Saturday, 19 September 2026

The week that was

 



Samstag, wechselhaft, angeblich 20 Grad. Je nach Windrichtung :D Der Mann hing in den Seilen, daher verbrachte ich den Vormittag mit anderen Dingen und strickte am ersten Geschenk weiter. Bis zum Abend hatte ich das erste fertig und das zweite zu 1/4 angefangen. Es war der 12., daher 12 in 12

Sonntag, sonnige Abschnitte, 18 Grad. Nach einem Pitstop fúr Proviant machten wir uns auf die Autobahn in Richtung Ostkúste und úber die Queensferry Crossing ins Kingdom of Fife. Der Mann plante eine Tour der Fife Coastal Tourist Route entlang des East Neuk of Fife durch all die kleinen Fischerháfen. Der erste Halt war der lange Strand in Leven, gegenúber am Ufer sahen wir den Húgel hinter North Berwick und den Bass Rock, den Brutfelsen der Basstólpel. Dazwischen streckt sich der Firth of Forth in die Nordsee. Nach Kirkcaldy hielten wir zuerst in Pittenweem. Dort ist der Fischmarkt, in dem all die Fischvans ihre Ware kaufen die sie dann in Schottland ausliefern an Fischláden und private Kunden. Da waren wir zum ersten Mal. Direkt anschliessend ist Anstruther, ein grósserer Hafen mit mehr Privatbooten und viel touristischer angelegt. Sie haben dort den besten Chippie Schottlands, aber wir besuchten dieses Mal den Laden des RNLI, des Royal National Lifeboat Institutes, da die seit Neuestem unter Beschuss sind von Nigel Farrage weil sie Leben retten. Die "falschen", seiner Meinung nach - eine Haltung, die wir Deutschen sehr gut kennen...der englische Tourist vor uns war aus demselben Grund im Laden und tat das lautstark kund. Doch wo er recht hat, hat er recht, es gibt keine zwei verschiedenen Klassen an Leben die sie aus dem Meer fischen in Seenot. Der náchste Hafen ist klein und war wieder neu fúr uns, Crail. Dort wird fúr £13.- Hummer auf Bestellung gekocht, den sie an diesem Tag aus dem Meer gezogen haben. Frischer geht nicht, und die Tóne der amerikanischen Touristen bescheinigen dass er gut ist. Dem Mann war nicht nach Lobster Thermidor, er fuhr weiter nach St. Andrews und dort endeten wir in einem italiensichen Restaurant auf eine neapolitanische Pizza, wáhrend die Studenten an uns vorbeiflanierten. Wie in seinen Studienzeiten dort sind die betuchten Sóhne und Tóchter sofort erkennbar daran, wie sie sich kleiden. Sie haben alle diesen Einheits-Look, von der Frisur úber die Jacken bis zu den Schuhen. Nach einem kurzen Spaziergang durch St. Andrews standen die 2 1/2 Stunden Rúckfahrt an, mit einem doppelten Espresso in Balado, wo frúher "T in the Park" stattfand auf der Wiese.


