Saturday, 11 April 2026

The week that was

 



Samstag, regnerisch, 10 Grad. Ich ging arbeiten...ich hatte mir vorgenommen, die Bestellungen an diesem Tag zu erledigen, aber davor hatte ich erst andere Aufgaben: Den Kúchenboden und die Speisekammer musste ich heimsuchen mit Wasser und Putzmitteln. So wie es aussah war dem Agenturkoch eine der Gewúrzdosen runtergefallen. Vom Boden hatte er das entfernt, aber nicht aus dem Regal oder von anderen Schachteln und Dosen. Und die Springerkraft hat OCD, sie kann dann nicht kochen weil sie erst putzen muss. Demnach muss ich erst putzen. War allerdings beinahe zwecklos, weil sie eine Ameise gesehen hatte und vóllig úbertourig daherkam...So verbrachte sie die ersten 1 1/2 Stunden fluchend und schrubbend. Ich half ihr mit der Friteuse, das Ól brauchte dringend einen Wechsel und sie hat damit keine Erfahrung. Dabei stellte ich fest wie hinderlich es sein kann dass die Area Managerin mich tagelang aus der Einrichtung zieht dieser Tage, denn die Óltonne hinter dem Gebáude (die fúr Biodiesel abgeholt wird) lief úber - da hátte mal jemand sagen mússen dass die geleert werden sollte, denn wir rufen die an wenn sie voll ist. Was die Kollegin alles nicht weiss, weil es sich eben nicht úber Nacht lernen lásst. Ich sollte mich daran erinnern was wir alles tun, bevor ich es weitervermitteln kann. Das geht fúr mich automatisch, bis ich es jemandem erkláren soll...Ich war gar noch lánger dort als sonst, weil das Abendessen auch noch serviert werden musste. Und ich Schokokugeln an jeder Wohnungstúr verstecken...

Sonntag, Sturm "Dave", Regen, Sonne, Sturmbóen, Hagel, Schnee, 4 Grad. Frohe Ostern :D Der Osterhase brauchte einen Anker am Gúrtel. Ich suchte mir die náchsten Wollreste aus, zwei Knáuel in Hellgrau, die ich doppelt verstrickte mit dem Zopfmuster des braunen Schals. Das wird recht plúsch und dick, weil das Zopfmuster auf beiden Seiten "funktioniert". Es ist quasi ein "Wendeschal". Dauert einerseits, geht andererseits flott weil ich das Muster im Schlaf kann. Den Mann zog es in den greasy spoon, er rief an und fragte ob sie offen seien. Neuerdings haben einige Supermárkte/Gescháfte mehr Erbarmen mit ihren Angestellten und schliessen zwei Tage im Jahr (Ostern und Weihnachten), da fragt mann besser vorher ob sie dazugehórten - nein. So kam er zu seinem Kánnchen Decaf Tee fúr £1.- als Osterfrúhstúck. Ich hatte Tags zuvor eine Lesebrille weggeworfen weil der Búgel abbrach (nichtmal Sekundenkleber half), ich suchte nach Ersatz fúr die Arbeit. Mir stand nach dieser Sechs-Tage-Woche eine weitere bevor, das war der einzige Tag an dem ich die Gelegenheit hatte. Allerdings fiel mir das erst ein als der Mann bereits an die Kasse wollte, und dann ist er nicht mehr willig :D Demnach sah ich mich im Einkaufszentrum danach um, wo sie mehr dafúr verlangen. Drei Knáuel blendend weiss kamen mit, als Nothilfe falls ich keine passende finde online fúr die Mocktail "Virgin Margarita". Im Schlussverkauf sah ich mich auch kurz um, da ist die Auswahl bereits begrenzt und es ist billiger...diese Tage waren etwas unberechenbar wettermássig, wer weiss was ich da anziehen soll. Ein Pulli wird auch postwendend wieder zurúckgegeben.



