Samstag, trocken, 11 Grad. Ich machte mich am Morgen auf den Weg in die Arbeit, weil ich das untrúgliche Gefúhl hatte dass dort niemand auftauchen wúrde, kein Koch und keine Assistentin. Was sich als richtig erwies. Daher verschwand ich in die Kúche, mit geschlossenem shutter weil ich offiziell nicht in der Arbeit war. Als erstes portionierte ich beide Desserts, fúr das Mittagessen und das Abendessen, die standen im Kúhlschrank bereit. Der Agenturkoch hatte Suppe gepreppt, die war auch parat fúr die Mikrowelle - blieben nur die Hauptspeisen. Das Búro liess ich dunkel, obwohl ich die ein oder andere Arbeit erledigte die anfiel. Den Rest der Zeit strickte ich Pulswármer in Glitzerwolle. Wenn ich schon auf Zubereitungszeiten warten musste. Ich fand es interessant wie manche Menschen darauf reagierten dass das Búro dunkel war - die UnFreiwillige erklárte einem Herrn im Brustton der Úberzeugung dass "niemand da" sei, es sei Licht an in der Kúche aber keine Menschenseele anwesend. Die Dachexpertin war da anders, sie kam einfach ins Búro und fragte nach ihrem Essen etwas frúher als sonst. Das Abendessen lieferte ich ihnen an die Wohnungstúr, hauptsáchlich damit ich nicht den ganzen Samstag in der Arbeit sass. Die Pulswármer wurden beide fertig, aber ich hatte keine Lust diesen Wollknáuel zu beenden, stattdessen nahm ich mir "White-" und "Grey Sparkle" als Dreieckstuch vor...galt nicht mehr fúr den Februar, da ich erst den Anfang auf den Nadeln vorweisen konnte...
Sonntag, leichter Niesel, 10 Grad. Morgens strickte ich weiter bis der Mann fragte, ob wir seine Mutter mitnáhmen in den Greasy spoon. Sie kann dort nur einen Kaffee trinken, die haben nichts fúr jemanden mit Glutenallergie, solange sie sich daran nicht stórte...gánzlich unerwartet kam der Junge mit. Wir holten seine Gran ab und machten uns auf den Weg zum Einkauf/Cafe der sonstigen Samstagsroutine. Das wurde diese Woche alles in einen Tag gequetscht. Sie genoss ihre Latte, der Sohn war nicht so begeistert von seinem Iced Caramel Latte aber er war noch nicht kaffeiniert fúr den Tag mangels bevorzugter Kaffeesorte, die ihm ausging. Weil ich einen der 800g Knáuel variegierter Wolle in rosa/lila mitnahm bot die Schwiegermutter mir an, dass ich bei ihr vorbeikommen und Wolle aussuchen kónne, sie habe genug fúr die náchsten zwei Jahre - aber das war nicht der Sinn des Jahresprojekts :D Dieser "Zuwachs" diente der leichteren Verarbeitung eines 1000g Knáuels in rosa, das noch in meiner Schublade lauert...und das ich mit 3mm Nadeln verstricken soll - endlos...sie ging wieder heim, wir setzten unsere Rundreise fort. Vor dem Supermarkt traf ich Kollegin Nr.2, sie traf den Jungen erstmals in langer Zeit und als sie ihn ansah sagte sie: "You look like your Dad, you poor bugger!" Zurúckhaltend wie immer...:D Der Junge lachte jedenfalls herzhaft, damit hatte er nicht gerechnet.
