Saturday, 12 September 2026

The week that was

 


Samstag, wechselhaft, 19 Grad. Der Tag begann mit packen und aufráumen, bevor wir das Gepáck an der Rezeption abgaben und uns auf den Weg in die Stadt machten fúr ein Frúhstúck. Wir landeten in einem der mannigfaltigen Starbucks, dieser am George's Quay, aber auf der Súdseite des Flusses. Getoastetes Panini und Mokka und eine Runde people watching...auf der Nordseite des Liffey zog eine Demonstration an uns vorbei, wofúr/wogegen liess sich in dieser Entfernung nicht ausmachen. Mir kam die wieder recht dúnn besucht vor, aber da die Einwohnerzahl Dublins nur etwa 593.000 Menschen sind ist das dort vielleicht die Regel. Es macht die Stadt úbersichtlich...Wir hatten Zeit vor dem Flug, daher planten wir nochmal einen Besuch in Trinity College, einfach zum Herumschlendern. Die Strassen waren selbst fúr die Touristensaison ungewóhnlich voll an diesem Tag, und im Innenhof der Uni zeigte sich warum: Irland feierte den National Sevices Tag, also alle systemrelevanten Berufe von den Garda úber den  Ambulanzservice und die Kústenwache bis zu den verschiedenen Einsatzkráften der Armee. Anfangs sah das nach einer Berufsbórse aus - bis die Organisatoren den Weg ráumten fúr eine Parade fahnentragender Offiziere voller Orden. Der Mann sagte, dass das anders sei als in Schottland, weil da nichts ohne einen Dudelsackbláser marschiere - und schon kam eine Piping Band durch das Tor mit zig Dudelsácken vornedraus...gefolgt von anderen Einsatzkráften aller Arten. Am interessantesten fand ich die Soldaten in voller Montur, mit geschwárzten Gesichtern und Stiefeln, weil die trotzdem komplett lautlos marschierten...macht Sinn. Wir schwammen gegen den Strom der Touristen um das Gepáck abzuholen und die Bushaltestelle des Airport-Shuttle am Nordufer des Customs Quay zu finden. Mir wurde versichert dass die nur 2 Minuten Fussweg entfernt sei, was sich dann als halbe Stunde und in den Docklands herausstellte. Und als fúnf Stunden zu frúh fúr den Flug. Im Westen nichts Neues...nach viel Herumsitzen ging's dann wieder im Propellerflugzeug úber die Irische See gen Heimat. Nach zwei Tagen ohne Nadeln in der Hand (weil ich nichts halbfertiges mitschleppen wollte) nadelte ich Abends noch Drops Fabel mit Mohair an: Socktober naht, siehe oben.

Sonntag, bewólkt, 21 Grad. Die Sockerei wurde von einer Ladung Wásche begleitet, die ich erledigen musste nach dem Trip. Der Mann fragte was wir táten - nach Dublin war das keine leichte Entscheidung, verglichen mit dem Trubel dort waren bei uns die Búrgersteige hochgeklappt...tote Hose. Seine úblichen Cafes rissen mich nicht vom Hocker. Anfangs motivierte mich gar nichts zum Verlassen des Hauses. Nach dem Leeren des Wáschetrockners liess ich mich dann doch breitschlagen, allerdings sollte es ein anderes Cafe sein, das wir erst einmal besucht hatten. Etwas Novelty musste sein. Die Nachbarstadt wirkte wie eine Ghost town, kaum Menschen, viele Láden geschlossen, recht desolat - die Frau hinter der Theke verriet uns warum: Das Internet sei down, ihre Anzeigetafeln funktionierten nicht und sie nahmen nur Bargeld, ganz "old school". Der Fehler liege irgendwo ausserhalb, weshalb der Anbieter auf die Genehmigung des Councils warte, die Fussgángerzone aufgraben zu dúrfen um danach zu suchen. Daheim holte ich online nach was wáhrend des Trips liegengeblieben war, bearbeitete Fotos und strickte die Wollsocke weiter.




