Saturday, 9 May 2026

The week that was

 


Samstag, regnerisch mit sonnigen Abschnitten, 15 Grad. Morgens liess ich es ruhig angehen, ich hatte noch kein Muster und keine Wolle rausgesucht und war stattdessen online unterwegs. Nebenbei fragte ich mich wie frau úber Nacht drei Kilo verlieren kann, aber das nur so am Rande: So schwer sind meine Klamotten doch wohl nicht?! Beim Aufráumen meiner Taschen zog ich endlich die hellblaue "Sportivo" aus dem Rucksack, die ich im Márz in Oban dabeihatte aber nicht auspackte - 1500m. Damit hatte sich auch die Auswahl der Wolle erledigt :D 3,5mm Nadeln, fehlte nur das passende Muster...etwas schlichtes, das schnell ging. Mittags fuhren wir zum greasy spoon, der brechend voll war. Wir teilten uns einen Tisch im Cafe mit zwei jungen Frauen, die nach bestimmten Dingen fragten an der Theke, die wohl bereits ausverkauft waren - sie kam zurúck und sagte "I suppose we're leaving!" Pech gehabt. Ich konnte mich nicht so recht aufraffen und wanderte nur planlos durch die verschiedenen Abteilungen. Der Mann kommentierte die vollen Einkaufswágen mit Kompost und Beetpflanzen damit dass die doch erstmal abgehártet werden mússten - ? Erstens sind die alle draussen, zweitens - seit wann ist er ein Gártner? Das kam komplett aus dem Blauen :D Danach wollte er Bargeld abheben fúr den Abend, also endeten wir im Einkaufszentrum, das ebenfalls brechend voll war: ComicCon war wieder gelandet...Er schickte mich auf die Suche nach Dinosauriern fúr A.s Geburtstag, sie liebt Dinos. Ich fand eine bunte Dino-Lampe, alles andere war nicht so úberwáltigend. Die musste ich daheim prompt verschwinden lassen, weil Tochterkind und A hereinschneiten auf einem ihrer Spaziergánge, das Tochterkind wollte Reisedaten kláren. A war noch nie in Deutschland, daher wollten sie sich erst etwas vom Land ansehen und weil Múnchen zu teuer sei wáhlten sie Kóln, bevor sie sich mit uns treffen und weiterreisen. Sie wollte Zeiten wissen damit sie den ICE buchen kann. Wir brachen auf fúr einen Abend mit Spielen und Buffet mit Menschen, die wir seit vielen Jahren kennen und immer wieder Mal sehen. Das Schottland-Quiz war anspruchsvoll, das "My Little Pony"-Rennen dagegen weniger :D Die Idee kónnte ich fúr einen Fundraiser klauen...beide Ideen kónnte ich fúr einen Fundraiser klauen!

Sonntag, bedeckt, 15 Grad. Ich strickte die Ármel fúr das gróssere Projekt in Mocktail Virgin Margarita, die recht schnell fertig wurden. Den Mann zog es aus dem Haus, ich schlug Striling vor. Daher steuerten wir die Autobahn an. Stirling war besser besucht als letztes Mal, auch wenn es fúr die Dudelsackbláser zu kalt war draussen vor dem Einkaufszentrum. Wir sahen niemanden, der ganz offensichtlich ein Tourist war - vielleicht abgesehen von einem Mann asiatischer Abstammung, in pink-Fuchsiafarbener Sportjacke, hell- und dunkelblauen Joggers und Regenbogenturnschuhen. Den verliert man bestimmt nicht so einfach in einer Menschenmenge :D Der Selfie-Stick durfte nicht fehlen. Eine junge Frau mit hellblauen Haaren schien mehr ortsansássig, sie trug einen braunen Mantel mit Schaffelleinfassung und -streifen an den Saumnáhten und Búndchen. In Neon-Limettengrún. Der Mann spekulierte dass sie den selbst gefárbt habe, aber wie das so prázise klappen soll weiss ich nicht...alternativ stellte sich mir die Frage wer sowas verkauft? Und nur um den Hattrick voll zu machen auf dem Bingofeld der Eigenartigkeiten kamen zwei ebenfalls asiatisch aussehende áltere Mánner ins Cafe, beide mit runden Brillen und identischen Bárten, sie sahen aus wie Brúder wenn nicht gar Zwillinge - wie "ZZ-Top" Made in China...Ich kam mit einem Stofftier heim, einem "Emotional Support"-Dinosaurier fúr Reisende mit Flugbammel. Und "Rainy Day" Wolle von Sóstrene Grene in Wolle-Viskose. Als kleines Zwischenprojekt, weil die anderen so lange dauern. Daheim machte ich Nágel mit Kópfen und spúrte My Little Ponies auf, 6 an der Zahl, und zwei Gummiwúrfel in Rot und Blau fúr Kleinkinder, die auch fúr Seniorenhánde einfach greifbar sind. 




