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| Der erste selbst gewickelte Cake |
Samstag, wechselhaft, kalt. Am Morgen packten wir in Oban unsere Siebensachen wieder ein und luden sie ins Auto. Ich hatte eine Tasche mehr im Gepáck als bei der Anreise. Es lag wieder Schnee auf den Munros unterwegs. Unsere erste Pause war der Green Wellie Stop in Tyndrum fúr einen Iced Coffee fúr mich, der zweite am Loch Lubnaigh fúr einen heissen Kaffee fúr den Mann. Dort sahen wir uns Ben Ledi an, schneebedeckt vor blauem Himmel. Innerhalb von 10 Minuten beobachteten wir eine Wolke, die úber den baumbedeckten Hang rollte und bis auf die Oberfláche des Lochs sank - und dann begann der Blizzard. Neben uns auf dem Parkplatz zogen sich derweil drei Frauen bis auf Badeanzúge aus und tauchten ins Loch...sie waren rot wie Krabben als sie wieder rauskamen, durchgefroren. Hart im Nehmen...gegen Mittag waren wir wieder daheim. Ich packte aus und ráumte weg, bevor ich mir den Rest des Merino-Gefussels vornahm damit ich ihn loswurde. Danach dasselbe mit dem Rest des Grey Sparkle, der fast dieselbe Farbe hat wie die in Oban gekaufte Mútze (mangels mitgebrachter), die das Tochterkind bekommt wegen des Pompoms obendrauf. Das geht dann als Set, mit demselben Muster. Am Spátnachmittag kauften wir Brot beim Discounter und ich bereitete blogposts vor.
Sonntag, regnerisch, 11 Grad. Am Morgen beendete ich mein Fusselmonster und begann den ersten Halbármel des blau-weissen Tops, die noch ausstanden. Ich vernáhte viele Fáden, die auch bislang beiseite gelegt waren. Am Nachmittag stand die Apotheke an und nachdem ich keine starkweisse Wolle fand sassen wir eine Weile im Cafe. Ich plane ein weiteres Streifen-Projekt wie das blauweisse, nur mit der Mocktail "Virgin Margarita", und dafúr will ich auch so ein Weiss dazunehmen. Diesen Monat ging es nicht so flott von der Hand, aber vermutlich liegt es auch daran, dass ich weniger "Kleinteile" produzierte. So ein Sofie-Scarf braucht eben nur einen Tag: Mit je 50 oder 100g unterschiedlichster Varianten liess sich nicht soviel anfangen. Als der Mann kochte schepperte es plótzlich in der Kúche und er fing an zu schimpfen - er hatte sich offenbar umgedreht und fiel úber die Ofentúr, die er offenstehen liess...die lag nun auf dem Boden, in Einzelteilen. Nachdem wir die Túr selbst wieder zusammenpepuzzelt hatten stellten wir fest, dass er wohl die Scharniere geliefert hatte. Sie ging nicht mehr zu. Stattdessen suchte sie im Hángen Bodenkontakt. Und weil das náchste Disaster bereits aus weiter Entfernung zu erkennen war stellte ich einen Karton vor die lose Ofentúr, damit er nicht nochmal drúberfiel und das Glas zerdepperte bevor das jemand reparieren konnte. Da setzte meine Ausbildung ein, Disaster zu verhindern bevor sie passieren kónnen - NASA Training fúr Astronauten (kein Witz, dasselbe Prinzip namens HACCP).
