Saturday, 28 March 2026

The week that was

 


Samstag, sonnig, 13 Grad. Das Wetter widersprach dem Wetterbericht, aber wir beklagten uns nicht. Das machte diie Fahrt durch die Trossachs und Highlands besser. Nicht dass der Mann in Eile war, da wir erst am Nachmittag im Hotel sein mussten. Ich hatte demnach genug Zeit, das weiss-blaue Teil bis auf die Aermel zu beenden und bis nach der Heimkehr beiseite zu legen. Die wollte ich nicht mitschleppen. Stattdessen zog ich blaue Wolle  aus dem Stash und zweieinhalb  balls in Pastellfarben. Yep, wieder ein Tuch...dazu zweieinhalb der gerade benutzten hellblauen Wolle abgezweigt die fast denselben Farbton hat wie die volle Packung - Rippen in Kontrastfarbe...Ich packte meine Siebensachen, nebst Lumbar pillow. Ein Knuddel mit der Katze und es konnte losgehen. Erst Richtung Stirling und Callander. Auf Ben Ledi am Horizont lagen noch Schneereste, Ben Lawers und Ben More in Breadalbane batten noch mehr Schnee. Wir hielten kurz in Killin, an den Falls of Dochart, weil der Mann im Capercaillie mittagessen wollte. Nur heisst das nun "River Inn" und ist ein griechisches Restaurant, und von all den Kuechen Europas mag Ich die griechische am Wenigsten..aber dann kann Ich Oliven ja auch buchstaeblich nicht riechen, die drehen mir den Magen um, ganz ohne mein Zutun. Das erste Mal in Tanger schlug der einen Salto bevor mein Hirn ueberhaupt damit nachkam zu registrieren was Ich da roch :D. Halloumi ging noch...und von Killin aus ist es nicht mehr so weit bis nach Oban. Der Mann hatte das Muthu Alexandra gebucht. Viele der Hotels in Scotland gehoeren nun der Muthu-Gruppe, benannt nach ihrem Besitzer, Chevalier Muthuaus Indian. Daher ist das Dekor "orientalisch angehaucht", was mir gefaellt. Tuerkis und Gold sind die Farben ihrer Wahl. Wir gingen erstmal Proviant einkaufen, er brauche Snacks. Ich schlug derweil das Tuch in Pastellfarben an, das flott von der Hand ging.

Sonntag, sonnig, 11 Grad. Eine der langen Fahrten stand an, nach Kilmartin. Das ist so halbwegs in Richtung Campbelltown in Kintyre. Die Kintyre Peninsula ist recht abgelegen fuer schottische Verhaeltnisse, weil man so lange Strecken fahren muss. Nur an einigen Knotenpunkten gibt es Faehrverbindungen. Demnach verbrachten wir auch mehr Zeit im Auto als am Zielort...aber wenn frau das sehen will geht es nicht anders. Das Meer zeigte sich in schoenstem Blau in der Sonne, entlang der Kueste liegen einige .der kleinen Inseln wie Seil und Luing. Unser Ziel war Kilmartin Glen mit all seinen historischen Monumenten. Vom Wintergarten des Museumsbistros aus hat man einen wunderbaren Blick auf Glebe Cairn, eine der groessten im Tal. Weiter den Weg entlang liegt eine zweite Cairn, die Nether Largie und Temple Woods Steinkreise, Felsgravuren und eine dritte Cairn in einem kleinen eingezaeunten Copse - die hat es in sich... buchstaeblich :D Nach vielen Jahren der Vertrautheit kam ein Archaeologe eines Abends daran vorbei und machte wie immer den Abstecher um nach dem Rechten zu sehen, als es zu schuetten anfing. Also rollte er sich in den Eingang der Cairn um trocken zu bleiben. Der ist sehr niedrig, nicht viel Platz um sich richtig umzusehen - erst als er auf dem Ruecken drinlag sah er, was die ganze vorherige Zeit nicht bemerkt worden war: Felsmalereien. Vom denen bis dahin angenommen wurde, dass die in diesem Teil der Welt nicht existierten. Davor stehend ueberraschte mich das nicht im Geringsten, der Fokus waere selbstverstaendlich auf das Innere gerichtet, nicht auf den Stein der Decke. Ich bin dann auch nicht mehr so beweglich, dass Ich da drin auf dem Ruecken liegen koennte ohne medizinische Hilfe beim Aufstehen zu brauchen :D Mir reichte zu wissen was da drinnen zu sehen war. Ein Hirsch, ein Koenigreich fuer einen Hirsch...Die Weiterfahrt nach Lochgilphead fuehrt an weiteren Steinkreisen und an Dunadd Fort vorbei. Dort wurden die ersten schottischen Koenige von Dalriada gekroent, das Koenigreich ist also nicht ganz an den Haaren herbeigezogen. Lochgilphead hielt entweder Sonntagsruhe oder ging den Bach runter in den letzten Jahren, bis auf Menschen die den Glasgowbus bestiegen war es wie ausgestorben. Am Abend wollte der Mann Pizza essentials, wir gingen die abholen und sahen zu wie der Manager einen meltdown hatte weil sich jemand beschwerte. Oh well...




