Saturday, 15 February 2025

The week that was

 



Samstag, 5 Grad, etwas fahler Sonnenschein, windig, kalt. Seit Tagen sagte ich dem Mann, dass ich seine Erkáltung nicht haben wolle, seit Tagen fragte er jedes Mal warum ich mich wegdrehe wenn er mir seine Viren ins Gesicht blies...natúrlich begann ich an diesem Tag zu niesen und die Nase begann zu laufen...Rússelpest. Na Danke. Ich trug das Gerúst erstmals ausser Haus und fúhlte mich wie ein bunter Hund ("Was ist das?!") und habe einen neuen Weg entwickelt, wieder aus dem Auto zu klettern damit. Niemand sagte vorher, dass das Tragen des Dinges selbst anstrengend wúrde, aber da es mein Kniegelenk in eine neue Position drúcken soll wundert es vielleicht doch nicht. Ich probierte die graue Cord-Jogginghose aus, die die Kollegin mir gegeben hatte weil sie ihr zu lang sei (oben und unten umgeschlagen), aber auch darauf rutschten die Straps. Wenn alles nichts hilft muss ich die Klettbinde druntertragen, die mit in der Túte geliefert wurde. Wáhrend des Einkaufs schob ich die oberen Straps immer wieder hoch. Im Cafe wollte ich nur einen Sitz haben, alles andere war Nebensache. Kann nur besser werden...

Sonntag, 3 Grad, windig und kalt, Nieselregen. Angekúndigt war Sonnenschein. Ich sass die halbe Nacht wach, konnte gegen sechs Uhr morgens erst einschlafen und lag dann bis 11 Uhr morgens im Bett. Die Katze hatte eine Engelsgeduld - entweder wusste sie dass ich krank bin oder konnte mich schlichtweg nicht wecken zur Fútterstunde. Der Mann páppelte mich mit weichgekochten Eiern auf bevor es ihn ins Cafe zog. Nach meinem Protest war es eins in einer Gártnerei etwas ausserhalb, weil die úblichen Verdáchtigen mich nicht aus dem Haus locken konnten. Dort fand ich dann endlich zwei geeignete Karten fúr die Beileidsbekundungen in der Arbeit, ein schlichtes silbernes Kreuz, das wohl fúr eine Kommunion o.á. gedacht war aber innen blank. Gut, ich war erleichtert. Das Baguette hatte ich schon lánger nicht mehr, ich schichte gerne meine Gurkenscheiben und Chips mit auf den Ráucherlachs fúr etwas Biss. Der Mann wunderte sich úber eine Person am Nachbartisch, die einen Eiswúrfel aus dem leeren Sodapopglas fischte und in den heissen Tee fallen liess. Zu heiss? Ich wurde dieses Mal an der Túr abgesetzt und wieder eingsammelt, weil die einzigen leeren Parkplátze einen Hang hinunter zu finden waren - frúher zu unseren Stammgastzeiten war das meine Schwiegermutter...10 Jahre spáter bin ich es. In dieser Nacht versuchte ich immer wieder mich hinzulegen, aber am Ende ging ich ohne Schlaf arbeiten am Montagmorgen.



 
Montag, 5 Grad, Regen. Welch ein Tag. Immerhin vergass ich nicht, den Múllmánnern die Hintertúr aufzuschliessen. 9 Voicemails vom Wochenende, fehlender Papierkram fúr den Koch, ein Anruf der Springerkraft úber Máuse in einer der Hútten im Garten und natúrlich die Dach-Expertin als allererstes in der Frúhe. Ein Tischler schraubte unseren Túrmechanismus neu an damit er nicht an der Túr schabte, nun brauchte ich einen der den Mechanismus selbst reparierte. Die Schwiegertochter unseres Nierenleidenden schleppte Aufbaudrinks ins Búro die er nicht trinke und sie habe vier Schachteln davon. Ich wússte wen wir damit aufpáppeln kónnten, aber der Herr ist noch im Krankenhaus. Ein BT-Installateur kam und wollte den neuen Herrn ans Kabel anschliessen, nur um festzustellen dass seine Kollegen ihren Job nicht beendet hátten, so kónne er nichts damit anfangen. Er habe sie zurúckgerufen. Ich druckte neue Activity-Packs aus fúr die Damen in der Lounge, die sich prompt darauf stúrzten fúr etwas Abwechslung im schnóden Alltag. Die Dach-Expertin kam ins Búro gerade als der Contractor anrief wegen des Lecks. Sie hatte einen Mitleidenden  am Esstisch so genervt dass er ihr sagte sie solle doch still sein, ob sie etwas anders im Kopf habe als verdammte leckende Rohre. Die Antwort? Nein, sie ist besessen.

Dienstag, 5 Grad, fahles Sonnenlicht. Die Klempner kamen zu zweit und sahen sich die Baustelle im ersten Stock an. Die Dach-Expertin stand daneben und wollte genau wissen, was vor sich ging. Der Junge dachte, er kónne mit ihr darúber scherzen - sie sah ihn schrág an und fragte ob er seinen Namen und seine Adresse hinterlegen wolle fúr ihre Rechtsanwáltin. So langsam sind wir im Bereich des Lácherlichen mit all ihren Beschwerden. Zumal sie immer noch nicht begriffen hatte dass ihr Mixerventil in ihrer Kúche nichts mit dem Leck in der Decke des Korridors zu tun hat. Sie fragte wann das Mixerventil eingebaut wurde, das sei nicht lange her und es sei schockierend dass es bereits Probleme verursache - nein, tut es nicht...immerhin begann sie, ihren Kram wieder in ihre Wohnung zurúckzuschleppen aus der Gástewohnung. Ihr Sohn kam um ihr damit zu helfen. Eine Dame kam ins Búro und fragte ob ich ihr einige Kopien eines 50er-Jahre Quizzes kopieren wúrde: Kein Problem, alles was ihre Tage bereichert ist uns willkommen. Die Tochter des verstorbenen Herrn teilte mir die Details seiner Beisetzung mit, ich textete Kollegin Nr.2 da wir die Einzige sind, die ihn noch kennen. Und dann sagte sie dass wir uns vor der Dach-Expertin húten sollten, sie habe eine Beschwerde úber alles :D