Montag, regnerisch, 11 Grad. Die Arbeit begann in der eigenen Einrichtung (keine Ahnung wie ich die unterscheiden soll, weil sie ja nun beide "meine" sind, die ich mit bald zwei Kolleginnen "teile"), weil es da eine Menge aufzuholen gab und die Bestellungen aufgegeben werden mussten - und das ist mehr als die Kollegin sich momentan zutraut. Nicht verwunderlich, da wir dazu zwei Menús abdecken mússen und durch die Speisekammer und drei Gefriertruhen graben. Das lernt sich nicht úber Nacht, egal wie hoffnungsvoll die Area Managerin das angeht...es macht Sinn, mich mit 12 Jahren Erfahrung in diesem Service zu belassen. Dazu braucht frau auch erstmal ein Gespúr dafúr, wieviel fúr welche Anzahl an Kunden bestellt werden sollte. Das abzuschátzen war anfangs das Schwierigste fúr mich. Ich arbeitete mich durch den ganzen backlog an Sachen, die in meiner Abwesenheit eintrudelten, bezahlte ausstehende Rechnungen, bestellte Putzmittel und allerhand andere Notwendigkeiten und erledigte nebenher noch meine Checks, Monatsende-Verpflichtungen und Finanzen. Die Quittungen fúr die bestellten Mahlzeiten waren das reinste Chaos, zwei fehlten komplett im Spreadsheet und der Rest war nicht in numerischer Reihenfolge - ich hatte zwei oder drei per Nummer und eine fehlte...ist doch nicht so schwer? Einfach fortlaufend durchnummerieren, damit Finance das nachverfolgen kann? Weil sie genau das tun wenn es um Einnahmen geht. Das Geld, Spreadsheet, Kopien der Quittungen und das Einzahlbuch nahm ich mit heim, um es am náchsten Tag einzuzahlen. Wenn ich in der anderen Einrichtung arbeitete.
Dienstag, sonnig, 13 Grad. Andere Einrichtung - und die Kollegin schneite morgens herein, sie habe mir eine SMS geschickt dass ich doch stattdessen die ganze Woche in meiner arbeiten solle weil wir einen Agenturkoch hatten. Die ich nicht bekam, daher ging sie nur an diesem Tag hin. Kaum war sie da tauchte der Net Zero Officer auf, der auf die Kommunikations-Dame von HQ wartete um die neue Wármepumpe anzuschauen in einem der Cottages, dafúr wollten sie die Trommel rúhren. Da sass er dann und erzáhlte aus dem HQ-Náhkástchen úber eine Kollegin, die gerade "gegangen" wurde unter einer dunklen Wolke, úber seine Abneigung sich in das System einzuloggen weil da zwei "Stage 2s" - Beschwerden - gegen ihn auf ihn warteten ( was vertraulich ist und er mir nicht erzáhlen sollte!, aber dann hatte er auch immer noch grossen Unmut úber Knúppel, die ihm in vergangenen Jahren zwischen die Beine geworfen wurden als ich ihm erzáhlte, dass ich nach wie vor an seiner Wildblumenwiese arbeite) und diskutierte Reiseziele in Deutschland mit mir. Die Dame von HQ tauchte auf, sie ist zustándig fúr die Social Media Kanále des Arbeitgebers, deshalb liess ich ihr den Vortritt mit der Wármepumpe. Eines dieser Geráte kostet £23.000, daher bin ich vorsichtig mit der Werbung dafúr 😉 Nicht dass alle eine eingebaut haben wollen...den restlichen Tag verbrachte ich mit der Búroarbeit, nachdem ich in der Mittagspause auf der Post war um das Geld einzuzahlen.
Mittwoch, sonnig, 11 Grad. Eine Lieferung nach der anderen an diesem Tag, angefangen mit Obst, Gemúse und Milch, gefolgt von Gefrorenem und Fleisch und Wurst, einem neuen Router und danach Putzmitteln. Rechnungen und Schachteln úberall...Kollegin Nr.2 war nur morgens da, sie hatte eine Schulveranstaltung der Enkelin am Nachmittag, daher blieb ich lánger in der Arbeit. Sonst hátte niemand serviert und der Agenturkoch konnte nicht sicherstellen dass das Gebáude wind- und wetterfest ist...Ich amúsiere mich immer úber die Supervision als Mental Health First Aider, wenn der Psychologe da sitzt und mir sagt dass das doch nicht mein Problem sei nach Schichtende - er kennt unseren Service nicht. In der Theorie ist das alles wunderbar, in der Praxis stúnden sámtliche Túren offen und niemand kontrollierte ob er die Ófen abgeschaltet hat. Grau ist alle Theorie, mein Freund, Grún ist der Baum des Lebens...bei der Gelegenheit fand ich heraus, dass meine Kollegin der anderen Einrichtung offenbar noch nie einen halben Tag Urlaub ins System eingegeben hatte, sie brauchte meine Erklárung wie das geht. Die Lernkurve ist noch etwas steiler als ohnehin angenommen. Sie bekomme nun Aufgaben von der Area Managerin - juppheidi, genau deshalb wollte ich den Job nicht, obwohl ich objektiv sehe warum sie mir den zu gerne angehángt hátten. Das geht nun alles um ein paar Ecken, selbst wenn der Catering Manager die E-learning records fúr Kollegen sehen will - nun hat nur noch sie Zugriff darauf.
