Saturday, 6 June 2026

The week that was

 


Samstag, wechselhaft, 18 Grad. In der Arbeit stand die náchste Party an, der 90. Geburtstag einer Dame, fúr die Unterhaltung gebucht war von ihrer Tochter. Ich bescháftigte mich erstmal mit dem Zusammenstoss der Pflegerinnen mit meinen jungen Mitarbeitern. Das 17jáhrige Mádel wollte denen nur sagen dass sie am Tag in Frage gar nicht gearbeitet hatte und somit keine Ahnung wovon sie redeten, aber sie liessen sie nicht zu Wort kommen. Der Koch sagte mir dass er sich auf die Zunge beissen musste angesichts derer "Catitude", herablassend und aggressiv. Klang ganz nach der, die ich am Montag in der Búrotúr stehen hatte und die meine Kollegin fortwáhrend "thingy" nannte - offenbar auch da wieder, "thingy in there" (=im Búro), obwohl ich ihr mittlerweile deren Namen genannt hatte. Ich loggte alles im System und emailte die Area Managerin, denn die Kollegin ist derart aufgebracht úber all das dass sie inzwischen davon spricht dass sie sich woanders umsehen werde...und ich will den Job nicht. Wobei der Facilitator mir sagte, dass den am Ende alle drei von uns táten...davon sagte er vorher nichts. Ich hatte eine Menge zu erledigen, Ende des Monats und als Vorbereitung fúr die kommenden zwei Wochen. Das eingenommene Geld brachte ich einer Bewohnerin, die es fúr uns verwahren wird. Ich hatte selbst Geld zu záhlen, petty cash und die Einnahmen der Mahlzeiten, und die ganzen spreadsheets fúr Juni auszufúllen. Die meiste Zeit nahm die Bestellung in Anspruch, da die fúr zwei Wochen war. Die Bewohner feierten wáhrenddessen den 90. einer Dame mit einem Gesangsduo und einer dritten Stimme einer Dame mit Lernbehinderung. Wir hielten uns fern, die Kolleginnen zogen sich ins hintere Búro zurúck, ich mich ins Búro...

Sonntag, wechselhaft, 17 Grad. Ich hatte meine Liste auf dem Schreibtisch mit allem, woran ich an diesem Tag denken musste. Ganz oben wieder die Bestellung, da mir dazu noch Dinge eingefallen waren. Ausdrucken sollte ich die auch, damit der Koch wusste was bereits draufstand. Die DachExpertin suchte mich mehrmals heim weil es in ihrem Korridor ab und an tropft und sie darauf allergisch reagiert. Sie gab mir einen Statusbericht bei jedem Regentropfen. Und ironischerweise blieb das trocken als es richtig regnete. Sie kam auch aufgebracht und regte sich darúber auf, dass einige Damen ihren Gartenclub als Kommittee bezeichneten -  das habe Regeln und sei sehr involviert, das kónnten sie nicht tragen. Was richtig ist, allerdings stiess die Prásentation ihrerseits nicht auf ein geneigtes Ohr...sie sass vor dem Búro im Sessel, die Damen in der Lounge - bei geschlossener Túr. Was sie damit kommentierte dass sie trotzdem am Club teilnehme. Eine andere Dame wanderte an uns vorbei auf dem Weg in ihre Wohnung und sagte, sie sei dort nicht willkommen weil sie halb blind und halb taub sei, und wenn sie úber sie reden wollten sollten sie ihr das ins Gesicht sagen statt hinterrúcks...Nachtigall...sie sei in der Lounge wenn sie das wolle. Okay. Der Handover fúr die Kollegin war auch in Arbeit und einige mails im draft-folder, die ich erst gegen Schichtende schicken konnte, die aber geschickt werden mussten weil sie nicht zwei Wochen warten konnten. Ein Herr kam mit Fragen, er wollte wissen ob er mit Citizen's Advice sprechen kónne, die am Folgetag mit ihrem Outreach in der Arbeit waren - selbstverstándlich, das ist der Sinn des Ganzen.  




