Samstag, bedeckt, -4 Grad am Morgen, 0 Grad spáter. Ich stand auf und fand eine interessante Mischung an Dingen auf dem Tisch - Karte, Blumen und Schoki wie allseits erwartet, aber da lagen auch eine Schachtel mit handgemachten Orca-Ohrringen (die haben das Maul offen und zeigen Záhne! :D)...und eine Disney-"Moana" Tasse. ??? Okay. Tasse ist Tasse...Da ich oft keine fánde, sagte er. Ich habe meine Tassen abseits des Rests, weil Mann und Junge gerne Splitter rausschlagen beim Abwasch. Die Berlin-Tasse hat bereits eine Macke, die Paris-Tasse ist deshalb woanders gebunkert. Der vom Tochterkind zum Geburtstag Geschenkten schlug einer der beiden nach einigen Monaten bereits den Griff ab, das ist also nicht úbertrieben. Tellern und Schússeln geht es im Úbrigen genauso, bei uns passt nichts zusammen was auf den Tisch kommt. Ich bescháftigte mich mit dem ersten Ármel des Raglanpullovers um zu sehen, wieviel Wolle úbrigbliebe danach, die ich an das Búndchen dranstricken konnte. Ich lóschte das Strickmuster aus Versehen aus meiner Liste, aber von da an brauchte ich das ohnehin nicht mehr, es waren nur der andere Ármel zu stricken und zwei Fáden einzunáhen vor dem Blocken. Zwischendurch hatte der Mann ein Cafe gebucht fúr Afternoon Tea. Nun lasse ich davon ja die Hálfte stehen mittlerweile, das nahm ich mit heim und beendete den Rest des Kórpers und schlug den zweiten Ármel an.
Sonntag, regnerisch, 7 Grad. Ich schob eine Ladung Wásche in die Maschine, ich kann mich nicht daran erinnern wann ich das letzte Mal Klamotten gewaschen hátte...ich sollte auch einen Tag einplanen um einige zu flicken. Nachdem mein Urlaub nun genehmigt wurde steht ein Tag im Zeichen des Dampf-Blockens und "-Búgelns" von Acrylpullovern/pullundern und Leinenblusen. Und Nadel und Faden. Davor habe ich Chinesische Dekorationen auszuschneiden aus rotem Papier fúr die Arbeit. Ich probierte den blauen Pullunder an und der sieht úberraschend gut aus...muss nur geblockt werden. Statt des Mittagessens standen die Einkáufe an, die sonst Samstags erledigt werden. Das Wetter war kalt und eklig, wir sassen eine Weile im Cafe mit einem Smoothie und einem Bissen zu essen bevor wir wieder nach draussen mussten. Nicht erbaulich. Die Apotheke war auch schnell abgehakt und ich hatte nichtmal Lust zum Leute gucken...der Tag war saft- und kraftlos. Wenigstens beendete ich den zweiten Ármel des WiPs (Work in progress), auch wenn mir dauernd die Rundstricknadel runterfiel. Es war Fallentin :D Was nach diesem Stúck kam wusste ich auch noch nicht, erstmal Pause, denn das waren 9 1/2 Knáuel verarbeitet. Ohne Náhte. Weshalb ich gleich den Ármel eines Pullis flickte, den ich gewaschen hatte und bislang mit offener Naht trug...Details, Details...sieht niemand so genau hin.
Montag, trocken, 6 Grad. Ich bestellte morgens einen yarn winder und swift - genauer gesagt eine Holzkonstruktion, die die Amish in Pennsylvania entwickelt haben um Wollstránge zu winden. Die hat Holzstreben mit Stábchen, die sich mit Lóchern in der Weite einstellen lassen - einfach und praktisch, statt so eine "Holzziharmonika" herumstehen zu haben. Bei mir hált kein Mann lange genug die Arme ausgestreckt damit ich die Stránge selbst zu Bállen aufrollen kónnte...und die letzten zwei Versuche endeten mit endlosen Stunden der Entwirrung. Das tu ich mir nicht nochmal an. Bislang hat die Katze das noch nicht als neuestes Spielangebot entdeckt...Die Arbeit hatte eine Herausforderung zu bieten: Staub und Dreck aus den Decken, nachdem die Mánner die Kabel fúr das Internet durchgezogen hatten an jede Haustúr des ersten Stocks. Beide Staubsauger verloren gegen den Dreck, also probierte die neue Kollegin es mit dem Morphy Richards Dampfreiniger, den ich aus dem Refuse Room gerettet hatte: 12 in einem, voll funktionsfáhig - keine Ahnung, warum den jemand wegwerfen wollte. Das war dann die zweite Herausforderung: Ich suchte nach den Pads um glatte Fussbóden zu reinigen. Ich fand welche, die bei 60 Grad in die Waschmaschine geworfen werden kónnen und damit wiederverwendbar sind - noch viel besser :D
Dienstag, kalt und sonnig, 2 Grad. Moderate Schneewarnung. Die neue Kollegin trat wieder in den Ring mit den Staubsaugern. Dieses Mal verschárften sich die Bedingungen mit zwei Teppichverlegern, die die Flusen eines neuen Teppichs liberal im Erdgeschoss, Aufzug und ersten Stock verteilten: Game on. Und der Dreck war lange Zeit im Vorsprung, bis die neue Kollegin auf die Idee kam, all ihre Grundvoraussetzungen zu prúfen - siehe da, der Staubsauger war vóllig mit Staub und Dreck gefúllt, selbst das Rohr war dicht. Soviel dazu, dass die Springerkráfte am Wochenende nichts gesaugt hátten. Sie wissen nur nicht wie man die Beutel austauscht, denn aus dem industriellen Sauger fiel ebenfalls der Dreck vom ersten Stock sobald sie den in die Hand nahm. Kaum geleert ging das plótzlich 😒 Was uns zeigte, welche Punkte in der Einweisung der Beiden vergessen wurden - wobei selbst Kollegin Nr.2, eine 18-Jahre Veteranin in diesem Job, meine Hilfe braucht mit den Beuteln des industriellen Staubsaugers. Das lernen sie dann das náchste Mal, wenn ich sie sehe.
