutter hátten wir Abends ins Auto zwingen mússen :D Bis zur letzten Minute. Die Heimfahrt war keinerlei Problem, wir stoppten in Tyndrum und am Loch Lubnaig, die Sonne schien und wir sahen wieder harten Frauen zu, die im Loch schwammen in ihren halben Neoprenanzúgen und den pinken Floaties, die sie hinter sich her zogen. An diesem Sonntag war auch eine Paddleboarderin mit von der Partie und ein Mann paddelte im Kanu vorbei. Auf der anderen Seite des Lochs stehen Ferienháuser, die auch Wassersport anbieten. Wie bei der Anreise war eine Gruppe Frauen in Kopftúchern prásent - die Kinder hátten sich ins Fáustchen gelacht, bei ihrem Vater wurde daraus dass das "vielleicht ein sicherer Ort fúr sie ist". Statt einer Gruppe Touristinnen auf Reisen in ihrer Alltagskleidung. Mich interessierte viel mehr wo sie die Túte mit Nasi Goreng her hatten, fúr die nur heisses Wasser nótig war. Beim Stop in Callander suchte ich den Wollladen heim, dort wollte ich Mohair oder Merino mitnehmen fúr die Sockenwolle daheim - es wurde dúnne Lammswolle aus Kinross, weil sie das hatten. Und superweiche Baby Suri Alpaka mit Maulbeerseide in "Foxy", fuchsrot. Junge und Katze warteten daheim, die Katze legte sich prompt in meiner Reisetasche schlafen sobald sie leer war. Und ich hatte das Unmógliche geschafft - die Memorykarte der Kamera war voll...


Callander

Montag, wechselhaft, 13 Grad. Die Arbeit hatte mich wieder. Ich hatte allerhand nachzuholen, wie immer, aber glúcklicherweise erwáhnte der Koch seinen Termin bei der Kieferchirurgie am náchsten Tag - er habe das der Koordinatorin gesagt, sie habe geantwortet dass alles organisiert sei...sie wusste von nichts. Soll heissen: Kein Agenturkoch. Auf den letzten Drúcker war es sehr unwahrscheinlich, dass sie jemanden finden wúrden, daher liess ich ihn vorbereiten was er konnte. Da ich in der Kúche stehen wúrde...Die neue Kollegin war im Gebáude, sie arbeitete vor. Ich hatte die gesamte Bestellung zu erledigen, die Wintermenús auszugraben weil ich die angekúndigt hatte und meine Checks zu erledigen. Die Kollegin sammelte Hallowe'en ein und ráumte die Deko weg. Sie nahm sogar die Batterien raus. Ja, anderes Kaliber als die Vorgángerin. Die Koordinatorin rief an nach einem Meeting mit der Area Managerin úber die dritte im Bunde. Sie habe gefragt ob sie ihren alten Job wiederhaben kónnte, weil ihr angeblich niemand gesagt hatte was der neue beinhalte. Hmmm...wir wissen wen wir dafúr verantwortlich halten, mit uns hatte das nichts zu tun...nun geht es langsam ans Eingemachte fúr sie, weil sie seit Juni abwesend ist, das Krankengeld ausláuft und ihre sonstige Unterstútzung davon abhángt, ob sie arbeitet oder nicht. Sie hat sich in eine Sackgasse manóvriert. Ganz abgesehen von den drei Monaten auf Probe, mit der jeder neue Vertrag daherkommt. Die Koordinatorin und ich haben unsere sang- und klanglos bestanden.

Dienstag, sonnig, gefroren, 13 Grad. Von -2 úber Nacht. Die neue Kollegin war bis um 15 Uhr in meiner Einrichtung. Ich kam in die Arbeit und hatte Besuch von einem Angestellten des Sheriff Courts, wegen unbezahlter Gemeindesteuer des gerade erst umgezogenen Herrn. Ich fand ihm die neue Adresse und schilderte die Umstánde, woraufhin er sagte er werde es dick auftragen und sie wúrden die Schuld hóchstwahrscheinlich erlassen. Er kann nichts dafúr dass seine Frau vóllig úberraschend starb, die all das erledigte in den 20 Jahren, die er bei uns lebte. Er musste zu seiner Familie ziehen, er hatte keine andere Hilfe. Und seine Familie musste erst auf die Vormundschaft warten, bis sie etwas fúr ihn erledigen durften. Catch 22. Hatte er sich nicht ausgesucht. Der Catering Manager war bereits im Haus, wir warteten auf einen Bewerber fúr den Kúchenjob. Der nicht kam. Er sagte 5 Minuten vorher per email an HR ab und fragte nach einem anderen Termin, aber da hatte der Catering Manager bereits den Job wieder ausgeschrieben. Er kann sich ja nochmal bewerben. Im Zuge dessen fragte er ob wir Versuchkaninchen sein wollten fúr einen neuen Lieferanten fúr Metzgerfleisch und frischen Fisch - her damit! :D Ich kochte das Mittag- und Abendessen, die Koordinatorin kam am Nachmittag um die Kollegin abzulósen und brachte die Risk Assessments fúr die zwei neuen Kráfte mit, die wir gemeinsam ausfúllten nachdem die Area Managerin sich erfolgreich herausgewunden hatte...




