Samstag, sonnig mit Wind, 18 Grad. Am Vortag hatte ich die Wolldecke angefangen - eine Woche im August mit 27 Grad? Natúrlich musste ich da Schurwolle verarbeiten :D Die heissen Tage im Juli waren es Wollsocken. Im Dezember hákle ich dann einen Bikini...8 Knáuel, daher dauerte es etwas. Das Foto zeigt den Stand am Samstagmorgen. Der Mann war dieses Wochenende ein "homebird" und wollte nicht weit, weil das Auto sich anhórte wie von einem boyracer getuned: Neuer Auspuff am Montag. Was mich an den Trip vor 27 Jahren erinnerte, durch die Highlands und Assynt bis Lochinvar. Auf dem Heimweg verloren wir dann im letzten Ort vor daheim den Auspuff auf der Strasse...ich nahm mit Baby den Bus heim und der Schwiegervater kam im Taxi, um den Mann einzusammeln - und das Auto samt Auspuff. Am Nachmittag besorgte ich was ich fúr die Woche brauchte, den Kaffee fúr den Jungen gab's nur in einem anderen Supermarkt. Ich dachte an die Kollegin, deren Partner mir am Vortag sagte dass der Tag meines Besuchs in der Klinik ihr letzter guter Tag gewesen sei. Danach hátten sie nur noch die Schmerzen betáubt, er habe diese Nacht in der Klinik verbracht. Ich erwarte immer noch, dass sie mir irgendwo begegnet auf ihren Wanderungen, lachend.
Sonntag, regnerisch, 18 Grad. An diesem Morgen verarbeitete ich die dritte Farbe und fing die letzte an fúr die Wolldecke. Und sah mir nebenher Videos an von anderen Strickerinnen. Keine gute Idee :D Eine von ihnen erwáhnte, dass eins der online-Wollwarenháuser gerade einen Schlussverkauf habe, u.a. von Sockenwolle. Selbststreifend/musternd. Was kann ich sagen...wenn's denn nur die Hálfte kostet...Den Mann drángte es nach einem Frúhstúck im Cafe, doch wollte ich nicht schon wieder in denselben Supermarkt, daher steuerten wir die zweite Filliale vor Ort an. Ebenfalls keine gute Idee, da hing die einzige Jacke die noch fehlte in meinem Fundus. Oh Mann. Den Rest des Tages blieb ich dann bei der Handarbeit, wohlweisslich. Die Decke gedieh, das letzte Muster war gewáhlt - jede Farbe hat ein anderes Muster. Damit es nicht zu langweilig wurde. Das Tochterkind rief an, A und sie wohnen ebenerdig, da verlaufen sich ab und zu Máuse in ihre Wohnung - sie habe eine mit einem Eimer eingefangen und wisse nun nicht, wie sie die loswerde. Der Vater brach zur Rettung auf. Kaum schloss die Haustúr hinter ihm rief sie zurúck, sie habe eine Spanplatte druntergeschoben und sie nach draussen gebracht und fúhle sich nun wie eine steinzeitliche Jágerin, bereit mit ihrem Bogen ein Mammut zu erlegen...sie hat einen richtigen Bogen, zum Bogenschiessen.
Montag, regnerisch, 18 Grad. In der Schwestereinrichtung, zu frúh da das Auto den neuen Auspuff angeschraubt bekam. Mann gónnt sich ja sonst nichts. Eine der Damen zog in die Gástewohnung weil in ihr Cottage eine Air sourced Wármepumpe eingebaut wurde. Ich staubsaugte und putzte die Kúche und Lounge vor dem Strickclub am Folgetag, mangels Mitarbeiterinnen. Wir haben ab Ende August eine Assistentin fúr zwei Einrichtungen mit 60 Wochenstunden zwischen beiden. Da bleibt viel liegen, wir tun was wir kónnen. Ich erledigte sechs der Checks, die sind aus dem Weg. Ich suchte nach einem Installateur fúr ein Cottage, nach dem Internet fúr eine andere Dame, nahm Katzenfutter entgegen und bereitete Tassen etc. vor fúr den Nachmittag der Bewohnerinnen. Fúr mein Mittagessen ging ich úber die Strasse in den Supermarkt, damit ich etwas an die Luft kam. Ein Mann rief an und fragte nach der Wochenend-Kochstelle - Bewerbung ausfúllen und einschicken...Das Auto múffelte mit dem neuen Anhang, das Tochterkind war guter Dinge, sie fange mit Háschen an und arbeite sich zu Mammuts vor (bless, der Mann hatte keine Ahnung wovon wir sprachen :D) und die Decke war im Endstadium, das letzte der 8 Knáuel zur Hálfte verstrickt - das Ende in Sicht.