Montag, bedeckt, 9 Grad. Wir hatten einen Pausentag eingeplant, den wir in Oban verbrachten. Zu Fuss, mein Stresstest fuer das Knie. Nach einer heissen Schokolade im Hotel (Fairtrade, vielleicht hat der Chevalier Sympathies fuer die Arbeiter? Oder es macht sich besser mit der Kundschaft, denn der Kaffee ist von N*****, weshalb ich ihn nicht anruehre, Wasserdiebe die sie sind) wanderten wir durch die Strassen von Oban. Sie haben einen Ringverkehr, eine Strassen rein, die anders raus, was die Hauptverkehrsader weniger hektisch macht mit all den Touristen. Wir sahen bereits zwei Busladungen Amerikaner ein- und wieder auschecken in zwei Tagen. Mich interessierte der Re Store, ein second hand Laden mit einer Naehmaschine im Hinterraum und jeder Menge Bastelmaterial, kleinen elektronischen Geraeten, Geschirr usw. Die Kasse ist ein alter Fluegel, als in Piano. Da wird nicht nur gesammelt und verkauft, da wird auch repariert (restored) und upcycelt/customized. Direkt nebenan ist Oxfam mit all den Fairtrade Goodies und Handarbeiten. Weiter die Esplanade entlang setzten wir uns in eins der Cafes zum Aufwaermen, bevor der Mann in der Buszentrale und bei CalMac nach Verbindungen fragen ging. Auf dem Weg erspaehte ich das beste Geschaeft in town: Arts and Crafts aus Argyll. Kunsthandwerk und Handwerk aus ganz Argyll verkauften sie, nebst Wollresten ihrer Projekte (Schals, Regenbogensocken, Drachenschuppen-Pulswaermer,...). Ich nahm vier Knaeuel Cascade in Schokoladenbraun mit, da das Pastelltuch fast fertig war. A mag lieber Erdfarben...noch dazu waren das nur £20.- fuer 400g/800m. Ein erfolgreicher Tag meinerseits 😁 Den Rest des Tages verbrachte ich mit meiner Wolle...

