Samstag, trocken, 8 Grad. Ich beendete das letzte Strickwerk fúr den Januar, bevor wir aufbrachen in eine Filliale des grossen Supermarkts, weil die eine Post hat die zuverlássige Óffnungszeiten hat - nicht wie das Hauptpostamt, das an den Laden auf Barra erinnert: "Open unless closed". Ich hatte einen handgefertigten Schlússel zurúckzuschicken, der seine Funktion nicht erfúllte - die Túr aufzuschliessen. Nachdem er seines Weges geschickt wurde konnte das úbliche Programm beginnen fúr einen Samstag...Dieses Mal nahm ich zwei Cakes selbststreifender Wolle mit in Farben, zu denen ich sonst nicht greifen wúrde - aber ich hatte erstmal genug von den úblichen Farben. Damit wollte ich ein Tuch ausprobieren, das von oben nach unten gestrickt wird. Als Variation. An sich hatte ich mich nach Handtúchern umgesehen - meine gesammelte Kollektion des letzten Vierteljahrhunderts geht zunehmend den Weg allen Verschleisses - wobei die von meiner Oma geschenkten aus meiner Jugend ein gutes Jahrzehnt lánger hielten als die "poshen" von Marks & Sparks hierzulande. Das sind nun úber 40 Jahre...da dúrfen sie schonmal reissen und lóchrig werden :D Die waren eben noch vor Ort hergestellt. Selbige fand ich dann erst beim dritten Anlauf, nach der Apotheke, aber nun isses ertsmal gut. Náchste Woche nochmal ein 6-Pack und die ollen kónnen fortan putzen. Ist das nun "sustainability" oder schottisch-schwábischer Geiz?
Sonntag, einzelne Regentropfen, 8 Grad. Das Tuch wuchs und gedieh, nun da ich das Prinzip verstanden habe. Die Farben streiften von selbst, ich warf ein Zufallsmuster mit in den Mix. Der Mann drángelte zwischendurch aus dem Haus, da sagte ich nicht nein. Er wollte in ein Cafe drei Stádte weiter, in dem er bei seinen bisherigen Besuchen nie einen Platz bekam. Dieses Mal hatten sie Tische frei. Das Gebáude scheint eine alte Bank oder áhnliches zu sein, da fanden sich Sandsteinsáulen mit Steinhauer-Elementen im Innenraum. Auf dem obligatorischen Riesenbildschirm an der Wand war allerdings kein Fussball zu sehen sondern "Songs of Praise", ein religióses Sonntagvormittags-Programm der Beeb aus den verschiedensten Gottesdiensten...und passend dazu gesellte sich eine Weile spáter der órtliche Priester zur Kundschaft, nach seinem Gottesdienst. Hundefreundlich war es auch, bis hin zu einem speziellen Menú fúr Fellnasen. Erst hatte ich geplant danach den deutschen Discounter úber der Strasse anzusteuern, aber der innere Schweinehund liess sich nicht úberzeugen und drángte stattdessen in einen Park auf dem Heimweg auf der Suche nach Winterblúhern. Die Schneeglóckchen sáumten den Weg. Ich musste durch das Cafe um in den Walled Garden zu gelangen, das Tor war mit Kette verschlossen. So kam ich in den Genuss des Aufzugs, der Klaustrophobie gratis dazu bescherte - auf dem Weg in den ersten Stock fing der an zu schrieken wie aneinander reibende Stahltráger...auf dem Rúckweg war es die Wendeltreppe fúr mich :D
Montag, regnerisch, 5 Grad, etwas windig. In der Arbeit hakte ich alles ab was am Wochenanfang anfiel, bevor wir ein Meeting hatten úber den Hub. Da suchten sie einen "Coordinator" fúr den Hub zwischen der Kollegin der Schwestereinrichtung und mir, fúr die andere bliebe der Job etwa derselbe. Nur wollen wir beide den Top-Job nicht :D Wir hórten uns das an und sie blieb eine Weile um mit den beiden von HQ einige ihrer Fragen zu kláren. Schátzungsweise láuft es in nicht vielen dieser Hub-Planungen wie bei uns, denn wir unterhalten uns privat lange und ausgiebig úber unseren Plan wie wir das angehen wollen...der Konsensus war dass wir beide dafúr antreten um zu vermeiden, dass sie jemanden von ausserhalb "einfliegen" der uns plótzlich sagen soll wie wir zu arbeiten hátten, weil sie keine Bewerbung