Saturday, 3 January 2026

The week that was

 


Samstag, trocken, 5 Grad. Was kann ich sagen? Ich war arbeiten...wie jedes Mal sah man kaum, dass ich in der Kúche war. Beide Kóche hinterlassen úblicherweise einen Bombenkrater wenn sie kochen, ich putze quasi hinter mir her. Das sah ich bei einem Agenturkoch, der drehte sich nichtmal um ohne etwas zu wischen wáhrend er sich mit uns unterhielt. Scheint mir einfacher, dann bleibt an Schichtende nicht alles zu tun. Dieses Mal schaffte ich es, auf meinen Hánden zu sitzen - normalerweise nehme ich mir vor, nur einen der Jobs zu erledigen und ende dann doch vor dem Computer mit Papierkrieg am Wickel. Ich hatte fúr die Mittagspause meinen angefangenen Schal dabei, das war das Geheimnis: Ich hatte stattdessen den am Wickel :D Der neue Bewohner kam vorbei und holte seine Páckchen ab, die fúr ihn eintrafen obwohl er noch nicht eingezogen war. Ansonsten war es lange Zeit wie ausgestorben, so ruhig, keine Menschenseele zu sehen bis zum Nachmittag. War mir recht, wenn ich schon mein Wochenende in der Arbeit begann. Der neue Bewohner ist interessant - er sah den Schal und verriet mir, dass er als Junge stricken gelernt habe von seiner Mutter. Ob wir ihn fúr das Strickkránzchen begeistern kónnten? Mit all den neu erlernten Skills liesse sich ein weiterer Bazar hervorraged bestúcken :D Ich kann mir vorstellen dass sich eine Runde verschiedenfarbiger Sofie-Schals gut verkauft...zumal ich einen an einem guten Tag fertig habe, so wie diesen angefangenen, der war am Abend abgekettet. 


Sonntag, trocken, 3 Grad. Der Mann fragte am Morgen ob ich Dinge fúr die Arbeitswoche besorgen músse - er mag auf dem Planeten "Weihnachtsferien" existieren, unsereine arbeitete normal durch: Klardoch...und das musste alles in diesen Tag gequetscht werden. Wir brachen mittags bereits auf, damit nicht wieder alles leergekauft wáre wie beim letzten Mal. Er kam nicht an seiner Kanne Tee im greasy spoon vorbei. Mittendurch schneiten das Tochterkind und A herein, sie waren nebenan im deutschen Discounter einkaufen und sahen das Auto auf dem Parkplatz, woraus das Tochterkind messerscharf schloss dass sie uns im Cafe finden wúrden...Anschliessend stand auch die Apotheke noch aus, da am Vortag bereits geschlossen nach Schichtende. Ich hatte damit gerechnet dass die Weihnachtszeit sich bemerkbar machen wúrde, zumindest auf der Waage, aber dem war nicht so - alles gleich. Auch der Blutdruck.  Und weil gerade Schlussverkauf war und ich vor einem passenden Laden stand, suchte ich dem Tochterkind einen Lammswollpullover aus, auf dem sich lauter Scháfchen tummeln, schliesslich ist sie die letzte im Geburtstagsreigen dieser Saison. Wáhrend ich das Weihnachtsgeschenk der Schwiegermutter in Kaschmir anlegte...der fiel mir zufállig in die Hánde, von einer Pariser Marke die mir absolut nichts sagt :D Warm isses und kratzt nicht so. Dieser Tage fror ich, was ich gar nicht gewóhnt bin. Zuwenig "Pelz" mittlerweile? Ich fing einen Schal an, in derselben Wolle, mit dem Sofie-Muster, nur als normalen langen Schal gestrickt. 




