Samstag, wechselhaft, 16 Grad. Es fúhlte sich kálter an. Der Mann zog die Winterjacke an...Ich hatte Arbeit, freiwillige, weil die dritte Kollegin krank ist seit sie den Job bekam. Und nach drei Tagen in der Schwestereinrichtung gab es zu tun. Der Teppich sah aus als ob er drei Tage keinen Staubsauger mehr gesehen hátte, aber dann war die junge Kollegin auch in der Kúche mit eingespannt. Der Koch war offensichtlich von seinem bevorstehenden Urlaub in Spanien abgelenkt, das sah ich auch am Zustand der Kúche und des staff rooms. Irgendwas musste unter dem Personalmangel leiden...frau kann eben nicht absolut alles selbst tun. Einer der Herren wollte die Woche lang Essen bestellen und bezahlte gleich dafúr. Gut fúr die Bilanz und leichter fúr ihn, weil er krank ist. Ich erledigte die letzten zwei Schritte, die beim Banken der Einnahmen anfallen. Eine der Damen kam mit Bedenken, weil die anderen Damen so úberhaupt nicht auf die Idee eines Adventsbazars ansprangen. Ich riet ihr, das anders zu verpacken - ein Crafternoon pro Woche, an dem sie zusammensitzen und etwas vor sich hin basteln. Ob was dabei herauskommt ist zweitrangig, in erster Linie ist es eine gemeinsame Aktivitát wenn das schlechte Wetter anbricht. Sie muss das nur richtig verkaufen. Und die Koordintorin sagte bereits dass sie einen Bazar haben werden, egal ob sie den wollen oder nicht...:D
Sonntag, wechselhaft, 16 Grad. Dasselbe in grún, nur dieses Mal ohne junge Kollegin, nur der Agenturkoch und ich. Die Dame berichtete dass die Crafternoons ein "Go" seien, nachdem sie ihnen die schmackhaft gemacht hatte mit etwas zu tun an einem langweiligen Nachmittag...denn danach fragen sie auch stándig. Meine andere Dame war aus dem Krankenhaus zurúck und fragte nach Erlaubnis fúr einen Geschirrspúler. Auf árztliches Anraten, sagte sie. Ich nehme an sie haben getestet warum sie stándig Úbelkeit úberkommt bis sie im Krankenhaus landet. Ihre Ohrlócher musste ich quasi wieder durchstechen nach diesem Stint. Der Agenturkoch fragte, warum diese Woche ein anderer Koch komme - weil ich gebeten wurde, eine andere Agentur zu nutzen weil er der Koordinatorin sagte dass geforene Omelettes gegen seinen Glauben seien...nachdem die Bewohner danach fragten weil sie die mógen und sie kleiner sind als die Fladen, die er ihnen vorsetzt, selbst wenn die frisch gekocht sind. Wir richten uns nach dem was sie mógen, das ist unser Glauben, weil sie es sind die das essen sollen...dieselbe Diskussion hatte ich mal mit einem chinesischen Koch, der zurecht bemákelte was die Briten aus ihrer Kúche machten - allerdings sah er gleich das Licht als ich ihm sagte dass wir den Oldies nicht vorschreiben was sie zu mógen hátten. Ein guter Sohn/Enkel zu sein ist in China die geschátzteste Qualitát. Dazu gehórt hóchster Respekt fúr die Ansichten der Álteren.
Montag, wechselhaft, 16 Grad. Mein freier Tag. Ich strickte fast zwei Paar Socken wáhrend ich Youtube Videos laufen hatte. Am Nachmittag stand der Einkauf fúr die Woche an, mit Besuch des greasy spoons, in dem wir eine ganze Weile sassen. Das im Foto schmeckte sehr nach Karamellsirup, weil sie recht viel reingegossen hatten. Nur fúr schottischen Geschmack trinkbar....
Dienstag, sonnig, 16 Grad. Wobei sich die Luft nun frischer anfúhlt, der Herbst ist da. In meiner Einrichtung stellte ich die Wanne vor die Búrotúr fúr die Spenden, die wir sammeln. Wer eine Tombola will der sollte Gutes sammeln...die Dame wollte wissen was an dem Sonntag stattfinde und ob sie bereits Lose verkaufen kónne. Ja, aber nur dafúr, weil der Verein eine eigene Glúcksspiellizenz hat. Sonst dúrften wir's nur am Tag selbst weil wir keine haben. Sie staunte Mal wieder, was da alles dranhángt von dem sie keine Ahnung hatte. Schadet nichts wenn sie einen Einblick bekommen warum wir manche Dinge nicht tun - das lásst sich nicht einfach alles so spontan organisieren. Aber weil das normalerweise alles im Hintergrund erledigt wird ist ihnen das nicht bewusst. Ich war allein mit dem Agenturkoch und es zeigte sich schnell, wie ungúnstig es ist wenn ich nicht anwesend bin fúr die Einfúhrung. Mein Service ist lange davon entfernt dass ich ihn bedenkenlos anderen Kollegen úberlassen kónnte...die denken nicht an die Hálfte dessen was getan werden muss weil sie's nicht gewóhnt sind. Wenn schon die Wochenendarbeit sie auslaugt...das ist noch das Geringste. Diese Woche emailte ich die Fleisch-, Gemúse- und Obstbestellung am Sonntag von daheim aus, weil es nicht anders zu organisieren war.
