Samstag, erst regnerisch, dann sonnige Abschnitte, 13 Grad. Am Morgen rettete ich eine meiner Palmen, die auf dem Fenstersims des Esszimmerfensters durch die Vorhangringe wuchs...einen Bonsai wollte ich daraus nicht machen :D Da der Sims der Wohnzimmerfenster fast am Boden liegt zog die Palme um. In der Hoffnung dass sich die Áste strecken in der Sonne...da hatten die Orange und die andere Palme dann auch mehr Platz im Esszimmer. Demnáchst wird dann umgetopft, weil auch der zu klein wird fúr das Báumchen...Der Mann und der Junge waren die letzte Woche im Garten tátig, sie verlegten schwarze Plastik-Bahnen als Cover und verteilten Rindenschnipsel darauf, bevor sie die Betonplatten abschrubbten.Die Sonne am Morgen zog den Mann zum Frúhstúck ins Cafe, ich wáhlte eins in einem Supermarkt mit einem Postamt, da eine Karte und die Briefwahlunterlagen seit lángerer Zeit darauf warteten aufgegeben zu werden. Das ist nun alles mit der Kirche ums Dorf, mangels zentraler Postfilliale. Den Einkauf legten wir im úblichen Gescháft ein, dieses Mal ohne den greasy spoon. Ich sah mich nach einem zweiten km der sandfarbenen Wolle um an der ich strickte, weil der Sofi-Sweater grósser wurde als erwartet, selbst in Medium - das reicht vielleicht nicht. Alternativ dazu werden die Ármel stattdessen weiss...a la Preppy College Style...wenn auch mit nordischem Zopfmuster. Ohne Erfolg, weshalb ich eine andere Filliale in der Nachbarstadt vorschlug - da konnte ich auch gleich nachschauen, ob dort die Kirschbáume an der Hauptstrasse schon blúhen. Das dauert noch eine Woche oder so. Und die hatten auch keinen km in Sand. Was sie hatten war eine digitale Waage, reduziert um 4/5, die mir den (kostenpflichtigen) samstáglichen Gang in die Apotheke ersparen wúrde. Das Medikament wurde nun auf unbegrenzte Zeit verschrieben, aber sie wollen monatlich ein Auge darauf haben ob ich zuviel "abbaue", mir wurde bereits resistance training verordnet gegen Muskelschwund. Weil die Nebenwirkung nun mit -35kg zu Buche schlágt. Der Mann hielt dagegen mit einem weiteren Cafebesuch...
Sonntag, sonnig, spáter Schauer, 14 Grad. Die Nachbarswólfe heulten im Tandem (Malamuts), die Palme begann sich bereits zu strecken und auszubreiten und das Vorderteil des Sofi-Sweaters war bereits fast an der Armhóhle angelangt. Da stand bald eine Entscheidung an. Die Wolle sah nicht danach aus, fúr zwei Ármel zu reichen...schwer abzuschátzen mit so einem Volumen. Eine online Suche ergab, dass die aus den Staate importiert ist und daher hier schwer aufzutreiben, wenn nicht gerade in dem Laden vorrátig. Online wollten sie etwa £5.00 fúr die Wolle - und £29.00 fúr die Versandkosten. So blieb mir die Wahl zwischen vorúbergehend stilllegen und nach Nachschub suchen, diese Restwolle zu halbieren auf gut Glúck oder eine Kontrastfarbe zu nehmen...Vorder- und Rúckenteil wurden fertig. Der Mann schrubbte derweil die Steinplatten im Garten. Die Schwiegermutter brauchte den Jungen zum Gártnern am Nachmittag, davor fuhren wir noch schnell zum Supermarkt fúr Erde und gróssere Tópfe fúr die Palme. Nebst anderer liegengebliebener Jobs topfte ich die endlich um. Es war der Tag dafúr. Mir war nach Ruhe daheim wáhrend die Mánner bei der Schwiegermutter schufteten. Der Junge fand zwei Vogelnestchen im Geást, auf denen noch eine Piepmatzmama sass und brútete...Ich gónnte mir Stille. Die fand sich nicht seit vor den Osterfeiertagen. Liess sich daran ablesen dass ich nach wie vor die Memorykarte der Kamera auf das Láppi hochladen muss.