Montag, sonnig, 12 Grad. In der Arbeit stand das Úbliche an, Bestellungen, Menúauswahlen, allerlei Fragen verschiedener Bewohner, ein Physio mit Sorgen um eine Dame deren Dusche das Badezimmer in einen wet room verwandelte...ich schickte emails, denn es war Bank Holiday und niemand im Búro der HQs. Im Kapitalismus GBs bedeutet das im Úbrigen genau das was draufsteht: Es ist "Feiertag" weil die Banken zuhaben. Ich habe noch nicht so genau hingeschaut was úberwiegt im Jahreskalender, die Ferien der Banken oder kirchliche Feiertage, aus Sorge dass mir "anders" wúrde...Die Monatsabrechnung sah deshalb auch wieder umstándlich aus, ich musste den Umschlag und das Geld samt zweier Bankbúcher mit heimnehmen und am náchsten Tag von der anderen Einrichtung aus einzahlen gehen. Mit der Kirche ums Dorf - oder der Bank? Die DachExpertin musste lostoddeln und ein neues Handy kaufen, irgendwas war mit ihrem alten aber ich hielt mich nicht so lange damit auf - die junge Springerkraft war nur 4 Stunden dort, sie hatte einen Krankenhaustermin am Nachmittag und ich daher wieder Úberstunden. Ich kontaktierte die Tochter einer Dame, die nun zunehmend nach Mahlzeiten sucht in unserem Speiseraum, der sie magisch anzuziehen scheint seit ihrer Diagnose (Demenz und Alzheimer's, das muss frau auch erstmal verdauen). Es wúrde Sinn machen dass sie regelmássig kommt. Routine wird wichtig werden fúr sie.

Dienstag, sonnig, 12 Grad. In der anderen Einrichtung - zeitweise, denn gegen Mittag war ich unterwegs in die dritte Stadt gen Nordwest...weil dort nun die Bankfilliale zu finden ist fúr die Arbeit. Der Facilitator emailte mit der Mitteilung, dass die Extrastunden im Budget fúr Assistenten zwischen den zwei interessierten Kolleginnen aufgeteilt wúrden. Meine temporáre junge Kollegin am Wochenende bekommt damit einen permanenten Arbeitsvertrag fúr 2 1/2 Tage/Woche und fúllt die Lúcke in meinem Service an Freitagnachmittagen und Samstagen. Den anderen Tag wird sie in dieser Einrichtung arbeiten, wenn ich dort im Búro bin. Weil sie nicht mit ihrer Mutter arbeiten soll, die die Ko-ordinatorin ist. Der Mann kam und ich machte mich auf mit Geld in der Tasche und Papierkram unter dem Arm, um einzuzahlen und im Gegenzug abzuheben. Einzahlen darf Jede/r, abheben nur ich. In der Bank schúttete ich das Kleingeld in den Múnzautomaten, das war schnell und schmerzlos :D Es dauerte trotzdem eine Dreiviertelstunde bis ich wieder in der Arbeit war. Wir schicken eine email mit den Daten einer Transaktion an HQ, und da die emails beider Einrichtungen nun verlinkt sind sah die Kollegin das - und hatte die zúndende Idee, dass ich auch ihr Geld einzahlen kónne...ich wollte ihr Bankbuch aber nicht mit nach Hause nehmen, daher kam nur nach diesem Feierabend in Frage - *seufz*. Wáre ihr das frúher eingefallen...als ich ohnehin schon in der Bankfilliale stand...Daheim fing ich ein T-Shirt Muster an, in Wolle. Das machte keinen rechten Sinn, aber dann habe ich auch noch nie Puff-Ármel gestrickt...trust the process...😕



Mittwoch, sonnig, 12 Grad. In der anderen Einrichtung sortierte ich erstmal die Finanzen wieder in die Schránke/Schubladen, in denen sie dort verwahrt werden. Die Handwerker und Ingenieure gaben sich die Klinke in die Hand, erst der fúr das Fire Panel, dann kamen sie mit einer neuen Heisswasser-Urne fúr die Kúche. Der Drucker verweigerte die Arbeit, er wollte eine neue Cartridge fúr den Toner, die ich erst bestellen musste - bis das ankommt geht nichts...nur scannen. Und zu meiner Erheiterung stellte ich fest, dass unserem berúchtigt-nicht-reagierenden Council meine neue Jobbeschreibung nicht geheuer ist - wenn ich ILAC unter meinen Namen schreibe und beide Einrichtungen darunter wissen sie nicht so recht, was das heisst. Es sieht wohl "offizieller" aus, als in "hóhere Einkommensstufe", jedenfalls bekomme ich nun postwendend eine Antwort von ihnen :D Wer weiss mit wem/was sie es da zu tun haben...bis das abklingt werde ich es mir zum Vorteil machen. Zwei Klempner installierten die neue Heisswasserurne in der kleinen Kúche hier in der Einrichtung. Das dauerte...irgendwann fiel mir auf, dass ich gar nicht getan hatte was auf dem Plan stand: Ich wollte zwei Kleidungsstúcke zurúckgeben an den Laden, bevor die Frist ablief. Und die Quittungen wegschicken nach Edinburgh. Allerdings hatte der Umschlag Jahre auf dem Buckel und brauchte Tesafilm zur Unterstútzung, das ich dort irgends fand. Also wieder einen Tag abwarten. ich verwende die weiter, weil sonst nichts daran fehlt und ich Stapel davon im hinteren Búroschrank liegen habe. 