Montag, sonnig, erst 17, dann 23 Grad. In einem anderen Land. Das diktierte bereits den Tagesablauf. Am Morgen erledigte ich die letzten Aufgaben vor dem Taxi zum Flughafen nach Edinburgh. Die Katze war etwas von der Rolle seit die Koffer aus dem Schrank kamen. Sie be-sass den erstmal, um ihn mit Haaren zu dekorieren. Es nieselte bei der Abfahrt, kurz vor Edinburgh kam die Sonne durch, aber es war immer noch frisch. Wir warteten erst auf eine Assistentin, die mich im Rollstuhl durch den Flughafen schob, sie durfte hinter den Schaltern durch und scheuchte andere Passagiere aus dem Weg. Am Gate nahm mich eine weitere Dame unter ihre Fittiche. Sie schob mich zum Flugzeug durch die Katakomben des Flughafens. Die Stewardess erbarmte sich meines Koffers und sagte zu mir, dass ich nach der Landung sitzenbleiben solle fuer Assistenz dort. Der junge Mann, der mich da im Rollstuhl herumfuhr, war Ukrainer, spricht 5 Sprachen und war so hilfsbereit dass er mich bis zur Tuer der S-Bahn fuhr. Die S-Bahn stellte sich als Abenteuer des Tages heraus, mit Schienenersatzverkehr auf einem Teil der Strecke. Die mussten wir erstmal finden, diese Busse - "Bitte informieren sie sich online". Sofern frau Wlan hat...und genug Information um zu wissen dass wir drei Haltestellen zu frueh nach denen suchten. Nach zwei extra Stunden sammelten wir Tochterkind und A am Hauptbahnhof der Zielstadt ein und waren endlich auf der Zielgeraden. Ein schnelles Abendessen und wir gingen schlafen.

Dienstag, sonnig, 24 Grad mit Regenwarnung gegen Abendessen. Die Nacht war unruhig, ich hatte die Ohrstoepsel vergessen. Die frische Luft der offenen Balkontuer stoerte mich hier nicht: Wenn es sonst warm ist ist das erfrischend - daheim haette mich das gefroren. Das Fruehstueck brachte die erste Erfahrung mit einer Kaffeemaschine fuer die Kinder. Sie hatten beide noch nie einen Kaffeefilter in der Hand, noch einen Drip Coffee aufgebrueht. Frau lernt nie aus 😁 Danach gingen wir zum Supermarkt, da eine vegane Person mit von der Partie war und ihr eigenes Essen brauchte. Ich sah in der Drogerie vorbei und hatte einen Armvoll Wolle - und wurde postwendend angesprochen ob ich stricke - Socken? Ja, selbstverstaendlich. Wie Studien zeigen beugt das Demenz vor. Da muesse sie weiterstricken, sie sei 77, sagte sie. Eine heitere Seele, ihr tut es offensichtlich gut. Mit unseren Besorgungen kam ein Spielzeug, das A's Namen rief - ein Dinosaurier 😁 Der und veganes Nutella und all die anderen Goodies, die in Schottland nicht zu kaufen sind, machten den Einkauf zu einem Erlebnis: "I'm having a great time!" Wir entdeckten ein Leitmotiv: Schokolade...Am Nachmittag besuchten wir Familie, wo mir eine einstuendige Einfuehrung in die Geheimnisse von Bitcoin gewaehrt wurde...da ich das weiterfuehren solle...🧐 Ich beobachtete die Gewitterwolken im Anzug, die dritten erwischten uns dann mit Platzregen. Wir wurden mit einem grossen Regenschirm in Grueppchen zum Auto begleitet.