Dienstag, Regen und Wind, weisse Hauben auf dem Wasser (40 Knoten Windgeschwindigkeit), 10 Grad. Der Mann draengelte zur Faehre nach Mull. Auf halbem Weg durch die Stadt fragte ich ihn, was er bei solchem Wetter auf Iona tun wolle...im Cafe sitzen fuer zwei Stunden zwischen Faehren und Bussen, scheinbar. Wir sahen den "Lord of the Isles" gedockt, der an diesem Tag nicht ablegte - kein gutes Zeichen, da er den Minch zu den aeusseren Hebriden durchquert. Der einzige Grund ihn hier zu behalten ist wenn er wegen hoher See auf den Uists nicht anlegen kann) An der CalMac Kasse riet die Dame dann auch davon ab an diesem Tag zu reisen - sie haetten eine gelbe Wetterwarnung fuer starken Wind und wir koennten auf Mull festsitzen aufgrund gecancellter Faehrverbindungen. Wir mussten umdisponieren. Nach einem Moccha im Cafe nebenan gingen wir zurueck zum Hotel, sassen eine Weile in deren Bar uns schauten dem Regen zu, bevor wir das Auto holten und uns auf den Weg nach Seil machten. Das ist eine der kleineren vorgelagerten Inseln, die mit der "Bruecke ueber den Atlantik" mit dem Festland verbunden ist. Der Arm des Atlantiks ist dort so schmal, dass frueher das Vieh schwimmend zum Festland getrieben wurde. Seit 1750 spannt sich eine steile Bruecke darueber. Wir hielten am Ende der Insel in einem ehemaligen Fischerdorf, dort legt das Boot nach Easdale ab, der naechsten Insel, auf der frueher Schiefer produziert wurde - bis eine hohe Sturmflut die Steinbrueche ueberschwemmte und all die Maschinerie unter Wasser war. Easdale war frueher die "Isle that roofed the World", danach  ging das Gewerbe komplett unter - pun intended. Auf dem Rueckweg machten wir auch den Abstecher nach Cuan Ferry, wo eine kleine Autofaehre nach Luing uebersetzt. Die Inseln sind alle nahe genug beieinander. Deshalb nannten sie das alles frueher den "Highway of the Seas", es war viel schneller mit Booten als ueber Land und die Wikinger (die "Lords of the Isles") hatten sehr gute Boote...




Mittwoch, 4 Grad, gelbe Wetterwarnung fuer Wind und Schnee. Ueber Nacht lag Schnee auf den Bergen von Mull am Horizont. Der Mann dachte wieder daran eine Faehre zu nehmen, aber der "Lord of the Isles" lag nach wie vor im Hafen und der Mann im Dorfladen auf Seil sagte am Vortag dass die Bedingungen an diesem Tag noch schlechter wuerden. Er nimmt die Buchungen fuer die Whirlpool-Touren an, daher hatte ich mehr Vertrauen in seine Erfahrung...das Team faehrt in den Minch zu Corryvreckan. Wir steuerten stattdessen die Fahrt an der Kueste entlang an in Richtung Ballachulish. Sonnige Abschnitte lieferten Postkartenansichten der Berge Mulls ueber Loch Linnhe. Das Ziel war das Visitor Centre des National Trust for Scotland in Glencoe. Sehr informativ. Der Mann hatte eine Bemerkung darueber gemacht dass wir von Bergen umrundet seien - nach dem Dokumentarfilm dort war mir auch klar warum: Wir standen mitten in der Caldera eines erloschenen Vulkans. Auch hervorragend zu sehen ist das Tal, das ein Eiszeitgletscher in Glencoe ausgeschuerft hat. Was mich auch ansprach war ein weiterer Film, den sie den Besuchern aufs Auge drueckten: Die Flucht zweier weiblicher Sklaven, die ein schottischer Plantagenbesitzer aus Virginia heimgebracht hatte. Sie scheuen offensichtlich nicht davor zurueck, manchen Touristen/Besuchern etwas schwerer verdauliche Kost zu bieten. Ebenfalls thematisiert wurde das Massaker von Glencoe, in dem Clan Macdonald bei Nacht und Nebel ausgeloescht wurde von Soldaten, die sie 12 Tage lang beherbergt und verkoestigt hatten - ein Sakrileg gaelischer Gastfreundschaft und nach 300 Jahren unvergessen in seiner Brutalitaet, gefolgt von den Highland Clearances. Ausgrabungen in der Naehe brachten Reste der Siedlungen der MacDonald of Glencoe zutage und eins der Haeuser haben sie 2021 nachgebaut. Das sah ich mir von innen an. Leimwaende innen, Torfwaende aussen, zusammengehalten von geflochtenen Weidenpanelen, festgetretener Lehm mit Steinen als Fussboden, Torf und Heidekraut als Dach - kein Wunder dass das Vieh mit im Haus lebte, fuer Waerme (spellcheck aenderte das uebrigens gerade in Wassermelone 😁). Als gerade Mal die Sonne schien fuhren wir den Glen hinauf zu den Three Sisters of Glencoe. Dort begann es zu schneien. Wir sahen Touristen zu aus jeder Ecke der Welt, wie sie vor der Kulisse posierten fuer Fotos - verstehe ich nicht, das Motiv liegt ganz klar hinter ihnen...vielleicht vergessen sie sonst, wie sie aussehen?