Donnerstag, regnerisch, 14 Grad. In der eigenen Einrichtung lagen alle Rechnungen noch auf dem Schreibtisch. Keine Ahnung was die Kollegin den Tag úber tat, Rechnungen bezahlen gehórte nicht dazu. Daher erledigte ich die. Sie hatte hilfsbereiterweise das Menú der náchsten Woche ausgedruckt - aus dem Archiv, soll heissen das falsche. Das musste ich dieses Mal berichtigen, weil da Sachen draufstanden, die die Springerkraft nie und nimmer verkraftet hátte. Und ein Bewohner war postwendend im Búro um der Kollegin zu sagen, dass es das falsche Menú sei, da seien sein Saft und seine Krácker nicht drauf. In der Tat...Kollegin Nr.2 ging demnach wiederholen, was sie tags zuvor bereits getan hatte: Menúauswahlen mit Bewohnern, denen das allein zuviel ist. Dieses Mal fúr das, wofúr wir auch bestellt hatten...da liegt ja der Hase im Pfeffer: Wenn sie Archiv ausdruckt muss ich jedes Mal durch Gefrierschránke graben und sehen, ob wir auch alles dafúr vorrátig haben. Kásekuchen? Steak Pie an einem Samstag? Wúrde sie vielleicht kochen, aber es wáre Schuhleder. Nachdem der Koch erst bewiesen hatte dass sie Rindfleisch nicht kochen kann, kratze ich das nicht von den Tellern in die Tonne, dafúr bezahlen wir zuviel. Die Kollegin kam fúr ein Meeting, wir verschanzten uns im hinteren Búro und sie plauderte aus dem Náhkástchen...eine Dame verriet ihr, dass der letzte AntiSocial Club implodiert sei aufgrund "finanzieller Irregularitáten" - siehe da, genau das was die UnFreiwillige gerne anderen andichtete. Und das Hirn sprach: "Natúrlich, klassische Projektion einer Narzisstin." Die Damen wúrden ihr zunehmend abgeneigter, sie habe im Garten einen grossen Sonnenschirm (gespendet von einer Familie!) mitverschoben und dabei geflucht wie ein Seebár mit Tourettes, wer auf diese dámliche Idee gekommen sei...


Scheint kalt zu sein in der Nacht 😂
 

Freitag, sonnig, 14 Grad. Die richtigen Menús kamen nach und nach ins Búro, die junge Springerkraft kam fúr die Einweisung in der Kúche und Kollegin Nr.2 kam mit ihrer Krúcke. Ich hatte die neuen Menúauswahlen zu schreiben fúr den Agenturkoch náchste Woche, nebst anderer Dinge. Ich hatte endlich wieder Zugriff auf das System fúr Reparaturen und die DachExpertin lócherte mich mit Fragen úber ihre Finanzen. Die erste Frage liess sich beantworten, die zweite muss nachgehakt werden. Immerhin wird sie Schadensersatz bekommen fúr die vergangenen Wochen. Der Kleinkinder war an diesem Morgen nur ein einziges zu haben, die anderen hatten andere Dinge auf dem Terminkalender. Was der UnFreiwilligen das Publikum raubte. Im Gegenzug hatten wir so viele Damen wie selten zum Afternoon Tea. Und dieselbe Dame, die die Kollegin kritisch befragte zwecks unserer Lizenz fúr das Kino fragte wieder, ob das denn nótig sei wenn der Movieman eine habe - er hat eine um das zu zeigen, wir brauchen eine um das regelmássig zu organisiseren...zwei Paar Stiefel. Die Kollegin hatte dazu nur einen Kommentar: "Ich schere mich nicht um die Meinung einer Bewohnerin."  Sie trug mir auf dafúr Geld zu sammeln. Weil sie ihre eigenen Oldies dazu animieren will, zu uns zu kommen fúr die Filme. Sie werden demnach auch zur Spendensammlung eingeladen. Wir werden sehen...ich zog schonmal den Grundstock an Preisen fúr die Tombola aus der Schublade. Da fanden sich 6 Flaschen Sekt/Wein etc., zwei Geschenkkórbe, ein Diamantenbild einer Eule nebst zwei kleineren, einige Kleinigkeiten, Kerzen, solche Sachen. Der Hauptpreis? Ein Fernseher. Den sollte ich vorher einstecken und testen. Den behalte ich bis kurz davor ausser Sicht.

Nach dem Kaffee suche ich nach Tesafilm und verpacke Dinosaurier.

No comments:

Post a Comment