Mittwoch, 5 Grad, Regen und Wind, gefúhlte -4 Grad. Bei der Ankunft in der Arbeit sassen zwei GasCall Vans vor der Túr, ein Aufzugs-Ingenieur und kurz danach der Lieferant. Wie am Vortag bereits wurden die zwei Gas-Installateure von der Dach-Expertin beschattet und ausgefragt. Beide áusserten kategorisch dass das nun repariert sei. Okay, das hórte ich nun von beiden Firmen...die Dach-Expertin kam wieder ins Búro und fragte, wann ihr Ventil eingebaut worde sei - und nochmal versuchte ich ihr klarzumachen, dass das nichts mit dem Leck zu tun hatte. Sie amúsierte sich úber den "komischen Nachnamen" der Frau, die das Department managed in Glasgow, das fúr Reparaturen zustándig ist - sie erwáhnte das um zu signalisieren, dass sie sich informiert hatte úber wen sie sich beschweren sollte. Ich antwortete nur dass das der Name ihres Mannes ist...mein Property Officer wusste bereits, dass die Beschwerde eintrudeln wúrde, ich emailte ihm am Montag. Sie musste teilweise zurúckziehen úber was sie sich beschwerte, weil sie es einfach nicht richtig verstanden hatte, deshalb reduzierte sich das nun auf die Zeit, die die Reparatur in Anspruch nahm. Wobei es ganz und gar unnótig war, so lange "auszuziehen". 

Donnerstag, 5 Grad, bewólkt. Auf den Ochils lag eine leichte Schneedecke. An diesem Morgen kamen zwei Kolleginnen in die Arbeit, weil eine mich begleitete. Wir erledigten unsere Arbeit bis um 12 Uhr Mittag und wurden dann abgeholt und in einen Aussenbezirk Glasgows gefahren. Der Bewohner folgte uns, samt Familie. Die Humanistin, die úber ihn sprach entschuldigte sich dafúr, dass sie auf Wunsch der Familie etwas fluchen werde...weil sie ihn zitierte. Gegen halb Zwei waren wir wieder in der Arbeit fúr unsere verspátete Mittagspause. Ein Elektriker kam fúr die leere Wohnung, die ein Zertifikat braucht vor der Wiedervermietung - abgehakt. Eine Gruppe von sechs Damen spielte Domino, eine andere Gruppe sass an einem der Tische und unterhielt sich, wáhrend ich Kollegin Nr.2 wieder am Computer einúbte. Sie wird mich im Búro vertreten, wenn die andere Dame beigesetzt wird náchste Woche. Und dann folgte sie einer Episode vom Vortag nach, als die Dach-Expertin die ganze Mahlzeit lang nach ihr rief, weil der Mann mit Alzheimer's sich verhielt wie das nunmal der Fall ist. Am Ende sagte die Kollegin zu ihr dass sie wisse was sie tue, nachdem die recht unverschámt gefragt hatte ob sie fúr Demenz ausgebildet sei - Kollegin Nr.2 zog all ihre Zertifikate aus der Personalakte, ich druckte ihr den Fortbildungsrekord aus und sie legte ihr all das vor...interessanterweise ist die Dame eng mit der neuen Kollegin befreundet - die nicht dafúr ausgebildet wurde wie wir damals...wir arbeiten noch zum Standard des Care Inspectorates.




Freitag, 5 Grad mit Sonnenschein. Der náchste Aufzugs-Ingenieur war im Haus um den rausfallenden Knopf zu reparieren. Und war eine Viertelstunde am Telefon, weil er auch nicht verstand warum sein Kollege das vóllig úbersehen konnte, musste er doch diesen Knopf drúcken um wieder ins Erdgeschoss zu kommen. Das sei nun repariert. Okay. Dann kamen zwei Handwerker mit allem, was sie fúr das Badezimmer der leeren Wohnung brauchten. Das ging flott...diese Wohnung wird náchste Woche bereits vorzeigebereit sein, wáhrend ich noch auf die Schlússel des Bungalows wartete. Dafúr ging die UnFreiwillige ins Volle mit dem Dekor fúr den "Wake" - zu postergrósse aufgeblasene Fotos der Dame als Dekoration? Wie ein Dignitár beim Staatsbegrábnis. Kollegin Nr.2 sagte die Vertretung ab, sie war stattdessen als Jurymitglied im Gericht geladen. Und so blieb nur noch eine Springerkraft als Móglichkeit...wenn nicht, dann werde ich nicht beim Begrábnis dabei sein weil niemand vertreten kann. Die Kleinkinder wurden von einer der Damen in den Garten gelotst um Meisenknódel aufzuhángen und sassen dann an den Fenstern und beobachteten Scoobies (Eichhórnchen), wáhrend das Gesprách beim Afternoon Tea um den Wake kreiste. Einige der Damen werden es begrússen, wenn das dann vorbei ist - eine sagte bereits "Some are not that bothered"...

Nach dem Kaffee versuche ich mich endlich etwas zu erholen von der Rússelpest.

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