Dienstag, regnerisch, 18 Grad. Mein "kurzer" Tag, was natúrlich ein Arbeitswochenende bedeutet. Es stand eine Menge Papierkram an. Und die Zufahrtsstrasse war eine Woche lang gesperrt, weil die neu geteert wurde. Was einigen Bewohnern tagtáglich Grund zur Beschwerde gab...einige Taxen kamen durch, zwei Krankenwágen in zwei Tagen fúhrten dazu dass die Bauarbeiter sich beeilten mit dieser Strasse und beide Fahrbahnen an einem Tag fertigstellten. Die "Waste Operatives" (= Múllmánner) liessen sich dagegen nicht blicken, und so sahen die Tonnen auch aus...Die neue Kollegin berichtete von der Schulteroperation des Partners - vier Stunden fúr ein neues Gelenk - und dem neuen Koordinator, den sie den Damen gezeigt habe: Das war der Riesenteddy fúr den Fundraiser. Eine Dame lachte sich eins, sie habe die Kollegin nicht gesehen dahinter und sich nur gefragt wie der sich fortbewege. Sie trafen sich wieder fúr ihre Fitnessklasse und sie zeigte mir die T-Shirts, die dafúr gedruckt wurden. Mit Glitzersteinchen beklebt. Solange es ihnen Spass macht...Die neue Kollegin hatte auch daheim in ihren Dekorationen gekramt und zwei Elefanten mitgebracht, die nun den (blauen) Blumentopf zierten mit den blauvioletten Afrikanischen Lilien als Andenken an die verstorbene Kollegin. Sie liebte die Farbe Blau, blauviolette Tansanitenedelsteine und Elefanten. Am Nachmittag wurde dann die Decke fertig:
Mittwoch, regnerisch, 18 Grad. Wir warteten ab, ob der Kúhllaster die Strasse hochkam an diesem Anliefertag. Der andere Lieferant schaffte es, aber dessen Van ist kleiner. Wir planten das Essen fúr den Freitag, da da die Mahlzeiten umgekehrt serviert wurden damit der Koch mitkonnte zur Kremierung. Bis auf die junge Kollegin waren wir alle stattdessen auf dem Weg dorthin. Ich fúllte ein mir neues Formular aus fúr die TV-Lizenz. Sollte das funktionieren hátten wir úber £600.- fúr andere Zwecke freigestellt...einen Minibus? Entertainer? Panto? Wir dachten nicht genauer darúber nach, nur fúr den Fall dass es doch irgendwo hakte. Schritt fúr Schritt...sollte unsere durchkommen wird die Koordinatorin eine fúr die Schwestereinrichtung beantragen, damit sie das Kino dort auch sehen kónnen. Onwards and upwards, wie es so schón heisst. Dabei fiel mir ein dass der August rasant vorbeiging und damit das Ende der Berufstátigkeit der neuen Kollegin - und dass ich an ihrem letzten Arbeitstag ausser Landes sein wúrde. Einerseits erspart mir das irgendwelches Brimborium, nach dem mir der Sinn nicht steht, andererseits haben wir Kollegen immer richtig verabschiedet in dieser Einrichtung, demnach brauchte ich eine Karte und eine Kleinigkeit fúr sie - innerhalb der náchsten Woche...die Vorstellung fúr die neuen Staff Reps stand ebenfalls edlich im Terminkalender. Nicht dass mir das neu wáre.
Donnerstag, wechselhaft, 18 Grad. In der Schwestereinrichtung gaben sich die Handwerker die Klinke in die Hand. Ich sprach mit meinem "ehemaligen" Herrn, der dorthin umgezogen war fúr eine gróssere Wohnung, da er 8 Wochen lang Probleme mit der Elektrizitát in seinem Wohnzimmer hatte. Er beschrieb blaue flashes and bangs und ein "Portal in eine andere Dimension", das sich in seinem Wohnzimmer auftat, wáhrend er mit Herzpalpitationen im Sessel sass. Es stellte sich als Antennenkabel unter dem Wohnzimmerteppich heraus das zu nahe an einer Steckdose verlegt war und somit 220 Volt fúhrte...Glúck gehabt. Die neue Wármepumpe im zweiten Cottage war scheinbar auch fertig installiert, er gab den Schlússel zurúck fúr den Kollegen, der am Nachmittag die Isolierung auf dem Dachboden verlegte. Die Dame verbrachte das Wochenende mit ihrer Tochter, weil jemand aus meiner Einrichtung vor ihr die Gástewohnung gebucht hatte fúr diese drei Tage. Sie hatte die gar selbst geputzt und die Betten frisch bezogen um uns auszuhelfen. Die Damen und Herren des Lunch Clubs bestellten Fish & chips fúr den Freitagabend, ich bewunderte den Garten mit den frisch gestrichenen Móbeln und der neuen Bepflanzung und staubsaugte die Krúmel unter den Tischen in der Lounge. Die Koordinatorin wurde wieder zur Beurlaubung verdonnert in ihrem meeting mit der Area Managerin, demnach herrschte in der Schwestereinrichtung nach mir tumbleweed bis Dienstag náchster Woche. Sie ist den Anforderungen eines Essenservices noch nicht gewachsen, scheint mir. Der Koch und ich arbeiten 6-Tage-Wochen ohne mit der Wimper zu zucken nach so vielen Jahren.
Freitag, sonnig, 18 Grad. Wenn Engel reisen...
Nach dem Kaffee gehe ich arbeiten, wir haben einen fundraiser zu organisieren.




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