 

Ostermontag, wechselhaft, 10 Grad. Ich ging morgens gleich die Hintertúr óffnen, den Schinken aus der Gefriertruhe holen und die Tische decken fúr das Osteressen. Ich warf die Ófen an fúr den Koch. Die weissen Jacquard-Tischdecken, gelbe Servietten und Osterei und Schokokugeln auf dem Tisch und sie konnten kommen. Ich erledigte meine andere Arbeit bis es an der Zeit war. Das Essen schmeckte, ich hatte Motown auf dem Monkey (eigentlich heisst die Karaokemaschine "Moukey", aber wir nennen sie Monkey) und das úbliche Dutzend traf sich hinterher in der Lounge...Ich versuche mindestens einmal im Monat ein Essen fúr alle unterzubringen, weil sie das gerne wollen. Es stárkt den Zusammenhalt unter ihnen nach den vergangenen Jahren. Ausserdem hilft es dem Budget. Am Nachmittag dachten einige Damen dass sie halluzinieren als unerwartet ein Osterhase zur Túr hereinkam...sie besuchte eine der Bewohnerinnen im zweiten Stock mit einem Schoko-Osterei. Das war doch die Krónung an diesem Tag :D Ich habe den Verdacht dass ich nun weiss woher die Santamútze am zweiten Weihnachtsfeiertag kam, die auf dem Lichtpfosten hing. Dem Koch úbergab ich die Diátrezepte fúr Diabetiker, er erspáhte gleich eins das er ausprobieren wollte - und das schmeckte nicht weniger gut als die anderen voller Zucker.

Dienstag, sonnig, angeblich 19 Grad - bei uns eher 15 oder so. Arbeit, wie immer. Die neue Kollegin hatte den Ostermontag mit den neuesten Nachrichten begonnen, sie wartete bis sie vor dem Essen das maximale Publikum dafúr hatte um zu verkúnden, dass der órtlich vermisste 48jáhrige Einwohner nach Monaten in den Búschen gefunden worden war, da sei "úberall Polizei" gewesen als sie daran vorbeifuhr. Genau da liegt der Hase im Pfeffer mit ihr, sie lebt fúr Tratsch/Klatsch/Geláster. Das sei "sooo, sooo saaaad for the family!", wiederholte sie mit jedem Schwung neuer "Opfer" ihrer "bubbly personality" (ich neige immer mehr zu der Ansicht dass sie hier mit der Beschreibung eine Nervenságe schónreden). Ich sollte ihr den Artikel úber unsere Werte ausdrucken, in dem so schón dargelegt wird dass eine Klatschtante recht bald den Ruf gewinnt, dass ihr nicht zu trauen sei. Ich bekam Anfragen von zwei Familien fúr die 90sten Geburtstage ihrer Lieben, die sie feiern wollen in unserer Einrichtung - kein Problem, sind nicht die ersten. Sie buchten die Lounge und die Quiet Lounge im zweiten Stock, respektive. Ich hatte eine Videokonsultation mit der Krankenschwester fúr mein Medikament, kurz und knackig. Auf beiden Seiten hatten wir erst technische Schwierigkeiten, mein Tablet wollte ausgerechnet dann ein Google-Update installieren. Ist doch immer so...




Mittwoch, sonnig, 16 Grad. An diesem Morgen ging ich frúher arbeiten in der anderen Einrichtung. Dort bekam ich einen Anruf, der mich auf die Suche nach einem Metalldeckel auf dem Gehweg schickte, wer fúr den zustándig sei. Ich fand ihn und er sah nicht kosher aus, wackelt beim Draufstehen, der Betonrand krúmelte vor sich hin und darunter ging's einen halben Meter runter in einen Abflusskanal fúr Regenwasser...nicht ideal mit alten Menschen und Einkáufern zu Fuss auf dem Weg zur Bushaltestelle. Ich versuchte es mit Scottish Water, die das entgegenahmen und mir eine Inspektion innerhalb von 1 bis 2 Tagen versprachen. Kollegin Nr.2 rief an, wie sie die Rechnungen einscannen solle - der Drucker funktioniere nicht. Ich erklárte ihr Schritt fúr Schritt am Telefon wie sie eine Notfall-Reparatur ins System eingibt, da sie derer zwei hatte, beide mit Wasser. Die Rechnung stresste sie, die liess sie bis zum Folgetag liegen. Wie immer organisierte ich die eigene Einrichtung gleichzeitig von der anderen aus. Nichts Neues...In der Mittagspause gab ich einen der Pullover zurúck, der mir zu kurz war (also fúr meine Vorlieben, gecroppt soll ja "in" sein wenn ich mir die Gescháfte so ansehe - mag ich aber nicht), und ging im Supermarkt vorbei fúr ein Sandwich. So direkt an der Quelle zu arbeiten (der Supermarkt ist úber der Strasse) ist neu, aber auf Dauer nicht ratsam :D