Pittenweem


Montag, sonnig mit Regen spáter, 20 Grad. An diesem Tag zog es den Mann nach Dunblane, eine Stadt weiter nach Stirling in Richtung A9. Geburtsort von Andy Murray und Ort der Schul-Schiesserei von 1996 mit 16 toten und 15 verletzten Kindern, einer toten Lehrerin und dem Táter, die zur Snowdrop Petition fúhrte und dem Verbot der meisten Schusswaffen fúr Privatgebrauch. Jedes Mal wenn Andy Murray sich dramatisch die Augen verdeckte und in den Himmel zeigte, war das der Grund. Vom áussersten Stadtrand an ist klar, dass Dunblane nicht arm ist. Was mir auffiel waren die Handarbeiten in den Schaufenstern, das Kunsthandwerk und das Studio, in dem allerlei Handarbeits- und Kunstkurse stattfinden. Zu dumm dass es ein Bank Holiday Monday war und die meisten Gescháfte geschlossen...sonst hátte ich mich eingedeckt mit Geschenken. Die Tópferei an der Hauptstrasse war verlockend :D Wir gingen an der Kathedrale vorbei hinunter zum Allan Water, dem Fluss durch Dunblane und Bridge of Allan. Dort traf ich meinen Freund, den Reiher wieder. Vor Jahren folgte mir der úberallhin. Er fúhlte sich vom Mann gestórt, flog auf eine kleine Insel im Strom, stand da eine Weile, flog weiter zum anderen Ufer als wir náherkamen und dann zurúck zu seinem ursprúnglichen Standort, der da hinter uns lag. Die 9 Kaninchen auf der Wiese nebenan liessen sich dagegen nicht von uns beim Knabbern stóren. Alles sehr "Village Green" und "Vicar's Wife", wie in Father Brown Mysteries. Dazu passend servierte mir das Cafe am Eck eine Beetroot Latte...

Dienstag, wechselhaft, 18 Grad. Boy, oh boy, ich hatte nachzuholen - Agentur-Timesheets, Bestellung, Rechnungen, Papierkram, Petty Cash, Banking, Ad Hoc Mahlzeiten weil sie fúr das Budget getrackt werden mússen, Geld záhlen, Finanzen, Salary Adjustment fúr Úberstundengehálter im August,...und wie mir auffiel hatte sich niemand darum geschert, Spenden einzutreiben fúr den Fundraiser. Und ich wurde drei Tage die Woche in die Schwestereinrichtung geschickt, weil die Kollegin Urlaub hatte, wo ich mit der Area Managerin die Vorstellungsgespráche halten sollte. Die Bewerberin fúr die Kúche war nicht aufgetaucht. Die Kollegin teilte mir mit dass eine der Bewerberinnen die Tochter meiner Dame sei und ich dachte "falscher Name". Zurecht, ein Lesen ihrer CV zeigte das recht schnell. Sie hatte die "falsche" Bewerberin eingeladen. Nachdem sie der Dame versichert hatte, ein Auge darauf zu haben. Oh well, nicht mein Fehler...Die Kochstelle geht nun an eine Agentur, in der Hoffnung dass die jemanden finden dafúr. Die Damen waren nicht begeistert als ich ihnen sagte, dass ich den Rest der Woche woanders sei, aber da wir zu dritt 9 Jobs abdecken sollen geht das nicht anders. Dieses Wochenende arbeitete ich freiwillig, weil die dritte Kollegin immer noch verschollen war und die junge Assistentin bereits meinen Urlaub vertreten hatte und meine freien Montage. Damit nicht alles den Bach runter geht.




Mittwoch, wechselhaft, 18 Grad. In der Schwestereinrichtung nahm ich zuallererst den Staubsauger in die Hand, der war notwendig nach vier Tagen ohne Personal. Die Farbe des Putzwassers nach dem Moppen des Kúchenbodens erwáhne ich gar nicht erst, der wurde seit geraumer Zeit nicht mehr gewischt. Wáhrend in meiner Einrichtung zwei Mikrowellen auf einmal eintrafen und der Koch sich eine aussuchen konnte...Ich lud meine Rechnungen der Agentur herunter und scannte sie durch, damit all das nicht noch lánger liegenblieb. Glúcklicherweise kann ich das nun in unserem "Hub". Der Koch rief mehrmals an mit Fragen, ich ging Katzenfutter kaufen in der Mittagspause und erledigte meine Checks, bevor ich den frisch gestrichenen Garten fotografierte und der Community online prásentierte. Die Kollegin sagt immer dass unser Hub der beste werden solle, und bisher war nur unser Garten vorzeigbar: Er war der nótige Ansporn, diesen aufzufrischen und aufzuráumen. Nun gibt es reichlich Sitzgelegenheiten und die Pflanzkúbel sind vorbereitet zum Bepflanzen fúr das Frúhjahr. Ich fing mehr Wintersocken fúr mich selbst an nach einem weiteren Paar fúr Geschenke. Und bestellte Shorties - ob mir die besser von der Hand gehen als ein Nadelspiel wird sich zeigen, auf alle Fálle fallen dann keine Nadeln raus...