Montag, sonnig, 13 Grad. Im Moment beginne ich die Woche damit, "meinen" Service fúr die Woche vorzubereiten und beende sie damit, alles nachzuholen was nicht getan wurde. Zwischendurch werden mir Dinge in der anderen Einrichtung angetragen, die seit geraumer Zeit erledigt werden sollten...doch erst: Bestellungen. Der Koch brachte mir ein Thermometer, das die Springerkraft am Wochenende als "defekt" beiseitegelegt hatte. Das ist brandneu...sie hatte es nur auf 200 Grad programmiert und es piepte fortan stándig, weil es die Temperatur nicht erreichte. Wer isst seine Mahlzeit 200 Grad heiss? Hatte sie deshalb das alte weggeworfen? Samt Batterie? Mir zeigte sie eine Mandarine mit leicht grúner Schale da nicht ganz reif und sagte, die schimmle. Nein, nicht alles was grún ist ist Schimmel! Die hátte sie auch weggeworfen. Er fand auch Dinge im Hotcupboard, die da nichts zu suchen hatten - und machte Fotos, weil sie das gerne ihm unter die Nase hált. Er erledigte seine Reviews mit den neuen Mit-Essern, ich sah mir die Fortbildungsdaten der Kollegen an fúr den Audit am Freitag und sagte der Kollegin, sie solle ihre abhaken weil der Catering Manager danach fragen wird. Wir brachten die Ordner auf Vordermann fúr ihn, die wird er sich auch ansehen - und das bemángelte Geschirr im Stauraum steht ja nun in einem Kúchenschrank...der Koch lamentierte auch die Kolleginnen, die die Schokokekse essen und die Sáfte trinken, die wir fúr den Service einkaufen. Genau deshalb bestelle ich normalerweise keine Schachtel mit 40 Schokoriegeln - zwischen dreien sind das 24 davon an einem Wochenende.
Dienstag, sonnig, 12 Grad, windig. Die andere Einrichtung stand an. Die Kollegin musste derweil die ganzen Reparaturen in der Regen-Wohnung auf die Reihe bringen...das timing hátte nicht ungúnstiger sein kónnen fúr sie. Zusátzlich erlebte sie nun die DachExpertin in Hochform nach all dem Aufhebens. Die Dame mit Scháden in der Wohnung nimmt's gelassen, sie beschwerte sich úber gefaltete Plastiktúten, die nicht wieder in den Wandschrank gelegt wurden...die Kollegin kannte die DachExpertin seit vielen Jahren, aber sie erkennt sie nicht wieder - so sei sie nie gewesen. Die letzten drei Einrichtungen die sie bewohnte, wúrden ihr widersprechen: So ist sie seit geraumer Zeit...selbst die Bewohner in ihrer Einrichtung, die sie seit 8 Jahren kennen, sagen das mittlerweile. Die fortschreitende Zeit tat ihr nichts Gutes, die zunehmende Arthritis noch viel weniger. Sie isoliert sich selbst mit ihrem Verhalten. Die eigenen Kinder finden sie schwer ertráglich. Ich vertrieb mir die Zeit mit dem System, das mir einige Aufgaben zuteilte - Daten checken und solche Sachen. Nebenbei sah ich mir die Múlltúte auf dem Boden des Nebenraums an, das solle geschreddert werden. Und darin fanden sich persónliche Daten ehemaliger Bewohner und Kollegen - nein, das sollte nicht einfach so herumliegen, also zog ich zwei Shredder heraus. Der eine ist was man hier "chronic" nennt: Subpar und eine Zumutung...nach fúnf Bláttern musste er sich ausruhen und das fúr 25 Minuten.
Mittwoch, sonnig, 14 Grad. Andere Einrichtung mit zwei Kolleginnen, die sich die Arbeit teilten. Ich schredderte wie besessen, das war eine Menge wenn die Shredder nur kurze Zeit funktionierten bevor sie eine Weile stilllagen. Wenn jede/r so arbeiten kónnte :D Eine Minute shreddern, 25 Minuten abkúhlen. Wie sie damit durchkommen so ein Gerát zu verkaufen ist mir schleierhaft. Zum Glúck fand sich ein zweiter im Schrank, der etwas leistungsfáhiger ist. So dauerte es "nur" zwei Tage. Die Kolleginnen shredderten eine Stunde lang fúr mich, damit ich auch andere Arbeit erledigen konnte. Ein Klempner und ein Fire Panel Ingenieur waren im Haus, die Springerkraft rief an und fragte wieviele Schichten bezahlt wúrden fúr den Márz und die Kollegin geriet wieder mit der DachExpertin aneinander in "meiner" Einrichtung. Sie las ihr die Leviten, weil sie ein Drama vom Zaun breche úber die Situation - in ihrer Wohnung sieht man keine Spur davon, dass die Mánner ihre Fussbodenbretter und den Teppich gehoben hatten. Die andere Dame hatte Wasserscháden an Decke und Wand in zwei Ráumen, musste einen Teil der Decke des Badezimmers ersetzt haben, brauchte einen neuen Abzug, frische Farbe an der Wand und musste den Schlafzimmerteppich reinigen lassen bevor sie den Inhalt des Schlafzimmers wieder aus ihrem Wohnzimmer ráumen konnte. Und das zog sich bereits die zweite Woche, wáhrend die DachExpertin ihrem normalen Tagwerk nachging: "What is wrong with you?!" Ich stellte derweil fest, dass die Handwerker an ihrer Tradition festhielten und keinen Lagebericht weitergaben an andere Kollegen oder unseren Property Officer...das Loch im Dach wurde totgeschwiegen.