Donnerstag, regnerisch, 7 Grad. Die Faehre war gebucht, wir brachen um 9 Uhr auf nur um am Hafen gesagt zu bekommen dass die Ueberfahrt gecancelled sei. Kein Glueck dieser Tage...das ist die Chance, die man zu dieser Jahreszeit eingeht. Das Wetter schert sich nicht um unsere Plaene, und fuer den Freitag hatten sie keinen Platz mehr auf dem Rueckweg: Iona muss warten. Stattdessen fruehstueckten wir in einem Cafe und fuhren zu McCaigs Tower hinauf fuer den Panoramablick. Den Tag verbummelten wir in Oban und besuchten die Buchhandlung. Ich sah mir infants Fair Isle Muster an, aber dann sah ich zweieinhalb andere Buecher im Regal - "52 Weeks of Socks" und die Japanische Strickmuster-Bibel...meine Guete, sind da Muster drin! Wenn Ich denn Mal deren Zeichen fuer verschiedene Maschen gelernt habe haelt mich nichts mehr 😁 Den Schal mit beidseitigem Zopfmuster in Cascade hatte Ich fast fertig, einmal kapiert ging das flott von der Hand. Bei dem ist es egal welche Seite man nimmt. Nach dem der Mann sich mit den Oeffnungszeiten der Cafes verkalkuliert hatte - hier sind die um 17 Uhr zu - suchten wir ein Fischrestaurant aus fuer das Abendessen. Die Portion war riesig, soviel kann ich nicht mehr essen...




Freitag, wechselhaft mit Schneeregen, 8 Grad. Das Ziel war Fort William. Wir fuhren nach 10 Uhr los, wieder am Loch Linnhe entlang, nur dieses Mal weiter. Die Berge von Mull zeigten die letzten Schneereste, das Wasser war gewohnt unruhig und grau. Ich textete die Kollegin um herauszufinden, in welcher Einrichtung ich am Montag antreten soll - sie antwortete dass sie mich vermisse und brauche...okaaay...? Wir sind gespannt.  In Fort William besuchten wir ein Cafe, bevor wir die Strasse entlang wanderten bis zum Museum. Das war ein buntes Sammelsurium mit allen nur denkbaren Artifakten, von Taxidermie bis zu Bonnie Prince Charlie. Ich durfte einen Treppenlift probefahren mangels Aufzug, und die zwei Freiwilligen lernten auch gleich mit wie der funktioniert. Nach dem Besuch stiess ich weiter die Strasse entlang auf ein Wollgeschaeft. In der Tuer hing ein Schild, dass sie in 30 Minuten wieder da seien, deshalb sassen wir in einem anderen Cafe mit Tomatensuppe zum Fruehstueck. Im Wollgeschaeft herrschte das Chaos, eine der Damen kroch im Schaufenster herum waehrend die andere beim Staubwischen alles von den Regalen fegte. Ihr Pudel schnueffelte derweil an meine Hosenbeinen herum. Ich nahm West Yorkshire Spinners mit. Auf dem Rueckweg legten wir einen Stop in Appin ein, dort steht Castle Stalker im Loch. Der Zopfmusterschal wurde beenden, mit dem Rest will ich passende Mittens anschlagen, aber das Nadelspiel ist daheim.

Nach dem Kaffee checken wir aus und treten die Heimfahrt an.

No comments:

Post a Comment