Donnerstag, wechselhaft, 18 Grad. Ich erledigte Jobs, die mir die Area Managerin auftrug, bevor ein neuer Bewohner seinen Mietvertrag unterschrieb und die Schlússel abholte, von denen ich den dritten erst von einer Nachbarin der verstorbenen Vormieterin eingehándigt bekam. Deren Familie hatte sie nicht informiert, und sie verbschiedete sich mit dem Satz dass sie nun anderen ehemaligen Nachbarn Bescheid sage - sie habe Menschen gehabt, die sich um sie sorgten...Ich hatte mich gewundert wie wenig betroffen ihr Sohn war, der die Wohnung ráumte. Der neue Herr hatte seine Tochter dabei um Papierkram auszufúllen. Eine Sozialarbeiterin versuchte mich anzurufen, aber ich hórte sie nicht am Telefon und sie hórte scheinbar mich genausowenig, sie rief mich nach dem vierten Versuch mit ihrem Handy an. Das passierte mir auch in meiner Einrichtung schonmal. Ich ging halbgeschnittene Hecken anschauen und suchte nach "wucherndem Unkraut", das sich nirgends fand, weil die Area Managerin auf jegliche Anfrage mit dem Satz antwortet, ob die Person eine Beschwerde einlegen wolle...das ist ihre Standardantwort auf alles. Menschenskinder, manchmal wollen sie einfach nur dass sich jemand kúmmert! Und diese Dame sah dass die Gártner in der Tat die Hecken vor den ersten zwei Cottagereihen geschnitten hatten, aber die anderen ausliessen. Sie war zufrieden damit dass jemand das weitergeleitet hat.




Freitag, wechselhaft, 16 Grad. Morgens rief mich eine Pflegerin an, ihre Klientin brauche einen Krankenwagen. Ich rief an, sie fragten ihre Fragen, ich versuchte mit der Dame úber ihre Intercom zu sprechen und bekam keine Antwort. Das gefiel mir nicht, fúhrte aber dazu dass der Notarzt prompt vor der Túr stand...die Dame selbst war von der Fraktion, die sich selbst widerspricht - erst sagte sie mir sie wolle keinen Krankenwagen, doch sobald die Pflegerin neben ihr sass sagte sie das Gegenteil...der Arzt liess sie einweisen, offenbar war er nicht happy mit den Ergebnissen der Tests. Laut Pflegerin sei das jede Woche so, doch die Tochter sage den Krankenwagen jedesmal ab. Weiss ich alles nicht, ich handle nach dem was sich mir prásentiert. Danach besuchte ich eine andere Dame mit Krebs in ihrem Cottage, weil sie sich alleine zuviele Gedanken macht. Sie sei einsam und kónne nicht aus dem Haus. Ich werde sehen ob ich sie mit einer frúheren Pflegerin im Ruhestand zusammenbringen kann, die gerne einsamen Bewohnern Gesellschaft leisten wúrde weil sie sich daheim langweilt. Fragen kostet nichts. Und die Dame war fúher selbst Pflegerin, sie hátten sich viel zu erzáhlen. An Schichtende musste ich unsere Einnahmen des Augusts endlich einzahlen damit das Geld aus dem Weg war. Der Koch hatte mir mitgeteilt dass die Dachexpertin wieder die Mahlzeiten nehmen wolle von Montag an. Das war abzusehen, als sie die gekúndigt hatte. Daheim schob der Postbote die Shorties in den Briefkasten, also probierte ich die aus - gewóhnungsbedúrftig...

Nch dem Kaffee gehe ich wieder arbeiten. In meiner Einrichtung.

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