Donnerstag, sonnig mit Wind, 17 Grad. Ich hatte eine weitere Mammutaufgabe vor mir: Die ersten zwei Schubladen des Filing Cabinets. Offenbar war die "Ablage" der Kollegin sehr einfach - alles wurde in die Schublade geworfen und weg war's...die unteren zwei sahen etwas besser aus, weil sie da die Daten der Bewohner archiviert - mit dem richtigen "Zubehór", auch wenn die Hángerschienen teils in der Lade verkeilt waren. Stórt offenbar niemanden, da sich niemand damit aufhielt die herauszuheben, damit sie wieder verschoben werden konnten. Fúr einige musste man rechnen, da waren auch keine tabs mehr dran befestigt mit dem Namen der Person. Steht als náchstes auf der Hitliste, náchste Woche...das kónnte alles soviel einfacher sein. Und: Kein Wunder dass sie mich fragte, ob ich ihr Búro organisieren kónne! :D Santa Claus kam vorbei und sah sich die automatische Túr an (er heisst so weil ich ihn Mal an Heilig Abend als Notfall rufen musste und die Túr nach stundenlangem Gezicke plótzlich wieder anstandslos funktionierte, sobald er das Gebáude betrat - magisch...der lange weisse Bart passt auch dazu) bevor er in meiner Einrichtung vorbeiging. Ich machte mich in der Mittagspause auf den Weg úber die Strasse, um etwas sonne abzubekommen. Der Wind war noch recht frisch. Ich hatte morgens eine Jacke aus dem Schrank gezogen, die seit vor dem ersten Lockdown kein Tageslicht mehr gesehen hatte - sie war etwas muffig, daher landete sie nach Feierabend prompt in der Waschmaschine. Tochterkind und A kamen vorbei mit einem weiteren Assessment. Nun wollte Tochtekind wissen, ob sie auf dem Spektrum sei - jede einzelne Frage war ein "Nein", scheint mir nicht so...
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| Das kam aus dem Keyboard in diesem anderen Búro |
Freitag, sonnig, 19 Grad. Die eigene Einrichtung und der Audit in der Kúche...aber zuerst kam der Property Officer auf Inspektion und sah sich die Regenwohnung an. Und weil er fragte erzáhlte ich ihm auch vom Loch im Dach der anderen Einrichtung. Da dachte er er entkáme all dem, weil er im Urlaub in der Sonne brutzelte - no chance. Er ging und der Herr aus Aberdeen kam und sagte hallo. Er fragte wie ich die andere Einrichtung fánde - seine Mutter lebt dort. Er erwáhnte dass er weiss dass die Kollegin seine Mutter nicht mag - und als er an die Túr klopfte habe sie das Gesicht verzogen. Hmm. Sie sagte etwas letzte Woche, aber merken lassen sollte sie ihn das nicht. Gestresst? Ungewohnt? Unsere Einrichtung ist ganz anders und viel anstrengender, wenn frau es nicht gewóhnt ist dass sie mit jedem Kinkerlitzchen auf der Matte stehen. Dann kamen die Kleinkinder und der Catering Manager, der sich durch Ordner und Gefrierschránke grub und Zeit mit dem Koch verbrachte. Ihn hatten wir einige Stunden im Haar aber er war weitgehend zufrieden. Nur dass wir seine wundervollen Rezeptkarten nicht verwenden, an denen er ein Jahr lang gearbeitet hatte, stiess ihm alle Jahre wieder auf :D Da gab er sich solche Múhe und unsere Bewohner nennen das "fancy shit"...lásst sich nicht ándern wenn's ihnen nicht schmeckt. Eine andere Einrichtung drei Stádte weiter hatte eine Meuterei als er ihnen das orange Irn Bru wegnehmen wollte. Das riecht wie flússige Gummibárchen und macht Schottland zur einzigen Nation auf der Welt, in der ein eigenes Gebráu Coca Cola von der Nummer 1 der Verkaufsliste blockieren kann. Wir kauften es gar nicht erst, deshalb blieb uns der Aufstand erspart.
Nach dem Kaffee habe ich Wochenende...













