Samstag, sonnig, 12 Grad. Es war Fussballtag in der City, daher suchte der Mann erst nach Alternativen zur Autobahnfahrt nach Glasgow - der Móbelschwede liegt auf der anderen Seite der City in Richtung Flughafen, daher mussten wir einmal quer durch: Oh, es werde viel Verkehr sein. Ich nahm's nicht ernst weil ich das alle Jahre wieder auf dem Weg zum Flughafen hórte, Stunden frúher aufbrach als nótig "um den Verkehr zu vermeiden" - der dann nirgends zu finden war. Ein einziges Mal landeten wir im Stau, und das war in einem Taxi. So war's dann auch, keine Spur von den Horden trinkender Fussballfans, die mir vorhergesagt wurden: Es ging flott. Frúhstúck im Schwedischen Cafe, dann suchten wir gezielt nach zwei Búcherregalen und einer Wohnzimmerkommode, holten sie im Warenhaus ab und gaben sie zur Lieferung auf, da zu schwer und sperrig. Ich werde den alten Computertisch los, der bereits zweimal mit uns umgezogen war, weil den nun niemand mehr benutzt und nichts drauf/drinsteht, was wir brauchen. Den Drucker und den Router kann ich auch auf eine Kommode stellen, die mir dann wenigstens einige Schubladen anbietet fúr meinen Arbeitskram. Und die Wolle, denn wenn ich die aus der Schublade unter dem Bett hole kann da das Winterzeug rein in einem mottendichten Beutel. Alles geplant :D Und gefragt habe ich auch nicht lange, sonst dauert das Úberlegen mehrere Jahre. Die Búcherregale kommen in das leere Tochterzimmer, in dem nach wie vor Kartons ihrer Búcher verstaut sind. Auf dem Heimweg fuhren wir noch am greasy spoon vorbei, da ich Sachen fúr Lunches brauchte, weil der Mann nach so einem Trip das Haus nicht mehr verliess. Dem Schotten geht das Geld ausgeben noch eine Weile nach. Ich hatte zum Zeitvertreib eine Menge Wásche aufgestaut in den Zeiten des klamottenfressenden Wáschetrockners...und der lief mit Solarstrom zu dieser Tageszeit.
Sonntag, wechselhaft, 12 Grad. Der Weg fúhrte nach Falkirk zum O2-Laden, nachdem ich den Mann an sein Tablet erinnert hatte, weil das einen grósseren Screen hat als sein Handy. Das fischte er dann unter Móbeln hervor und stellte fest, dass er sein password vergessen hatte...ein factory reset funktionierte nicht weil er nicht in die Settings kam. Demnach brachen wir morgens bereits auf in Richtung Osten - an der Tageszeit war abzulesen wie sehr ihn das umtrieb. Hier beginnt fúr Viele der Tag erst nach 1 Uhr mittags (=Mittagspause in Schule und Arbeit). Den frúhen Morgen zu nutzen scheint eher eine deutsche Gewohnheit zu sein. Im O2-Laden erklárte er dem Verkáufer dann dass er "alt und dumm" sei und sich das nicht merken kónne, ob er es ihm aufschreibe - ? Er begann seine Berufslaufbahn in London als Computer-Programmierer. Mittlerweile vermeidet er beides wie die Plage, Computer/Technik und London :D Nachdem der junge Mann es geschafft hatte das Tablet komplett zu "wischen" und auf 0 zu setzen, gingen wir die Fussgángerzone entlang ins Cafe zum Brunch. Das war relativ leer, aber dann waren wir ja auch viel frúher dran als sonst. Am Nachmittag war ein Gartenjob fúr die Schwiegermutter geplant, doch auf der Heimfahrt begann es dann zu regnen. Die dunklen Wolken hingen schon seit dem Morgen úber uns. Ich hatte Wolle zum Zeitvertreib und topfte meine andere Palme um. Deren Wurzeln waren schon durch sámtliche Lócher des Blumentopfes gewachsen, den musste ich freischneiden.