Donnerstag, sonnig, mit Schauern, 13 Grad. Wir arbeiteten daran, Kollegin Nr.2 Zugriff auf unseren Computer zu verschaffen - was gar nicht so einfach war. Diese Saga dauerte an seit sie das System gewechselt hatten, also nun schon Jahre. Das temporáre Password, das sie von IT bekam, funktionierte nicht. Ich hórte von anderen Kolleginnen dass die App nicht funktionierte, in die sie zur Sicherheit einloggen sollten. Mit der Kirche ums Dorf bei all dem Zeug. Ein Klempner reparierte die Zisterne des WCs im staff room, die dann prompt wieder Dauerlauf hatte. War wohl nichts. Und der Mann, der seit úber einem Jahr den Gartenschrott und die Gefrierschránke hinter dem Gebáude abholen sollte, das aber bislang nicht tat so dass der Job den Múlltonnen-Putzern gegeben wurde, rief an und fragte ob wir Teppich abzuholen hátten...nein, nicht mehr...Dann rief Z. von IT an, der Wind davon bekommen hatte dass die Kollegin Schwierigkeiten hatte - und gab ihr wieder ein neues Password und setzte alles zurúck auf den Anfang, damit sie sich aussuchen konnte welche Methode sie zur Verifikation verwenden will. In seinen Worten wollte er "nicht schon wieder" bei uns auf der Matte stehen. Kann ich verstehen :D Bei uns lebt er gefáhrlich. Ich gab wieder ein Rubbellos aus, das Eintreiben der Pennies fúr unsere Umbrella-Lizenz wurde wieder aufgenommen. Weil uns dafúr noch die Hálfte fehlt. Vielleicht wechsle ich die Pinguine mit Fussballosen ab...
Freitag, Regen, Sonne, Hagel, 9 Grad. Der neue Herr kam vorbei und holte seine Schlússel ab fúr die Wohnung. Seine Familie schleppte seine Siebensachen in den ersten Stock und wir gaben ihm Fish & Chips als Stárkung. Die junge Springerkraft sagte ab fúr den Nachmittag. Ich suchte derweil Diabetes-freundliche Dessertrezepte, die der Koch ausprobieren kann. Da fand ich doch einige davon, wir werden sehen was die Damen dazu sagen. Ich schnitt die Melone an, die einen schwarzen Punkt auf der Schale hatte - soll heissen die Springerkraft am Wochenende wúrde die prompt in Gánze wegwerfen. Fúr sie bestellte ich Winterobst, allen Beeren etc. widerfáhrt sonst dasselbe. Und alles muss beschriftet sein. Ich stóberte durch die Vorráte um zu sehen was wir bestellen sollten. Da zeigt sich immer dass sowohl sie als auch der Koch mit Blindheit geschlagen sind, was nicht ganz vorne ins Auge sticht sehen die nicht...stattdessen bekomme ich Beschwerden dass etwas "nicht vorrátig" sei...dabei steht da eine ungeóffnete Schachtel davon im Regal des Gefrierschranks. Nun zwei ungeóffnete Schachteln, weil sie das auf die Liste setzten...ein Blick in die Speisekammer zeigte meinen Job fúr den Samstagmorgen: Regale und Tupper putzen. Offenbar nahm der Agenturkoch die nicht mit in die Kúche sondern wanderte lieber mit Mehl auf dem Lóffel durch die Gegend. So sah's dann auch aus...Den Mann zog es an Feierabend ins Cafe, aber ich hatte absolut kein Verlangen danach.
Nach dem Kaffee - Úberraschung! - gehe ich arbeiten.























