Mittwoch, kalt, 5 Grad. Ich nahm mein rotes Papier mit in die Arbeit, das war fast alles was ich brauchte fúr die Deko...einmal chinesische Schriftzeichen ausschneiden in Fácherform und die 3-D Laterne war fertig. Dazu eine Runde runder Laternen, eine grafische aus Papierstreifen und ein ausgeschnittenes Feuerpferd mit Goldaufklebern - fertig. Mehr brauchte das nicht, denn die roten Tischdecken hatten wir schon. Und dieses Mal liess ich die Playliste weg - niemand móchte chinesische Oper hóren...die ist zu gewóhnungsbedúrftig fúr westliche Ohren. Meine pads fúr den Dampf-Mop trafen ein, nun wartete ich auf die Rechnung: Waschbar auf 60 Grad, wiederverwendbar. Daheim wartete mein Yarn Winder und die Konstruktion, die den Swift-"Schirm" ersetzt. Ich hatte das in Holz gekauft und der Winder stellte sich als recht schwer heraus. Muss wohl so, damit er nicht durch die Gegend rutscht. Die Konstruktion nach Amishem Prinzip sah aus wie die Stábe fúr den Ringwurf...das ist ein Puzzle fúr das Wochenende, da ich beide erst zusammenbauen muss. Das Strickwerk auf den Nadeln wurde unerwartet voluminós, aber statt es zu ribbeln strickte ich weiter - weil es derart fusselt dass ich es sowieso nicht anziehen wúrde...das Mohair landete úberall rings um mich und auf meinen Klamotten: Nein Danke. Noch ein Pullunder, der in der Versenkung verschwinden wird...
Donnerstag, kalt, gefroren am Morgen, 7 Grad. Am Vormittag hatte ich einen Workshop úber Krebs am Arbeitsplatz und was der Arbeitgeber tun kónne um zu helfen. Da wies man mich in die Richtung von Macmillan Cancer Care und deren Fortbildungen - ooohhh, Smorgasbord! Ich liess mir gleich ein Konto einrichten...setzte mich auch auf die Warteliste des Eden Projekts fúr Community Action und auf die von Age UK fúr "Body Bingo" - das ist Stuhl-Bewegung fúr Senioren, um ihre Balance zu stárken. Als Kontrastprogramm stóberte ich einen Cyber-Workshop fúr Senioren auf, der sie gegen Betrug online und die diversen Maschen wappnen wúrde. Das Team káme in die Einrichtungen...sowas nennt frau hier ein "rabbit hole", einen Hasenbau, in dessen verwinkelte Gánge frau verschwindet je tiefer sie in die Materie eintaucht :D Die Materie in Frage waren allerlei Vereine und Vereinigungen, die ihren Service anbieten fúr allerlei Zwecke. Selbsthilfegruppen, Unterstútzung fúr alle Lebenslagen, Aufklárung úber allerhand Sachlagen und Information. Mein kleines schwarzes Buch fúllte sich mit email-
Adressen und Telefonnummern, von lokal bis Schottlandweit. Damit ich nicht danach suchen muss wenn ich die brauche. Die BT-Ingenieure waren in einer Wohnung zugange, der Lieferant brachte mir den Rest der Bestellung und ich las mir die Details eines Jobs durch, den ich nicht will...
Freitag, Regen, 10 Grad. Am Morgen erledigte ich was ich konnte, bevor ich meine "Gruppensitzung" im hinteren Búro hatte mit den Medizinern fúr eine Stunde. Anschliessend daran eine weitere Stunde mit der Area Managerin und dem Menschen, der die Hubs umsetzt - ein Gesprách úber einen Job, den ich nicht will...aber die Kollegin hatte mich gebeten dass ich mich ebenfalls dafúr melde, dann bleibt die Entscheidung den Beiden úberlassen und mit etwas Glúck trifft es die Kollegin :D Wir sind beide ganz begeisert von der Aussicht diesen Job antreten zu sollen, aber wir waren uns einig dass eine von uns in den sauren Apfel beissen muss und so úberlassen wir das den head honchos. Wer will sich schon mit Mietrúckstánden und unsozialem Verhalten herumschlagen? Wobei es witzig ist wenn ich aus dem Náhkástchen plaudere - mehr als einmal schnappte sein Kopf úberrascht in meine Richtung weil er seinen Ohren nicht traute...ich kónnte ein Buch schreiben úber all das, was ich hier schon erlebt habe :D Und direkt danach stand Chinese New Year auf dem Speiseplan. Das lief easypeasy ab, sie futterten sich durch das Menú und sassen spáter zusammen. Ich ersparte ihnen Chinesische Oper als Soundtrack...Die ausstehenden Thermometer wurden geliefert, womit ich eine Rechnung zu bezahlen hatte. Ich las den Stromzáhler in der leeren Wohnung, die am Montag offenbar vermietet wird, und ergánzte die Daten online. Zwei Reparaturen wurden auch erledigt. Der Mann wollte nach Feierabend ins Cafe fúr einen Cheeseburger...er habe das Hotel gebucht fúr meine Urlaubswoche im Márz. Er will in ein Hotel dieses Mal, zur Abwechslung, weil die Ferienwohnungen an der Esplanade in Oban geschlossen sind.
Nach dem Kaffee warten wir - das Auto ist in der Werkstatt...


