Montag, regnerisch, 15 Grad. Ich strickte die zweite Socke des ersten Fabel-Paares zu Ende und begann ein weiteres. Ich hatte das in sechs verschiedenen Farben bestellt, und wie es aussieht reicht ein Knáuel fúr ein Paar. Der Mann bereitete sich auf eine Prozedur am Folgetag vor, er musste ab Nachmittag fasten, daher zog es ihn am Vormittg in ein Cafe. Dort traf er sich mit einem Bekannten. Ich liess mich vor dem Supermarkt absetzen, weil ich einige Dinge brauchte. Da lagen nun die Lebkuchen im Regal...ich machte einen grossen Bogen drumherum. Mir stand der Sinn auch nicht nach einem Streifzug an den herbstlichen Schaufenstern vorbei, kaum bezahlt steuerte ich den Bus nach Hause an. Es nieselte, ich strickte weiter bevor meine Haare an der Reihe waren - nachdem ich sie in Dublin im Reissverschluss der Jacke verfangen hatte war die Entscheidung gefallen, dass beinahe 20cm abgehackt wurden. Keine Sorge, sie reichen immer noch bis zu den Schulterbláttern...nur mir kommt es ungewohnt vor, als ob plótzlich die Hálfte ausgedúnnt wáre - dabei sind sie einfach nur kúrzer. Ich streichelte die abgeschnittene Portion nochmal, weil die Trennung nicht leicht fiel nach so vielen Jahren der Geminsamkeit 😁. Weg isses. Wáchst wieder. Und dann begann das Martyrium des Mannes fúr die Prozedur am Folgetag. The less said the better.

Dienstag, abwechselnd Regen und sonnige Abschnitte, 14 Grad. Brrr! Ich war bis 2 Uhr morgens wach, weil der Mann in 10-Minuten Abschnitten im oberen Stock unterwegs war. An Schlaf war da nicht zu denken. Erst als er selbst weggedámmert war konnte ich mich unter der Decke aufwármen. Am Morgen zog es ihn wieder 90 Minuten vor dem Termin aus dem Haus und unterwegs wáre er fast mit einem LKW Kopf an Kopf gegangen, weil er mit Bleifuss losfuhr. Danach regte er sich etwas ab...Wir kreisten eine Weile bis ein Parkplatz frei war und er kam púnktlich dort an. Sie wollten meine Telefonnummer haben als Next of Kin - vertrauenserweckend....das sind die Familienkontakte, die wir in der Ernstlage informieren. Oh well. Ich liess ihn in deren Hánden und setzte mich eineinhalb Stunden ins Cafe des Royal Voluntary Service mit meiner "Homespun Aran" aus Dublin. Wenn ich schonmal mein Frúhstúck dort kaufte bezahlte ich eine Mahlzeit fúr eine/n Krankenhausangestellte/n mit. Ich war der bunte Hund unter den Gásten, die Meisten sassen mit dem Handy am Tisch oder mit Begleitung, ich strickte einen Schal. Die Spitze des Mittelfingers der linken Hand war dabei die meiste Zeit taub, keine Ahnung ob der mit der Umgebung sympathisierte. Der Mann kam wieder, sie hátten Polypen entfernt, und steuerte das Cafe an fúr die erste Mahlzeit in 11 Stunden.




Mittwoch, regnerisch, 19 Grad. Mich zog es nicht vor die Túr...ich hatte einige Punkte auf meiner to-do-Liste fúr den Urlaub und Wolle vor mir liegen. Keine gute Idee :D Andererseits sollte ich ja abschalten von der Arbeit mit nun vier Kollegen (mich inklusive!) fúr zwei Einrichtungen, fúr die wir 9 Minimum haben sollten. Da ist es eine Leistung dass wir den Service úberhaupt aufrecht erhalten. Zwei freilaufende Chefs arbeiteten an den Tagen, an denen die Koordinatorin frei hatte. Dasselbe steht mir bevor, wenn sie ihren Urlaub nimmt. Vermutlich minus freilaufender Chefs. In meiner Abwesenheit sollten einige Bewerbungsgespráche stattgefunden haben, ich hatte mein Auge auf eine Bewerberin fúr die Kúche und eine fúr die Schwestereinrichtung...das wáre bereits eine Hilfe. Derweil rasierten sie in der Nebenstrasse die Gehwege und hoben die Betonplatten und Steine, die seit Urbeginn dort lagen. Wir sind gespannt warum und womit sie die ersetzen - eine meiner Damen stolperte vor Jahren úber so eine Platte und verklagte das Council nachdem sie sich die Schulter brach und das Bein verletzte, das Council zahlt seitdem fúr all ihre Taxen die sie nehmen muss weil sie nicht mehr gut zu Fuss ist...und aus der Rubrik "What did the Scottish Government ever do for us" ist seit Montag der £2.- cap fúr Busfahrkarten in Kraft, nun kostet eine Fahrkarte egal wohin nur noch £2.-. 