Montag, trocken, 3 Grad. Die Arbeitswoche begann mit einem nicht funktionierenden Ofen in der Kúche, Heizkórpern die nicht warm wurden und einem Hot Cupboard, das nicht heizte. Die "holy trinity" dieses Mal alles was mit Wárme zu tun hat...oder der "Fluch der 3"? Wir warteten auch nach wie vor auf die neue Klarsichtfolie, die uns mittlerweile ausging. Und die Rúckzahlung fúr vier 2 Liter-Kartons Milch, die nicht geliefert wurden. Menschenskinder! Zwei Damen kamen ins Búro und beschwerten sich úber ihr Essen am Sonntag, die Springerkraft habe ihnen Pie und Chicken Goujons vorgesetzt statt eines Roast Dinners. Kann ich verstehen dass ihnen das nicht mundete...scheinbar ging es der Springerkraft gar nicht gut, die neue Kollegin wollte sie mehrmals heimschicken, aber wenn sie nicht arbeitet verdient sie nichts, weil sie Vertráge vermeidet wie die Pest. Damit hat sie sich schon mehrfach selbst ein Bein gestellt, da sie dann natúrlich auch kein Krankengeld bekommt. Ich stellte den icord-Schal in fluffig fertig und náhte zwei Tasseln dran an den Enden. Sieht úberraschend gut aus :D Ich bin kein Fan von solchem Firlefanz, aber die Schal-Enden brauchten etwas als Abschluss, das sah "nackig" nicht so gut aus weil die ja nicht geknotet werden wie bei einem Sofie-Schal. Ich wartete auf meine Bestellung neuen Materials wie der Hund aufs Metzgen...

Dienstag, trocken, -3 Grad úber Nacht. Zwei Einrichtungen an einem Tag. Morgens arbeitete ich in der eigenen Einrichtung - am Nachmittag in der Schwestereinrichtung. Das soll unsere Zukunft werden als Hub...abgesehen davon springt die Kollegin stándig fúr mich ein, wáhrend ich aufgrund der anderen Natur unseres Services seltener fúr sie antrete. Wir sind 365 Tage im Jahr geóffnet, sie hat alle Wochenenden und Feiertage frei. Fúr sie wúrde die Umstellung grósser als fúr mich wenn sie sie an Wochenenden und Feiertagen einsetzten in der Zukunft. Die Bewohner fánden das schwieriger als ich, weil sie daran gewóhnt sind dass ich stándig verfúgbar bin und nun mússen sie plótzlich "teilen"...:D Das ist ein Nebeneffekt dessen dass der Essensservice absolute Prioritát hat wenn es um die Personaldecke geht. Mittags machte ich mich auf den Weg zur Post um unsere Einnahmen einzuzahlen fúr den Monat, wanderte durch den Supermarket auf dem Weg fúr mein Mittagessen und richtete mich dann háuslich ein im Búro der Schwestereinrichtung. Dort musste ich erst IT fragen, wie ich deren email auf den Schirm bekomme. Ich erhielt einen Notruf von einer der Wohnungen, dort rissen sie die Teppiche raus laut deren Auskunft. Okay...einen anderen Notruf verfolgte ich in die Lounge, nachdem sich in der Wohnung niemand meldete und auch niemand an die Túr kam - allerdings hórte ich eine Dame in der Lounge, die einen Erfahrungsbericht ihres Krankenhausaufenthalts lieferte - und von einem der Spreadsheets fúr Checks wusste ich, dass die "notrufende" Dame gerade aus dem Krankenhaus kam...call me Poirot...Daheim wartete mein Páckchen voller Baumwoll-Kaschmir und Wolle-Alpaka, von dem ich mir gleich ein Gelb und ein Tulpenrot vornahm. Der gelbe Schal war nach zwei Stunden fertig, der rote wurde von der Nachtruhe unterbrochen :D




Mittwoch, 3 Grad, gefroren. Ein weiterer Tag in zwei Einrichtungen. In der eigenen erwarteten mich Benachrichtigungen dass der Kaltwasserspender nicht mehr funktioniere. Hmm. Dringender war der Zettel, der in der Túr steckte - die Decke sei runtergekommen im ersten Stock, es tropfe Wasser...nebst der Benachrichtigungen erwarteten mich ausserdem ein Ingenieur fúr den kaputten Ofen und einer fúr die Heizkórper im ersten und zweiten Stockwerk, die plótzlich nicht warm wurden. Ich ging meine Decke inspizieren - yep, die Deckenfliese lag auf dem Boden und es tropfte an drei Stellen aus einem Rohr...ich war gerade auf dem Weg einen Eimer zu holen als der Heizungsingenieur an die Búrotúr klopfte, ob ich wisse dass ich ein Leck habe im ersten Stock...es stellte sich als Glúcksgriff heraus dass er just in dem Moment im Gebáude war, er verfolgte das Rohr und stellte es zeitweise ab um das Leck zu beheben, obwohl er nichts mit unserer Kaltwasserversorgung zu tun habe. Fúr die Heizkórper rief er einen Kollegen zu Hilfe. Der Ofen war offenbar schneller repariert, fehlte nur das Hotcupboard. Als ich aufbrach war der Heizungsingenieur noch im Boilerraum und diskutierte mit seinem Kollegen. Ich bereitete die Lounge vor fúr den Movieman, der an diesem Nachmittag kam um ihnen ihren Silvesterfilm zu zeigen bevor ich meine Route durch den Supermarkt einschlug. In der Schwestereinrichtung erwarteten mich die Schlússel fúr eine Wohnung - demnach fiel ein Assessment an, das ich auf Cx eingeben musste. Das hatte Vorrang vor der Suche nach dem Gas- und Stromzáhler.

