Samstag, wechselhaft, 19 Grad. Der Tag begann mit packen und aufráumen, bevor wir das Gepáck an der Rezeption abgaben und uns auf den Weg in die Stadt machten fúr ein Frúhstúck. Wir landeten in einem der mannigfaltigen Starbucks, dieser am George's Quay, aber auf der Súdseite des Flusses. Getoastetes Panini und Mokka und eine Runde people watching...auf der Nordseite des Liffey zog eine Demonstration an uns vorbei, wofúr/wogegen liess sich in dieser Entfernung nicht ausmachen. Mir kam die wieder recht dúnn besucht vor, aber da die Einwohnerzahl Dublins nur etwa 593.000 Menschen sind ist das dort vielleicht die Regel. Es macht die Stadt úbersichtlich...Wir hatten Zeit vor dem Flug, daher planten wir nochmal einen Besuch in Trinity College, einfach zum Herumschlendern. Die Strassen waren selbst fúr die Touristensaison ungewóhnlich voll an diesem Tag, und im Innenhof der Uni zeigte sich warum: Irland feierte den National Sevices Tag, also alle systemrelevanten Berufe von den Garda úber den Ambulanzservice und die Kústenwache bis zu den verschiedenen Einsatzkráften der Armee. Anfangs sah das nach einer Berufsbórse aus - bis die Organisatoren den Weg ráumten fúr eine Parade fahnentragender Offiziere voller Orden. Der Mann sagte, dass das anders sei als in Schottland, weil da nichts ohne einen Dudelsackbláser marschiere - und schon kam eine Piping Band durch das Tor mit zig Dudelsácken vornedraus...gefolgt von anderen Einsatzkráften aller Arten. Am interessantesten fand ich die Soldaten in voller Montur, mit geschwárzten Gesichtern und Stiefeln, weil die trotzdem komplett lautlos marschierten...macht Sinn. Wir schwammen gegen den Strom der Touristen um das Gepáck abzuholen und die Bushaltestelle des Airport-Shuttle am Nordufer des Customs Quay zu finden. Mir wurde versichert dass die nur 2 Minuten Fussweg entfernt sei, was sich dann als halbe Stunde und in den Docklands herausstellte. Und als fúnf Stunden zu frúh fúr den Flug. Im Westen nichts Neues...nach viel Herumsitzen ging's dann wieder im Propellerflugzeug úber die Irische See gen Heimat. Nach zwei Tagen ohne Nadeln in der Hand (weil ich nichts halbfertiges mitschleppen wollte) nadelte ich Abends noch Drops Fabel mit Mohair an: Socktober naht, siehe oben.
Sonntag, bewólkt, 21 Grad. Die Sockerei wurde von einer Ladung Wásche begleitet, die ich erledigen musste nach dem Trip. Der Mann fragte was wir táten - nach Dublin war das keine leichte Entscheidung, verglichen mit dem Trubel dort waren bei uns die Búrgersteige hochgeklappt...tote Hose. Seine úblichen Cafes rissen mich nicht vom Hocker. Anfangs motivierte mich gar nichts zum Verlassen des Hauses. Nach dem Leeren des Wáschetrockners liess ich mich dann doch breitschlagen, allerdings sollte es ein anderes Cafe sein, das wir erst einmal besucht hatten. Etwas Novelty musste sein. Die Nachbarstadt wirkte wie eine Ghost town, kaum Menschen, viele Láden geschlossen, recht desolat - die Frau hinter der Theke verriet uns warum: Das Internet sei down, ihre Anzeigetafeln funktionierten nicht und sie nahmen nur Bargeld, ganz "old school". Der Fehler liege irgendwo ausserhalb, weshalb der Anbieter auf die Genehmigung des Councils warte, die Fussgángerzone aufgraben zu dúrfen um danach zu suchen. Daheim holte ich online nach was wáhrend des Trips liegengeblieben war, bearbeitete Fotos und strickte die Wollsocke weiter.
Montag, regnerisch, 15 Grad. Ich strickte die zweite Socke des ersten Fabel-Paares zu Ende und begann ein weiteres. Ich hatte das in sechs verschiedenen Farben bestellt, und wie es aussieht reicht ein Knáuel fúr ein Paar. Der Mann bereitete sich auf eine Prozedur am Folgetag vor, er musste ab Nachmittag fasten, daher zog es ihn am Vormittg in ein Cafe. Dort traf er sich mit einem Bekannten. Ich liess mich vor dem Supermarkt absetzen, weil ich einige Dinge brauchte. Da lagen nun die Lebkuchen im Regal...ich machte einen grossen Bogen drumherum. Mir stand der Sinn auch nicht nach einem Streifzug an den herbstlichen Schaufenstern vorbei, kaum bezahlt steuerte ich den Bus nach Hause an. Es nieselte, ich strickte weiter bevor meine Haare an der Reihe waren - nachdem ich sie in Dublin im Reissverschluss der Jacke verfangen hatte war die Entscheidung gefallen, dass beinahe 20cm abgehackt wurden. Keine Sorge, sie reichen immer noch bis zu den Schulterbláttern...nur mir kommt es ungewohnt vor, als ob plótzlich die Hálfte ausgedúnnt wáre - dabei sind sie einfach nur kúrzer. Ich streichelte die abgeschnittene Portion nochmal, weil die Trennung nicht leicht fiel nach so vielen Jahren der Geminsamkeit 😁. Weg isses. Wáchst wieder. Und dann begann das Martyrium des Mannes fúr die Prozedur am Folgetag. The less said the better.
Dienstag, abwechselnd Regen und sonnige Abschnitte, 14 Grad. Brrr! Ich war bis 2 Uhr morgens wach, weil der Mann in 10-Minuten Abschnitten im oberen Stock unterwegs war. An Schlaf war da nicht zu denken. Erst als er selbst weggedámmert war konnte ich mich unter der Decke aufwármen. Am Morgen zog es ihn wieder 90 Minuten vor dem Termin aus dem Haus und unterwegs wáre er fast mit einem LKW Kopf an Kopf gegangen, weil er mit Bleifuss losfuhr. Danach regte er sich etwas ab...Wir kreisten eine Weile bis ein Parkplatz frei war und er kam púnktlich dort an. Sie wollten meine Telefonnummer haben als Next of Kin - vertrauenserweckend....das sind die Familienkontakte, die wir in der Ernstlage informieren. Oh well. Ich liess ihn in deren Hánden und setzte mich eineinhalb Stunden ins Cafe des Royal Voluntary Service mit meiner "Homespun Aran" aus Dublin. Wenn ich schonmal mein Frúhstúck dort kaufte bezahlte ich eine Mahlzeit fúr eine/n Krankenhausangestellte/n mit. Ich war der bunte Hund unter den Gásten, die Meisten sassen mit dem Handy am Tisch oder mit Begleitung, ich strickte einen Schal. Die Spitze des Mittelfingers der linken Hand war dabei die meiste Zeit taub, keine Ahnung ob der mit der Umgebung sympathisierte. Der Mann kam wieder, sie hátten Polypen entfernt, und steuerte das Cafe an fúr die erste Mahlzeit in 11 Stunden.




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