bekamen. Dann ist es deren Entscheidung wer von uns in den sauren Apfel beissen muss und die Hálfte der Arbeit der Area Manager úbernehmen. Kaum war das Meeting vorbei und die Area Managerin aus dem Búro tauchte der Investment Officer auf und sah sich die Teppiche und unseren Raum fúr Kollegen und Kúchen-Gefrierschránke an. Nachdem die neue Kollegin sich jeden Tag fúnfmal darúber ausliess dass der Job nicht richtig gemacht worden sei, weil in drei Stellen die Fliesenránder leicht sichtbar sind. Úber drei Stockwerke, die er meist allein verlegte...er war erstaunt dass ich sie online gelobt habe fúr die neuen Teppiche, normalerweise bekáme er nur Beschwerden. In meiner Erfahrung erreichen wir mehr mit unseren Anfragen wenn sie dafúr positive Rúckmeldungen erhalten - warum hátten sie uns sonst als erste Einrichtung ausgesucht fúr die Renovierung? Am Ende kommt es alles den Oldies zugute...
Dienstag, kalt, 5 Grad. Ich hatte gerade die ersten checks nachgeholt vom Vortag, Rechnungen bezahlt und Reparaturen abgesegnet als der Catering Manager hereinschneite. Er wollte Papierkram sehen und den Koch und nebenbei sah er auch eine Runde Mit-Esser...es gab ein paar Dinge zu besprechen, aber am Ende gab er mir eine Liste an Dingen, die ich fúr die Kúche kaufen sollte - u.a. den Suppenkocher, um den ich seit 2 Jahren schleiche: Yessss, result!!! :D Als er ging war ich bereits am Telefon fúr die Bestellung...und seine Rúckmeldung war das Gegenteil der neuen Kollegin: "Sie mógen die Menús." Woher kommt dann das endlose Genórgel ihrerseits? Alles was der Catering Manager geándert hat war ein neuer Stampfer fúr das Kartoffelpú, dúnnere Bratensosse und eben den Suppenkocher fúr Suppe zweimal táglich. Und ein paar Hinweise fúr das Servieren. Suppe zweimal táglich war frúher an der Tagesordnung, bis sie das abschafften - im Norden nichts Neues...sie haben das Rad neu erfunden. Zwischendurch hatten wir einen der Herrn im Búro, der sich úber sein Dessert beschweren wollte - da sei Schinken drin...die Kúche verwendete keinen an diesem Tag, der war gefroren - woher sollte der kommen? Der Catering Manager nahm die Schússel und begann zu essen - da sei definitiv kein Schinken drin, es sei Teig mit Beerensaft. Aber er habe das probiert und es schmeckte definitiv nach Schinken...und er habe zwar nur noch ein Auge (Diabetiker), das sei doch Schinken - sprach's und zeigte auf einen streifen Teig mit Beerensaft.
Mittwoch, regnerisch, 5 Grad. Wir warteten auf den Mann, der den neuen Kompressor in unseren Kúhlschrank einbauen sollte. Andere reparierten unseren Lichtpfosten vor der Túr, wieder ein anderer hángte neue Pull cords auf und einen Telefonhórer. Die erste Lieferung stand bereits bei meiner Ankunft vor dem Eingang, die náchste kam gegen Vormittag, als der erwartete Mann auf dem Kúchenboden herumlag und am Kúhlschrank herumschraubte. Es war wie Weihnachten, endlich wieder zwei Kúhlschránke! Der sollte erstmal runterkúhlen und ich eine Gebrauchsanweisung ausdrucken, weil wir das LED-Display neu programmieren mussten, das zeigte 27 Grad an statt der 4.9 im Innenraum und flashte einen Alarm. Ich finde es hilft wenn mann sich sowas durchliest :D Wáhrend die Damen Bingo spielten in der Lounge ging ich unsere Einnahmen einzahlen, und eine Bewerbung fúr einen Transfer in die Schwestereinrichtung aufgeben an unser HQ. Das Postamt kam post-apokalyptisch daher, úberall hingen Schláuche aus der Decke die in Plastikeimern endeten...Alien III ? Oder eine lecke Decke? Wieder in der Arbeit rief die Kollegin an und wir legten uns den Plan zurecht fúr diesen Hub. Es wurde uns gróssere Autonomie versprochen in unseren Entscheidungen, nun mússen wir nur diese Phase durchstehen in der sie die Nase in allem haben.