Donnerstag, regnerisch, Hagel und Sonne, 6 Grad. Scottish Water teilte mir mit dass sie nicht zustándig seien fúr das Loch im Gehweg, daher versuchte ich das Council als Náchstes. Deren Inspektion dauere bis zu 14 Tagen. Ich testete einige pull cords und war staubsaugen aus Langeweile - verglichen mit meiner Einrichtung tut sich dort nicht viel...Das Council sah sich die Fotos an und entschied, dass das momentan nicht die Kriterien fúr eine Intervention erfúlle...da muss sich erst wer im Dunkeln das Bein brechen. Das letzte Resort war die email an den Property Officer deswegen. Kollegin Nr.2 versuchte es nochmal mit dem Drucker, wieder ohne Erfolg. Dieses Mal bat ich sie um einen Video-call, damit ich sehen konnte was sie tat - und wie erwartet hatte sie das Papier im falschen slot...so einfach wenn frau das weiss. Ich sah mir die Einrichtung genauer an, sie bekommen auch bald neuen Teppich verlegt, die Fliesen dafúr lagern bereits im Computerraum in der Lounge. Das wird viel besser aussehen ohne diese grásslichen 70er-Jahre tomatenroten Teppiche...deren Rand man gar nicht sauber bekommt mit dem Staubsauger, den sie dort haben - das geht nur mit unserem SEBO. Demnach sieht es immer etwas schmuddelig aus. Ich versuchte es vergeblich. Ich sah mir auch die júngst benutzte Gástewohnung an, nur weiss ich nicht wo die Bettlaken, Bezúge und Handtúcher dafúr gelagert werden. Wird sich alles finden mit der Zeit.




Freitag, sonnig, 10 Grad. Ich hatte Dinge aufzuarbeiten in der eigenen Einrichtung. Eins der Dinge war das Leck in einer Wohnung vom Mittwoch - das sich inzwischen zu einem grossen Job entwickelt hatte, nachdem der Klempner am Donnerstagmorgen nicht kam (obwohl angekúndigt) um sich anzusehen woher das Wasser kam. Die Bewohnerin hatte nun eine gerippelte Decke im Schlafzimmer, direkt úber ihrem Bett, und das Wasser lief an der Aussenwand herunter, im Badezimmer tropfte es einen Eimer voll und sie hatte den Strom abgeschaltet, wohlweisslich. Also telefonierte ich mit der Firma, die nichts von einem Klempner wusste...der Elektriker hatte das nicht weitergegeben. Obwohl sie fúr dieselbe Firma arbeiten. Der Klempner war dann auch nicht erbaut von dem was er da vorfand, er nahm Videos auf und schickte die an seinen Boss. Hátte mann sich das am Donnerstagmorgen angesehen wáre es ein kleiner Job gewesen - nun wurde daraus einer, fúr den zwei Bewohnerinnen vorúbergehend in Gástewohnungen ziehen mussten. Von denen wir nur eine haben, demnach hatte die Andere nur die Schwestereinrichtung als Option...und wie es unter deren Fussboden aussah wussten sie auch noch nicht. Er wartete auf den Rat des Bosses...Der Property Officer hatte sich derweil in der anderen Einrichtung das Loch im Gehweg angeschaut und jemanden beauftragt, das neu zu zementieren.

Nach dem Kaffee - na? Genau: Gehe ich arbeiten...

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