Donnerstag, 4 Grad, sonnig, gefroren úber Nacht. Neujahr, Steak Pie Dinner-Tag. Am Morgen richtete ich die Tische her und deckte die Tafel fúr das Mittagessen. Ein Steak Pie ist hier Tradition an Neujahr, daher hatten wir viel mehr Bewohner am Tisch als sonst. Eine der Damen brachte den Wein mit, das garantierte einen gelungenen Tag. Wir schoben jeden Teller durch die Mikrowelle vor dem Servieren, mangels Warmhaltegelegenheit, dadurch war es etwas langsamer als sonst aber alle bekamen etwas zu essen. Sie setzten sich in die Lounge hinterher, mit dem Wein. Ich ráumte die Tische wieder ab und warf die Tischdecken gleich in die Waschmaschine, das geht genauso schnell wie die Vorbereitung nach so vielen Jahren :D Nun stand Ende des Monats das Burns Supper ins Haus, dazwischen wird neuer Teppich verlegt auf drei Stockwerken. Die Damen lachten in der Lounge, ich erledigte meine Monatsende-Spreadsheets und Abrechnungen und der Koch bereitete in Ruhe das Abendessen vor, das wir an die Túren lieferten weil sie den ganzen Tag zusammensassen und ratschten. Der neue Herr kam vorbei und holte Páckchen ab, die sonst im Flur herumstúnden - wir dúrfen normalerweise keine annehmen fúr sie, aber die wáren eine Feuergefahr wenn sie im Flur stehenblieben und ich músste sie ohnehin entfernen. Grau ist alle Theorie...Ich hatte drei Knáuel Babywolle in Regenbogenfarben als Schawl angefangen, der gedieh rasant. Ich musste mittendurch das Kabel der Nadeln austauschen gegen das lángste verfúgbare - zum Glúck lásst sich das abschrauben. Ich úberrasche mich selbst damit, wie schnell das alles von der Nadel geht - und dass ich das in einem Rutsch fertigstelle statt zig verschiedene Dinge anzufangen.




Freitag, gefroren, 3 Grad. Morgens war es soweit dass ich den Salzstreuer aus dem Schuppen holen ging...alles war mit einer weissen Schicht bedeckt, die wie pudriges abgeschabtes Eis aussah. Der Streuer stellte sich als defekt heraus, eins der Rader bockte. Und ich fand heraus dass die bestellten 10 Túten Salz nicht geliefert wurden...zum Glúck hatten wir noch welche úbrig. Danach durfte ich meine Winterjacke (elfenbeinfarben davor) in die Waschmaschine stecken, weil sie Matschbekleckert war: Hált mich nicht davon ab, das dreckige 10kg-Ding hochzustemmen. Auf dem Teppich hinterliess ich natúrlich ebenfalls eine Sauerei mit dem Salz in den Schuhsohlen. Die neue Barrierematte wird deshalb weit úber das Foyer hinaus verlegt werden, das wird dann leichter zu reinigen sein. So kann ich gerade meinen Fussspuren folgen. Bei der Gelegenheit sammelte ich die Aussenbeleuchtung ein, die noch vor dem Haus im Permafrost steckte. Ich gab die Bestellungen auf, kopierte Menús, zahlte Rechnungen und bearbeitete die Formulare fúr eine Bewohnerin, die nach 8 Monaten in der Reha in ein Pflegeheim kam - erst mit doppeltem Knochenbruch am Bein, dann nach Hause entlassen ohne Physio und úber Nacht fiel sie aus dem Bett und brach sich die Húfte...sagen wir mal so: Es ist nicht ganz unerwartet. Nach Feierabend kettete ich den Shawl ab und fing einen weiteren Baumwoll-Kaschmir Schal in Camel an - we're on a roll!

Aber erst Kaffee.

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