Montag, wechselhaft, 14 Grad. Der Handwerker wartete bereits auf mich, der unsere Aktenschránke auswechseln sollte, vom hinteren Búro ins Búro, weil wir fúr den einen Schlússel haben. Ich zog demnach alle vier vollen Schubladen heraus damit der leichter wurde, die dann hinterher nicht mehr richtig reingingen...aber solange der im Búro okay war macht das keinen Unterschied. Nebst all dem úblichen Papierkam und den Bestellungen war ich deshalb von Akten umgeben. und fand dabei vertraulichen Papierkram von einem Disziplinarverfahren vor Jahren, an dem die Ex-Chefin als Staff Rep beteiligt war. Der sollte da nicht sein...das gehórt in die Archive von HR, weshalb ich die Area Managerin fragte was ich damit tun soll. Ich sah mir den Fernseher im Wandschrank an, der zum Hauptpreis der Tombola wird, damit ich die passende Fernbedienung besorgen konnte. Einen Air Fryer habe ich dafúr auch herumstehen, zu dem sollte ich eine kurze Bedienungsanleitung dazu ausdrucken, nachdem ich ihn getestet habe. Wenn schon denn schon...Vier Parfums und jede Menge Schmuck sind auch zu haben. Und drei Hipflasks, fúr die ich mir dieses Mal etwas anderes úberlegt hatte - die waren von einer Spende von um die 20 Stúck úbrig, wir hatten sie seit Jahren im "Angebot". Die letzten Exemplare werden befúllt mit den Resten des Alkohols von vergangenen Parties, der nur herumstand weil ich keinen halbleeren Jack Daniels verlosen kann. Vom Vodka und Gin hatte ich genúgend úbrig.
Dienstag, wechselhaft, 14 Grad. Das Auto kam in die Garage, der Mann zum Rótgen und ich in die falsche Einrichtung :D Irgendwann musste das passieren, so vóllig ohne Routine. Ich hatte bereits den Computer hochgefahren als die Kollegin dort hereinschneite und mich fragte, warum ich dort sei...okay, dann machte ich mich eben auf Schusters Rappen auf in die andere Einrichtung. Und war immer noch 10 Minuten vor Schichtbeginn dort. Dabei hatte ich die Rota selbst ausgefúllt...klickte nur nicht so richtig, weil ich soviele Fáden gleichzeitig im Hirn hielt, denn jede Woche sieht anders aus und braucht Vertretungen hier und dort, die wir erst noch ausabeiten mússen damit keine der Einrichtungen ohne Personal dasteht. Vor allem wenn ich im Urlaub bin und alles auf die Kollegin fállt. Auf alle Fálle gab es genug zu tun an diesem Tag, ich bastelte am Sommermenú der náchsten zwei Wochen. Die ersten beiden Wochen haben wir, fehlten noch zwei. Ich dachte auch darúber nach, wie wir als Essensservice den World Cup miteinbeziehen kónnten - das erste Mal in meinem Dasein muss ich mich darúber informieren...not amused, das geht mir normalerweise sonstwo vorbei, aber jede Chance dass die Einrichtung etwas gewinnt wird genutzt. Ich emailte eine Organisation, die digitale Workshops fúr Senioren hált und fragte nach Details. Mal sehen...
Mittwoch, sonnig, 16 Grad. Am Morgen machte ich mich auf den Weg in die Schwestereinrichtung um die Kollegin zu treffen, wir hatten ein Meeting drei Stádte weiter. Bei unserer Ankunft sah das etwas dúrftig aus, 10 Sessel und einer fúr die Area Managerin. So wenig Leute? Zwei der Einrichtungen hatten offenbar abgesagt, eine wurde vom freilaufenden Chef vertreten und eine andere kam unterwegs abhanden und war spurlos verschollen. Der freilaufende Chef war spát dran weil das Auto nicht ansprang, aber ohne ihn hátten wir etwas verpasst: Er hatte all das Insider-Wissen úber die Ánderungen die uns ins Haus stehen, weil er in der Einrichtung vertritt, in der sie das alles probelaufen. Das war hochinteressant. Auch der Einblick in die Projektgruppen einer amerikanischen Konsultationsfirma, die dem Arbeitgeber auf die Sprúnge helfen soll - da ist von Commitments die Rede und von "WIGs" - sie bekommen ein wóchentliches "Commitment", das sie erfúllen mússen und wenn das nicht der Fall ist braucht das eine Rechtfertigung/Ausrede. Und "WIGs" sind "widely important goals"...sobald sie sagte dass deren HQ in Salt Lake City/Utah sei, sagte ich "Mormons". Yep, genau das. Der freilaufende Chef verriet uns dann, dass leere Wohnungen zukúnftig vom Property Officer angeschaut werden, dass die Warden Calls (unser Notrufsystem) entfernt wúrden und mit einer Einheit ersetzt, die direkt zu unserer Notrufzentrale durchschaltet und dass die Handwerker ein Logbuch bekámen, in das sie sich ein- und ausloggen sollten. Und áhnliche Neuigkeiten.