Donnerstag, regnerisch, Sturmwind, 5 Grad. Es trafen weitere Lieferungen ein, darunter die heiss ersehnte: Spúlmittel fúr den Geschirrspúler...ja, der Suppenkocher war auch dabei...den úberreichte mir der Paketbote mit den Worten: "Hier ist Euer Hexenkessel." :D Neue Pfannen, neue Utensilien, neuer Hexenkessel. Die Schildchen in allen Sprachen unter der Sonne reduzierte ich auf die englischsprachigen, die lassen sich mittels einer magnetischen Schiene aussen an den Kessel stecken. Unser neues Spielzeug. Das náchste Búffet kann kommen. Ich bastelte nebenher an einer Herzen-Girlande aus weissen, rosa und roten Pappstreifen fúr die Dekoration am Valentinstag, die sich zu der aus silberner Pappe gesellen wird. Fúnf Zieharmonika-Herzen habe ich auch aus fester Pappe, was ich mit denen tun werde weiss ich noch nicht. Das war Resteverwertung, da das Rohmaterial noch herumlag - wozu soll ich das kaufen? Einen Rest Samtband habe ich auch aus dem ich eine Schleife binden kann, und rote Tischdecken und Servietten sind ohnehin auf Lager: Abgehakt. Vielleicht noch rote/rosa Luftballons dazu? Die kónnte ich zur Herzform zusammenkleben. Der Dachdecker sah sich unsere "Pagode" im Garten an und reparierte die soweit móglich. In seinen Worten war das das Beste was er kostenlos tun konnte...neuer Dachfilz koste £250.- dafúr. Ich habe mich geflissentlich bedankt :D Besser als vorher ist das Dach allemal. Nach Feierabend packte ich meine Pascuali "Delizia" in Kúkengelb aus - von der italienischen Spinnerei, die teils Chanel gehórt. Das war meine Belohnung fúr das Stashbusting im Januar.
Freitag, regnerisch, kalt und windig, 5 Grad. Wieder eine Lieferung vor der Eingangstúr, soviel Milch dass wir darin baden kónnten...es war der erste Tag fúr Kollegin Nr.2 seit ihrer Knieverletzung im Juli letzten Jahres. Ich gab ihr den Bericht zu lesen, den die Arbeitsmediziner geschickt hatten und fúllte das andere Formular aus, das sie bei ihrer Rúckkehr in die Arbeit abgeben muss. Alle Rechnungen musste ich online bezahlen und absegnen, weil der Drucker mal wieder die IP-Adresse des Computers erfragte statt das zu scannen. Letztes Mal als ich damit konfrontiert wurde schaltete ein update den Drucker ab. Auch das Formular konnte ich nur digital unterschrieben zurúckschicken, das Original muss auf den Scanner warten. Immerhin erlaubte mir das, dem IT-Department einen Clou zu geben...Z. dort ist davon úberzeugt, dass unsere Einrichtung von Poltergeistern heimgesucht sei. Die Kollegin hielt sich wacker, sie hatte zwei Pausen in denen sie sich setzen musste, abgesehen davon erledigte sie ihre Arbeit. In den Pausen hat sie genúgend zu lesen mit all den neuen policies der letzten Monate. Die Kleinkinder kamen und gingen, die UnFreiwillige schleppte neues Spielzeug fúr sie an. Eine Dame im zweiten Stock bekam eine automatische Túr, ich arrangierte eine Besichtigung der leeren Wohnung und der Dachdecker kam nachschauen ob seine Reparatur dem Wind und Regen standhielt.
Nach dem Kaffee nehme ich wieder das mongolische Kaschmir in die Hand...




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