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| Das war...eigenartig :D |
Montag, trocken, sonnig, 10 Grad. Ich fand einen Zettel auf dem Schreibtisch von der neuen Kollegin, die am Vortag nach etwas úber einer Stunde bereits wieder heimging. Allerdings schaffte sie es in dieser kurzen Zeit, die Tochter der Kollegin wieder in Zugzwang zu bringen weil sie sie ausfragen wollte...quasi sobald sie zur Túr hereinkam? Zum zweiten Mal? Úber etwas das ich ihr als vertraulich gekennzeichnet hatte? Wohlwissend dass sie HR gemeldet wurde weil sie den Mund nicht halten kann vor den Bewohnern? Hmmm...die Mutter der Tochter, die von náchster Woche an diesen Hub leiten wird, hat sie auf dem Radar dafúr und sagte bereits zur Area Managerin, dass sie das unterbinden músse. Wir werden unsere eigenen Pláne in die Wege leiten. Sie will partout nicht in die Kúche, das wird Voraussetzung werden fúr die neuen Vertráge...und jede/r muss ran wenn wir unterbesetzt sind. Die Kollegin hatte ihr Meeting mit der Area Managerin, die ihr mitteilte dass sie sich nicht in ihrem Ráumchen im zweiten Stock verstecken kónne, sie werde am Anfang nach wie vor in ihrem Búro arbeiten und lediglich "Aufgaben" bekommen...sie war so enttáuscht :D War mir schon klar dass das so laufen wúrde, ich war lange Zeit Empfángerin solcher "Aufgaben", die die Area Managerin nicht selbst erledigen wollte. Die kamen immer als unwillkommene Querschláger, weil sie die auch am liebsten auf der Stelle beantwortet haben wollte. Als ob wir Zeit hátten, allerlei Zeug herauszufinden fúr sie.
Dienstag, trocken, sonnig, 10 Grad. Wir sollten Briefe durch die Briefschlitze schieben, gleichzeitig in beiden Einrichtungen - demnach koordinierten die Kollegin und ich und lieferten die am Nachmittag aus. Auf dass die ersten Fragen eintráfen...an diesem Tag wurde ich lediglich gefragt ob Kollegin Nr.2 meinen Job wolle - nein, den wollte sie schon vor meiner Zeit nicht: "Good, you're the boss." Ah, okay. Fúr sie ist die Welt einfach...solange sie bleiben kann ist sie zufrieden. Der Koch und ich waren wieder allein, wir kúmmerten uns um die Essen und das Allernotwendigste und ansonsten wurde ich mit Papierkram eingedeckt. Dazu die Familie der neuen Dame mit all ihren Fragen und Anliegen, die Tochter der verstorbenen Dame mit Redebedarf ausserhalb aller Formalitáten und die DachExpertin mit dem neuen Urenkel, den sie letzte Woche sah und dessen Fortschritte sie táglich berichtet. Eine Dame kam aus dem Krankenhaus, sie hat nun Pfleger von denen sie nicht begeistert war, eine andere Dame war noch dort nachdem sie mit einem tauben Arm aufgewacht war eines Morgens. Ein Herr sagte er warte auf seinen Arzt um zu sehen, ob er nach Irland fahren kónne Ende der Woche. Obwohl er nichts trinken kónne mit Antibiotika im System. Such a shame. Dort fiele mir etwas anderes ein als zu bechern...jedem das Seine. Ich buhcte die restlichen Kollegen fúr die "True Compliance"-Fortbildung, die laut Area Managerin jede/r machen solle, obwohl drúbersteht dass sie fúr Manager und Housing Officers sei. Mal wieder klar wie Klossbrúhe.
Mittwoch, trocken, sonnig, 11 Grad. Das Auto kam zum dritten Mal in die Werkstatt. Der Mechaniker sagte am Telefon dass er versuchen werde, dieses Mal etwas zu finden...ich bin mir nicht sicher dass das soherum ablaufen sollte 😐 Die Springerkraft vom Wochenende war in der Arbeit als Assistentin, das traf sich hervorraged, da sie nun live und in Farbe miterleben konnte was uns von einer der Firmen geliefert wurde - die doppelte Menge an Gemúse die bestellt wurde, braunes Brot statt weisses und es fehlten Dinge vóllig...nein, es liegt nicht an mir! :D Ich bekam drei Rechnungen von ihnen fúr denselben Tag. Kollegin Nr2 war in der Arbeit fúr eine Fortbildung und las sich davor und danach gleich den Berg neuer policies durch, die den zweiten Schreibtisch belagern. Da sie einen Tag zuwenig Urlaubsanspruch úbrig hatte fúr den gestaffelten Wiedereinstieg in die Arbeit ging sich das gut aus, ich musste nur drei Stunden Gehalt "abziehen" diesen Monat. Und sie bekam die drei Tage fúr die Hochzeit ihrer júngsten Tochter frei Ende des Monats. Ab 1. April hat sie dann den neuen Urlaubsanspruch fúr 2026/2027. Die Springerkraft fragte nach einigen Dingen úber den Hub, fúr andere Kolleginnen in zwei Stádten die temporáre Vertráge haben bis Ende Márz. Wie meine Kollegin mir verriet wáren unsere Stellen in Gefahr gewesen, hátten wir uns nicht fúr den Topjob beworben. Dachte ich mir schon, deshalb hatten wir einen game plan...
