Saturday, 24 October 2026

The week that was

 


Samstag, sonnig, gefroren úber Nacht, 13 Grad. Die Dublin-Wolle nahm Gestalt an, keine Ahnung wie lange die láuft aber das Tuch wuchs und gedieh...selbstreifend mit mittlerweile vier vollen Verláufen und es stand noch ein fúnfter ins Haus. Ich testete das neue Keyboard, weil mir der "a"-Key am Laptop schwer auf die Nerven ging, ich musste stándig korrigieren und es separat reinhámmern in den Satz. Das set up nimmt immer mehr Platz ein, aber lieber so denn die Grafik des Ultrabooks ist nach wie vor umwerfernd. Meine Wolle wurde geliefert und die Merino war nicht dúnn genug um fúr die Socken mitzulaufen - stattdessen kann sie die "Bo Peep" ergánzen fúr etwas Grósseres. Ich stráubte mich vor mehr Mohairgefussel...Die Schwiegermutter gab ihre Bestellung auf fúr den Einkauf, sie war die letzten 7 Tage im Haus nach ihrem Sturz und fragte nach, wann sie die Haare waschen dúrfe - 3 Tage noch, damit sich der Sekundenkleber nicht vorzeitig auflóst. Sie wusste nicht dass der dafúr erfunden wurde, Wunden schnell zu verkleben in den Lazaretten. Nach 10 Tagen bróselt er von selbst. An dem Tag stand eine Beerdigung fúr sie im Terminkalender, die Schwágerin fáhrt sie weil sie als Lehrerin gerade Herbstferien hat. Fúr uns verschoben sich damit die Pláne auf den Sonntag. Wir landeten wie jedes Wochenende im Greasy spoon, der mich immer mehr nervte - jedes Mal geht ihnen irgendetwas aus, dieses Mal war es die heisse Schokolade. Ich weiss nicht wer da die Bestellung aufgibt...

Sonntag, gefroren úber Nacht, sonnig, 12 Grad. Mein Tag begann damit, den Vakuumbeutel mit den Winterpullovern aus dem Schrank zu ziehen. Einige waren mitllerweile viel zu gross fúr mich, andere gingen noch als "oversized" durch fúr eine weitere Lage darunter, denn mit soviel weniger auf der Waage wird mir nun schnell kalt. Weniger "Isolierung" und weniger Kalorien zur Warmhalte-Verbrennung...Ich hatte ja noch Glúck, dass all die Klamotten vier Gróssen kleiner noch im Haus waren, sonst wáre das teuer geworden :D In Vakuumbeuteln im Schrank warteten die auf ihren ersten Tag an frischer Luft, weil ich nie an sie dachte. Trotzdem wird es Zeit, einige Sachen auszusortieren und wegzugeben. Eine Aufgabe fúr meinen freien Freitag diese Woche. Fúr die seit 25 Jahren eingelagerte und nun verstrickte Wolle habe ich den Bazar in der Arbeit, das verdient den Oldies etwas Geld und ich bin sie los - nun da "Elle" eine Billigvariante der Sofieschals verscherbelt. Ich dachte ich seh nicht richtig...Am Mittag fuhren wir los in Richtung Dunkeld, das ist ein gutes Stúck da in Perthshire. Dort angekommen war offensichtlich, dass etwa 100.000 andere Menschen dieselbe Idee hatten - es war kaum ein Durchkommen in den schmalen Strassen mit geparkten Autokolonnen auf beiden Seiten. Nur um den Gegenverkehr durchzulassen mussten wir auf den Gehweg hochfahren: Schnelle Umorientierung, da das auch fúr die Hermitage úberlaufen aussah (der Mann sagte dass wir es wenigstens bis zum "hop an squally" schaffen sollten - so klang das in genuscheltem Glaswegian jedenfalls. Tatsáchlich sprach er von "Ossian's Folly"...) Wir bogen ab zum Loch of Lowes, einer Scottish Wildlife Trust Wilderness Reserve. Dort gingen wir durch den Wald auf der Pirsch nach nativen roten Eichhórnchen,  die grauen úberall sind amerikanische, die die roten verdrángen. Das sahen wir dann kurz vor Blairgowrie auf der Heimfahrt. Wir sahen auch einen der schweren Unfálle, fúr die die A9 berúchtigt (und nun mit Kameras gepfeffert) ist - zweimal Polizei, drei Krankenwágen, ein Feuerwehrlóschzug und der Einsatzwagen des Fire Service. Die will niemand im Einsatz haben weil das bedeutet, dass sie jemanden freischneiden mússen.