Mittwoch, sonnig, 13 Grad. Ein weiterer Tag mit mir in der Kúche, dieses Mal kochte ich alles selber. Die Koordinatorin kam wieder, weil ihre Tochter sich krank meldete am Morgen. Ich fing mit dem Hackfleisch an, das dieser Tage etwas umstritten war - ich bereitete das so zu wie ich das immer mache, mit geraspelten Karotten und angeschwitzten Zwiebelwúrfelchen. Beides stiess zwei Damen auf in den letzten Wochen weil der kochende Grobmotoriker das in grossen Stúcken untermischt, aber als sofritto schmilzt das ja richtiggehend in die Sosse. Ein Handwerker kam zur Túr herein auf der Suche nach dem Manager, ich stellte mich als "Jack of all trades" vor, heute vorwiegend in der Kúche. Er drehte in der Túr nochmal um und sagte: "Das riecht gut!" Ein guter Anfang. Ich hatte das Hack drei Stunden lang am Blubbern auf dem Herd, was die Italiener stundenlang einkochen kann nicht schiefgehen :D Die nórgelnde Dame, die von den groben Karotten beleidigt wurde, bescheinigte mir dann 10/10. Ich fragte ob sie die bemerkt habe in ihrem Hack - nein, weil ich sie kleingeraspelt hatte. Die andere Dame fragte ob ich keine Zwiebeln verwendet habe - doch, nur als erstes angeschwitzt und klein genug geschnitten dass sie in der Sosse verschwanden. Die Koordinatorin brachte einen Kommentar mit von den Lieferungen, dass ich doch dem Koch zeigen solle wie ich das koche, seins sei arg fettig: Auf "deutsch"...Die Lieferung war sehr spát, den Mann hatten sie allein auf eine Zwei-Mann doppelte Tour geschickt. Er war platt...die After Eight's fúr den Weihnachts-Lunch hatte er dann vergessen, aber das nahm ich ihm nicht úbel...

Donnerstag, regnerisch, 12 Grad. Zwei Assistentinnen waren im Gebáude und teilten sich die Arbeit, weil es der jungen Kollegin nicht so gut ging. Die Agenturkóchin kam zu spát, ihr Bus von Buchannan Street Bus Station gab den Geist auf und sie musste auf einen anderen warten. Demnach hatte sie nicht genug Zeit fúr eine "richtige" Quiche und verwendete die Pieformen dafúr. Offenbar fanden die Damen die zu hart. Und der nórgelnden Dame gab sie ein Omelett mit Gemúse drin statt daneben, sie war nahe dran zu explodieren. Das war das zweite Omelett in Folge das sie nicht essen konnte, das letzte war scheinbar oben schwarz verkokelt aber kalt...oh fun. Ich hatte an sich geplant den Freitag in der Schwestereinrichtung zu verbringen, aber nach diesem Mittag war ich lieber hier prásent...Ich hatte frúher Schluss weil ich bei der Bank war Anfang der Woche (nach Schichtende), das nutzte ich fúr einen Streifzug durch ein Gescháft auf der Suche nach etwas fúr den Jungen, weil er im Dezember auch Geburtstag hat. So wie der Mann. Gut geplant...normalerweise komme ich nicht dazu, mir in meiner eigenen Zeit sowas anzusehen. Als ich ging bauten sie gerade den 2m-Bildschirm fúr das Kino auf in der Arbeit. Daheim fing ich die neue Sockenwolle an, nachdem die Lammswolle nun gewickelt war dafúr. Die sieht etwas "grob" aus, daher ist das Maschenbild plastischer als mit dem Mohair. Und ich inhaliere keine Fusseln :D 




Freitag, bedeckt, 9 Grad. Ich hatte zwei Einrichtungen auf der Liste: Den Morgen verbrachte ich in der eigenen und gab zwei Bestellungen auf fúr Lebensmittel. Und bekam einen eigenartigen Anruf vom Notrufdienst úber einen Feueralarm und die Feuerwehr, der ich Eingang verschaffen sollte - als ich nach der Adresse fragte weil ich nichts von so einem Arrangement weiss stutzte der Mann am Telefon, sagte den Namen unserer Stadt und erklárte mir dann er habe das falsche Búro angerufen, die Details stimmten nicht und entschuldigte die Stórung...das ist nicht so beruhigend wie er denkt. Ich machte mich demnach mittags auf den Weg zur Schwestereinrichtung um zu sehen, ob irgendwo Rauch in den Himmel steigt. Die einzige Dame dort mit einem áhnlich klingenden Namen hatte ich bereits auf dem Weg in der Stadt gesehen, sie war also sicher. Einen Incident-Report hatten sie auch nicht an die Schwestereinrichtung geschickt. War das wieder fúr die mit einem áhnlichen Namen in West Lothian (andere Seite Edinburghs von hier)? Ich konnte mich nur an dem orientieren was er zu mir sagte. Ich testete den Feueralarm dort, deshalb ging ich úberhaupt hin, und dann war mein halber Freitag auch schon zu Ende. Ich wanderte noch durch zwei Láden um die Wartezeit bis zum náchsten Bus zu vertródeln und machte mich auf den Heimweg.

Nach dem Kaffee haben wir Pláne in Hamilton.