Donnerstag, leichter Niesel, 13 Grad. Ich arbeitete mich durch meine Checks und andere Listen durch, die Kollegin Nr.2 nahm derweil den industriellen Sauger auseinander, weil er immer noch Warnlichter zeigte. Dazu googelte sie erst die Gebrauchsanweisung - wie gut dass sie mich hat, der ist námlich "Made in Germany" :D Sie suchte erst nach Norfisk Ersatzteilen, bis ich sie daran erinnerte dass das ein SEBO ist. Sie setzte ihn wieder zusammen und stellte ihn beiseite, weil sie als náchstes den Filter der Elektrolux auf der Liste hatte, den sie ebenfalls auseinandernahm. Das sei das Einzige wofúr sie ihrem Vater dankbar sei, dass er sie mit Werkzeug grossgezogen habe. Sie hat ihre Grúnde fúr diese Aussage, das will ich nicht náher erláutern...Sie las nebenbei auch die letzten policies, damit wir das ausgefúllte Formular bald scannen konnten - fehlt nur noch der Koch. Am Nachmittag versammelten sich die Damen in der Lounge, denn unsere zwei Einsatzwágen der Feuerwehr trafen ein und zig schwarzbekleidete grossgewachsene Herren aller Altersgruppen kletterten heraus...Mensch, waren die alle gross! Wir kamen uns vor wie Zwerge...der neue Commander sah sich dann auch mit den Meisten das ganze Gebáude an weil er es noch nicht kannte, und stellte Fragen fúr den Ernstfall wáhrend zwei von ihnen die Damen unterhielten. So traf sich das doch gut, denn er hatte uns bis dahin nicht auf dem Schirm - wie die meisten Einwohner hier wissen nur die Wenigsten, dass es uns gibt...Daheim beendete ich den langen Schal aus Shetland Chunky, von der ich nur zwei rosa Knáuel hatte.
Freitag, erst neblig dann Sonne, 9 Grad. Ich hatte Vieles vorzubereiten fúr die Kollegin in der kommenden Woche, doch zuerst wartete Milch vor der Túr und mein Laser-Thermometer in der Schreibtischschublade. Die Springerkraft am Wochenende hatte das verráumt weil es ihr drittes Auge blockiere...das sollte nicht in die Náhe ihres dritten Auges kommen wenn es dazu verwendet wird wofúr es gedacht war...nun horde ich es im Búro. Ich schrieb auf, was alles zu einer Aufgabe dazugehórt in unserem Service - darúber denke ich normalerweise gar nicht nach weil ich es gewóhnt bin, aber wo sie mir einen handover mit drei Punkten gab schrieb ich eine email so lang wie mein Unterarm mit allem, was sie in diesen drei Tagen zu tun haben wird. Und druckte Beispielsexemplare aus fúr unsere spreadsheets fúr Finance mit Erláuterungen wie die auszufúllen sind und was alles sie dann sonst noch tun muss. 5 Seiten allein dafúr, eine Liste mit Fragen, die wir kláren mússen und dann noch alles andere nebenbei. Das ist der Unterschied zwischen unseren Einrichtungen - ihre Lernkurve ist definitiv steiler als ihr vorher klar war :D Zumal sie sie direkt in die Zeit werfen in der unsere Bestellungen erledigt werden mússen. Was ein ganz eigenes Problem ist. Die Hauptbestellung schickte ich durch, alles andere kann zusátzlich telefonisch dazubestellt werden in der kommenden Woche. Ich werde im Gegensatz dazu eine ruhige Kugel schieben in der anderen Einrichtung...abgesehen davon dass sie mich bat, die nun ebenfalls zu organisieren.
Nach dem Kaffee sehe ich mir an, was ich mit der feinen Malabrigo Silkpaka anfangen werde - vielleicht packe ich erstmals meinen Yarnwinder aus dafúr.




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