Der Centurion unter den Eichhórnchen :D


Montag, sonnig, 12 Grad. In der Arbeit hatten wir die neue Kollegin. Ich hakte meine Checkliste ab und schloss auf fúr die Múllmánner (sorry, waste operatives), telefonierte mit dem Contact Centre weil die Dame im Cottage nun weder Heizung noch Heisswasser hatte seit dem Wochenende, und dasselbe fúr ein Cottage in der Schwestereinrichtung. Die Dame versuchte ich anzurufen, aber ich sah im System dass das auch dem Elektriker aufgetragen wurde - dort haben sie Storage Heater. Wir haben Gasboiler und warteten auf den Gasingenieur. Die Kollegin machte sich gleich ans Putzen, sie liebt eine Liste und hakte die Rota ab. Das war ganz ungewohnt nach all der Zeit ohne Assitenten. Sie fúgte sich ohne Probleme ein, die Oldies waren angetan von ihr da sie keinerlei Scheu zeigte mit ihnen zu sprechen. Dass sie weiss was sie tut war offensichtlich. Mit den neuen Assistentinnen und der Springerkraft bauen wir uns ein gutes Team. Ich zeigte ihr die Details, die beim Reinigen der Waschmaschinen gerne vergessen wurden in der Vergangenheit, nur Kollegin Nr2 nahm das so genau. Sie schreckte das nicht. Den Nachmittag verbrachten wir mit etwas mehr Einfúhrung und dem Workbook. Doch, das wird...und wir planen natúrlich bereits, sie fúr das Búro zu trainieren. Daheim strickte ich mit der "King Cole Firefly" weiter, einen schmalen Schal in einem Muster, das ich von "Scarf No.4" von My Favourite Things Knitwear abgeschaut hatte - weil ich nicht einsah, warum ich fúr so ein einfaches Muster 45 Kronen/£6.00 berappen sollte. Das waren buchstáblich nur abwechselnd vier kraus gestrickte Reihen und Rippenmuster...wenn das so ist, kann ich auch "Knit Designer" werden :D

Dienstag, regnerisch, 12 Grad. Nur der Koch und ich - es wáre mein halber Tag gewesen aber da wir nur zu zweit waren verschob ich den auf Donnerstag. Stattdessen arbeitete ich eine Stunde lánger als sonst. Ich hatte mehrere erbauliche Gespráche, eins am Telefon mit einer Rezeptionistin, das von einem Notruf unterbrochen wurde - sie rief lautstark "Hello?!" in mein linkes Ohr, wáhrend mein rechtes einer Dame zuhórte die mir am Notruftelefon von einem Fall berichtete...sehr professionell. Priorities. Menschenskind. Die Dame im Cottage im Kalten rief an dass sie wieder warmes Wasser hatte und lauwarme Heizkórper, weil die Pflegerin kam die beim letzten Mal zusah wie der Ingenieur den Boilerdruck erhóhte und offenbar selbst Hand anlegte. Trotzdem ist da wo ein Problem im System. Der Notruf stellte sich als vom Vortag heraus, sie war gefallen wie die Schwiegermutter (ohne Kopfverletzung), stand aber selber auf. Nur taten jetzt die Prellungen weh und sie hatte nicht geschlafen. Ich úberredete sie zu einem Omelett mit Salat, da sie auch nicht viel ass. Dabei stellte sich heraus dass sie dachte die Ex-Chefin sei noch im Haus und deshalb ihre Wohnung nicht verliess... da sieht man welchen "Eindruck" die hinterliess. Ich sprach mit der Dame, fúr die ich bei der Arztpraxis angerufen hatte, sie braucht einen Brief des Arztes mit Begrúndung, warum eine automatische Túr ihr nutzen wúrde - sie war ein Jahr lang in ihrem Haus eingesperrt, weil sie nicht selbst rauskonnte. Das wird dann eingereicht und die Schottische Regierung bezahlt fúr die Adaptionen aufgrund von Behinderten-Legislatur. (Ein Beitrag zum beliebten Thema What did the Scottish Government ever do for us? ) Dass ein Arzt das nicht weiss fand ich doch etwas bemerkenswert. 