Mittwoch, wechselhaft mit sonnigen Abschnitten, 16 Grad. Die Kollegin hatte mir im handover geschrieben dass die letzten beiden Tage ein Manager einer anderen Einrichtung in ihrer vorbeischauen wúrde weil ich nicht da sei. Was immer der geschaut hat, er hinterliess keinerlei Spuren seiner Anwesenheit, nichts war abgehakt, nichts war erledigt und ich fand einen Umschlag vom Montag auf dem Boden liegen, der nichtmal aufgehoben wurde. Mir scheint er glánzte mit Abwesenheit...Voicemail deutete ebenfalls daraufhin, denn da bat jemand um Rúckruf und teilte mit, dass ihr Onkel am Samstag verstorben war. Frau sollte annehmen dass sowas auf der to-do-Liste steht jeden Morgen und dass ein Koordinator eines anderen Hubs das wússte. Vielleicht ist das nun unter seiner Gehaltsstufe...er ist mit Sicherheit der einzige Koordinator, der kein Wochenende arbeiten muss weil er mit einem Anwalt gedroht hatte. Und zwei Gehaltsstufen úber unserer Koordinatorin bezahlt wird. Da ist mann sich wohl zu fein. (Ja, wir haben Vorgeschichte...der "me too"- und Mobbing von Kolleginnen-Variante). Der Tag war ausgefúllt mit Nachholen, das wird langsam zum Leitmotiv unserer Arbeit.
Donnerstag, sonnig, windig, 17 Grad. Vorstellungsgespráche, vier an der Zahl, also vier Stunden nur dafúr und das mitten im Arbeitstag. Da blieb nicht viel Zeit fúr alles andere. Alle vier kamen dieses Mal, offenbar waren die geánderten Stunden attraktiver fúr Bewerber. Fúr uns bedeutet das dass wir effektiv das Personal verringert haben um ihnen mehr Stunden zu geben. Die ersten zwei Kandidatinnen waren hervorragend, die anderen beiden wussten nicht sonderlich viel úber den Job, aber sie kónnten als Springerkráfte arbeiten wenn sie wollen. Ich sah bereits deutlich, welche der Area Managerin zusagte - die mit 25 Jahren Managementerfahrung im Verkauf, weil sie gleich mit "delegieren" und dem ganzen Management speak daherkam. Ich hatte dagegen die Koordinatorin im Ohr - "Sie will meinen Job haben!" Die andere arbeitete in Pflege und als Putzkraft in einem Pflegeheim und hatte sámtliche Polizeichecks die man sich vorstellen kann (ich wusste gar nicht dass frau einen fúr's Putzen bekommt :D). Das gibt uns eine Chance des schnelleren Onboardens...(yep, kónnen wir auch, das "Envelope-pushen", tun wir nur normalerweise nicht :D) Ganz ehrlich war mein erster Gedanke, dass die Verkáuferin erstklassig wáre als dritte im Bunde anstelle der kranken Kollegin - es liegen Welten zwischen ihnen.
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| Der neue Hospizladen in der Stadt, den A. zur Zeit managen muss einmal die Woche mangels Personal |
Freitag, sonnig, 17 Grad. Die Area Managerin hatte das Bewerten der Vorstellungsgespráche auf heute verschoben, offenbar war ihr das am Vortag zuviel. Da sind wir hárter im Nehmen, wir hátten am Vortag bereits die Zusagen und den Papierkrieg auf den Weg gebracht. Zeit ist Geld mit allem anderen bei ihr, nur damit nicht. Die Familie des verstorbenen Bewohners meldete sich auch nicht, ich gab das Formular trotzdem ein damit sie die Wohnung an jemanden von der Warteliste vergeben konnte. Das passiert mittlerweile bevor er úberhaupt begraben wurde...Das Teams-meeting funktionierte nicht, weil wir uns nicht hóren konnten, weshalb sie es auf den Nachmittag am Telefon verschob. Ich wusch derweil Bettwásche der Gástewohnung, trocknete sie und bezog das Bett neu und scheuchte die Tassen der Bewohner durch den Geschirrspúler. Bis mir die Area Managerin andere Jobs gab mangels Koordinatorin und ich meine Pláne ándern musste fúr den Rest der Schicht. War natúrlich wieder lánger dort als anberaumt.
Nach dem Kaffee habe ich heute mal frei 😁




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