Mittwoch, wechselhaft, 18 Grad. Immer wieder regnete es kurz und heftig, bevor die Sonne wieder durchlugte. Wir planten die Restwoche der Kinder, zumindest ein ganz spezifisches Museum im Rosensteinpark sollte auf dem Plan stehen, aber an diesem Morgen wurde die juengste Tante angekuendigt fuer den Nachmittag, daher planten wir um. Familie muss auch sein bei dieser Gelegenheit. Das Tochterkind taucht schliesslich nicht alle Tage mit einem Diamanten am Finger auf...Ich arbeitete mich durch die Sockenwolle, weil mich interessierte wie sich die verschiedenen Faerbungen musterten. Mit genug Musse schaffte ich ein komplettes Paar Socken an einem Tag. A war fasziniert, dem autistischen Gehirn sagt das offenbar zu...so stoerte uns der Regen nicht weiter. Die Tante kam auf Enzo, ihrem Roller, und wir gingen ins Cafe. Die junge Bedienung war total ueberfordert, sie gab ihr den falschen Kuchen, dann zuviel eines anderen eingepackt zum Mitnehmen und die Bestellung des Mannes bzw meine brachte sie nicht unter einen Hut - ob es denn nun ein Kaesekuchen sei oder ein Kaesekuchen mit Aprikosen? Beides. Der Mann ging zu Fuss heim - nicht um Kalorien zu verbrauchen sondern um Extra- Kalorien in der Eisdiele nebenan zu sich zu nehmen, die mir zuviel waren.

Donnerstag, wechselhaft, 19 Grad. Fronleichnahm, Feiertag. Morgens war die halbe Ortschaft gesperrt fuer die Prozession und die Blumenteppiche - ist doch gar nicht so weit von den Mandalas entfernt...A staunte, der Unterschied der katholischen Kirche zwischen hier und daheim ist doch gewaltig. Alles von den Prozessionen ueber die Innenraeume der Kirchen (diese hat eine Grotte am Eingang!) bis zum Zeichen der Sternsinger ueber der Haustuer (20 * C * M * B * 26) war ein Level an Tradition und Beteiligung, das in Schottland schwer vorstellbar ist. Augen wurden geoeffnet 😄 Den Mittag verbrachten wir mit einer Tour der Kirchen vor Ort, angefangen mit der evangelischen, die ja vor der Reformation die katholische war...Ich wunderte mich ueber den Anbau an der katholischen Kirche, da wurde ein ganz unpassender Glaswuerfel daneben geklotzt, an dem die Cousine meiner Tanten sich als Kirchenratsmitglied mitverschuldet hatte - statt das Geld fuer das Saubermachen der Innenwaende zu investieren. Die haben es noetig. Prioritaeten. Auf dem Rueckweg gingen wir bei meiner Mutter vorbei, das Tochterkind sah das Grab ja erstmals in Person um sich selbst zu verabschieden. Und wenn schon Feiertag wurde anschliessend noch veganer Hefeteig mit Zimtfuellung gebacken.




Freitag, wechselhaft mit Platzregen, 19 Grad. Wir brachen frueh auf, Dank Schienenersatzverkehr dauerte alles laenger und war umstaendlicher als sonst, daher legten wir die erste Haelfte des Trips in einem Bus zurueck, der frisch aus einem skandinavischen Land importiert wurde - angesichts der Aufkleber innen mit Instruktionen fuer Passagiere. Umsteigen in die S-Bahn, die hier auf einem tieferen Level unter dem Hauptbahnhof ankommt als die U-Bahn. Wieder umsteigen in eine andere Linie und dann 4 Minuten zu Fuss und wir standen am Loewentor vor dem Naturkundemuseum. Wir hatten A vorher nicht verraten was es in diesem Museum zu sehen gab - der erste Anblick war dann auch leicht ueberwaeltigend: Zwei Dinosaurierstatuen im Park. Es war ein Volltreffer. Die Sonderausstellung "Triassic Life" war genauso interessant wie all die ueblichen Fossilien. Bei so vielen fand sich ein lokaler Fundort auf dem Hinweisschild...die aus Holzmaden erkannte ich wieder aus dem Museum dort im Steinbruch, in dem wir vor Jahren mit den Kindern waren. Aber auch von der Alb, dem Riess und der Murr... Der zweitgroesste Bernstein der Welt lag auch in einer Vitrine. Nach dem zweiten Pitstop im Cafe traten wir den langen Heimweg an: Zwei S-Bahnen und zwei Busse.

Nach dem Kaffee geht es heute auf den Hausberg.

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