Mittwoch, regnerisch, 11 Grad. In der Arbeit verbrachte ich einen Gutteil des Vormittags damit, Optionen fúr eine Dame zu suchen die in letzter Zeit immer weniger ass. Nun fingen wir langsam an mit kleinen Mahlzeiten. In ihrem Fall war kein Menú notwendig, was sie will werden wir ihr kochen. Die Koordinatorin gab mir einige Aufgaben um sich die Area Managerin vom Hals zu halten, HR schickte drei Bewerbungen fúr die Kúche die der Catering Manager auswáhlte, mit ihm koordinierte ich die Gespráche und er wollte offensichtlich Nágel mit Kópfen...Dienstag náchster Woche. Soll mir recht sein. Und wenn er schon im Haus ist wird er auch seinen Vierteljahrscheck durchfúhren, das wissen wir jetzt schon, weshalb ich dem Koch Bescheid gab dass seine Kúche sauber sein muss und der Papierkrieg erledigt. Das wird meine Wochenendbescháftigung. Ich zog die Plastikteile aus dem Geschirrspúler und weichte sie ein wáhrend er das Innere putzte - das war dringend nótig, unsere Gláser kamen recht trúb raus in letzter Zeit. Mit ein Grund weshalb ich die Reihenfolge am Abend ánderte - bislang schaffte der Koch es selten, rechtzeitig mit dem Putzen der Kúche fertig zu werden vor Schichtende. Er gehórt nicht zu den Kóchen, die hinter sich her ráumen oder putzen, deshalb stapelt sich alles bis er Zeit findet. Wenn ich mit anfasse geht das im Rekordtempo, aber da funktioniert sein Gehirn einfach anders. Er braucht Struktur von aussen.

Donnerstag, sonnig, 11 Grad. Mein halber Tag. Ich scheuchte erst einen Gasingenieur auf fúr die Dame im Kalten, es war nicht mehr lustig wie lange sie sie warten liessen. Das war bereits eine ganze Woche fúr eine Reparatur, die innnerhalb von 6 Stunden erledigt sein sollte. Sie teilte mir mit dass ihre Physiotherapeutin sich erbarmen werde und mit ihr im Haus bleiben wenn sie endlich ihre automatische Túr einbauen. Im fúnften Anlauf. Mit der und einer Kamera an der Túr kann sie dann selbst Menschen reinlassen...Die Gártner tauchten auf, ein Sozialarbeiter kam fúr eine andere Dame und die DachExpertin reichte mir ihre Hallowe'endekorationen, die sie selbst nicht mehr anbringen kónne aufgrund des Rheumas. Ich klebte die an die Fenster und Loungetúr und das Banner kam an die Wand neben ihrem Tisch, damit sie jedem sagen konnte dass das von ihr sei. Die Einsiedlerin im zweiten Stock liess sich zu einem Lunch úberreden und einem kleinen Abendessen. Ich erledigte etwas Papierkram, zahlte den Agenturkoch und nahm Zahlungen entgegen. Und dann ging ich frúher heim, nachdem ich noch die Spúle in der Kúche geleert und das Geschirr in den Spúler geschichtet hatte, das dort wartete bis nach dem Mittagessen des Kochs. Wenn mann das reinschiebt und den Knopf drúckt tut die Maschine das ganz von selbst...Ich streifte den Supermarkt auf dem Weg zur Bushaltestelle. Dort hielt ich die Augen offen und nahm gleich die Geschenke fúr Tochterkind und Mann mit. Damit ich im Advent einen grossen Bogen um all das machen kann.


Der Discounter, der alles hat :D


Freitag, gelbe Sturmwarnung mit Starkregen, 12 Grad. Mein freier Tag vor dem Wochenende und als erstes textete ich dem Koch, damit er die Einsiedlerin fragt was sie essen móchte. Das ist die Seite, die die Area Managerin nicht versteht - der Job hórt nicht an der Haustúr auf, weil wir fúr die Bewohner verantwortlich sind. Die Koordinatorin sammelt alles was wir fúr diverse Damen und Herren tun tagtáglich, weil sie die Nase voll hat davon dass das alles nicht anerkannt wird von ihrer Chefin. Das war mir klar als die Area Managerin zu mir sagte, dass diese Jobrolle "Aufgaben" von ihr bekáme - sie delegiert alles was sie nicht tun will, egal wie bescháftigt wir selbst sind mit zuwenig Personal fúr zwei Einrichtungen. Zu ihr sagt sie jedes Mal ob sie an mich delegieren wúrde, als ob wir nichts táten. Siehe Gasingenieur...Der angekúndigte Sturm liess auf sich warten, es wehte ein laues Lúftchen den Tag úber, ansonsten war es still. Ich strickte an meiner Big Twist weiter bis der Mann fertig war mit der Arbeit, dann wollte er Brot kaufen gehen. 

Nach dem Kaffee gehe ich arbeiten.

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