Donnerstag, regnerisch, angeblich 19 Grad...In der anderen Einrichtung kam an diesem Tag alles meines Weges, Wasser aus der Zimmerdecke, kein Wasser der richtigen Temperatur, eine Dame der Handwerker entgangen waren die ihren Zimmerteppich zurúckrollten, eine Dame die Sorgen hatte weil Wasser aus ihrer in eine untere Wohnung tropfte und die Klempner nach dem Leck suchten,...und zwischendurch die Assistentin dort, die Area Managerin und der Facilitator fúr deren Bewerbungsgesprách als Nummer 3 im Reigen. Sie bekam den Job, was die Kollegin mit einem lachenden und einem weinenden Auge quittierte - einerseits better the devil you know, andererseits empfindet sie sie als unflexibel und nicht recht investiert (nach 2 Jahren Zusammenarbeit). Wir werden sehen wie sie sich entwickelt, da sie nun voll in den Essensservice eingelernt werden wird (inklusive kochen) und da kann sie nicht schwácheln, wie die Kollegin selbst herausfand. Der Facilitator zeigte mir die Formulare, die wir in Zukunft auszufúllen hátten und bestátigte, dass Vieles in Zukunft anders erledigt wúrde, wie der freilaufende Chef sagte. Die Telefonanrufe fanden auch kein Ende. Am Abend kamen Tochterkind und A, um die Kommode zusammenzubauen. A schraubte drei Stunden lang und wurde nur halb fertig, zum Glúck hatte ich Alankeys in drei Gróssen und einen kleinen Wench fúr Schrauben und Muttern als "Belohnung", sie sammelt die Dinger. Das Stúck ist - sehr Un-Móbelschwede - aus richtigem Holz und braucht deshalb lánger, am Ende wurde die zweite Hálfte auf den Samstag vertagt weil wir alle morgens in die Arbeit mussten...
Freitag, wechselhaft, 19 Grad. Ich tauschte die Air Fryer in der Kúche aus - ich hatte einen Black & Decker herumstehen und als der Mann den sah wollte er ihn behalten, weil er etwas grósser ist als unser Salter. Also packte ich stattdessen den Salter ein fúr die Tombola...da der Black & Decker von einer Dame in der Arbeit abgegeben wurde weil er ihr zu gross war ist das wahrscheinlich auch besser so, nicht dass sie den dann bei der Verlosung wiedererkennt. Die Fernbedienung fúr den Fernseher kam auch am Vortag, samt Batterien, der war auch einsatzbereit als Hauptpreis. Das schleppte ich dann alles in die Arbeit und baute den Ferseher, Air Fryer und einige Flaschen nebst Diamantbild-Eule auf dem Sideboard auf als Tombolapreise. Das ist nur der "Appetizer", damit sie Lose kaufen, aber eine der Damen sass da bereits und sagte nur "Ooof!" ob der Ansicht...ja, wir wollen Geld haben fúr die Kino-Lizenz. Das ist der Sinn der Sache. Und den Fernseher behielt ich genau dafúr. Dass ich die Hálfte des Betrags schon habe spielt da keine Rolle, jeder Úberschuss kann anderweitig verwendet werden, aber das entscheiden dann wir. Weil sie nur alles im Garten vergraben wollen, den manche Bewohner nicht betreten und das soll Allen zugute kommen. Ich klebte allerhand Fahnen auf ein DIN A 3 Poster mit den verschiedenen Gruppen des World Cups, damit ich das und den Spielplan in die Lounge hángen konnte - so viele verschiedene Pláne...dem Koch hatte ich Rezepte fúr Blechkuchen ausgedruckt, an denen er die náchste Woche arbeiten kann, wáhrend ich eine Rennstrecke fúr "My Little Ponies" entwerfen muss. Ich habe da eine Tapetenrolle...Und so ganz nebenbei hatte ich unser Lebensmittel-Budget radikal gesenkt, diesen Monat kónnten rund £400.00 úbrig sein und mit letztem Monat wáre ein Drittel des Defizits bereits zurúckgezahlt.
Nach dem Kaffee ist vor dem Cafe, und Móbel bauen werden wir auch noch.





