Donnerstag, wechselhaft, 18 Grad. Am Vortag hatte ich noch úberlegt ob ich aus dem Haus gehe und das auf den Donnerstag verschoben. Aber nun wirklich...ich steuerte die Bushaltestelle an um meine 2.- zu bezahlen fúr den Trip nach Glasgow. Der kostete davor das Vierfache. In den letzten Tagen war mir zunehmend aufgefallen, wie oft Holyrood u.a. auf YouTube vertreten war mit Ankúndigungen und Einblicken in ihre Arbeit: Sie legen das Fundment fúr ein zweites IndyRef. Ein Teil dessen ist, all den Márchen der "No"-Brigade entgegenzutreten, z.B. dass die Schottische Regierung Schulden mache - dúrfen sie gar nicht, als Grundbedingung fúr den Bestand von Holyrood mússen sie die Búcher bilanzieren und kónnen sich nicht verschulden (gilt auch fúr Wales und Stormont), die Schulden werden ihnen "grosszúgig" von Westminster zugeteilt die sie verursachen, aber allen Nationen zur Abzahlung aufhalsen. Wáhrend sie schottische Exporte durch ihre eigenen Háfen zwingen und damit ihre eigene Handelsbilanz verschónern. Mir fiel auch mal wieder der Unterschied in der Haltung von Westminster im Vergleich zu Irland auf - hier erwáhnte ein Radio DJ den "Emergency Services Day" und dankte den Einsatzkráften, wáhrend 99% der Bevólkerung keine Ahnung hatte dass es den gibt (ich inklusive). In Dublin standen wir vor fúnf Tagen neben den Paraden der Einsatzkráfte am "National Services Day", die einen Teil Dublins lahmlegten, selbst die Strassenbahnen. Wie dem auch sei, ich war auf der Suche nach Wolle und besuchte zwei Láden, die dicht beieinander liegen in Buchannan Street. Und ging dann wieder heim, weil ich keine Lust hatte herumzuwandern. Das ist zur Zeit háufig der Fall.




Freitag, wechselhaft, 17 Grad. Siehe oben? Keine Lust, mich aus dem Haus zu bewegen. Ich nadelte eine Mánnersocke an, deren Dimensionen mir absolut riesig vorkamen - ich unterschátze gerne, wie lang die fúr mich sein sollten, aber 22.5cm fúr Grósse 42? Sieht sehr gross aus. Zwischendurch ribbelte ich die Ferse, weil die verstárkte reichlich danebenging. Nun ist es stattdessen eine normale. Ich zog extra das dúnnere Nadelspiel aus der Schublade dafúr. Der Plan ist, all die etwas extremeren Varianten zu Mánnersocken zu verarbeiten. Dem Mann ist die Farbe egal und er verlangt jedes Jahr Socken als Teil seines Geschenkes. Kann er haben :D Das Gescháft in Dublin fúhrte Opal Sockenwolle, aber die Farbverláufe erinnerten an das Testbild des ZDF. Ich habe einige in Drops Fabel, die in die Richtung tendieren...der Mann leidet derweil an einer Mánnerkáltung - bei ihm wirkt das Medikment aus Dublin offenbar nicht, das meine recht schnell abklingen liess obwohl ich mir ziemlich sicher bin dass ich in der ersten Nacht Fieber hatte. Nur kein Thermometer. So heiss war mir schon lange nicht mehr. Es klang schnell ab.

Nach dem Kaffee ist den ganzen Tag der 12. 

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