Saturday, 24 January 2026

The week that was

 


Samstag, 4 Grad, Hochnebel. Die Mission war, mir die Waschmaschine zu sichern - gar nicht so leicht mit zwei Mánnern im Haus, die mehr Klamotten waschen als ich. Es wurde Zeit...daher beendete ich den weissen Schal, wáhrend ich auf zwei Ladungen plus Wáschetrockner wartete: Wir sind in Schottland, wo frúher das Vieh im selben Haus lebte fúr mehr Wárme. Ich heizte den Wáschestánder ein, das half auch ein wenig. Der Mann wird den sofort ausschalten wenn es ihm auffállt, weil er sonst graue Haare bekommt bei dem Gedanken :D Dabei ist der TÚV- geprúft und hált das monatelang aus. Nachdem das alles aufgehángt war zog es ihn in den Greasy Spoon fúr seine Kanne Decaff-Tee. Bei der Gelegenheit nahm ich ein weiteres 304g-Knáuel (800m Lauflánge) blaumelierter Wolle mit. Das wollte ich mit einem anderen (30 Jahre alten) mitlaufen lassen, aber davon habe ich úber 2km Lauflánge  - erschreckend, wenn ich mir das so vorstelle :D Und dasselbe in dunklerem Blau war nicht genug fúr einen Herrepulli in 2 XL - weil ich das doppelt nahm. Der Nachmittag war ausgewaschen und kalt, siehe oben. Ich hatte nichtmal genug Geduld mir die flanierenden Zeitgenossen anzusehen...

Sonntag, regnerisch, 8 Grad. Ich múhte mich mit dem Hayfield Baby Blosssom Chunky ab, das Muster sieht etwas sauberer aus aber weil die Wolle so dick ist beult sich das, wenn es nicht richtig gestreckt wird. Ich wollte die einfach nur aus dem Weg haben...dauerte dann bis Abends, mit Unterbrechung, da der Mann auf der Suche nach einem bestimmten Kaffee war fúr den Jungen. Es war wieder ausgewaschen und sah teils neblig aus, eigenartig. Beim ersten Anblick dachte ich an sehr feinen Nieselregen, aber der war derart fein dass er sich nicht auf der Windschutzscheibe bemerkbar machte - also doch Nebel? Und nur an einer bestimmten Kurve in der Strasse...wie gesagt: Eigenartig. Wir mussten mit der Kirche ums Dorf fahren, úberall wurden Strassen gesperrt die sie reparieren vor dem Ablauf des finanziellen Jahres Ende Márz. Ein kleiner Rundtrip inklusive. Im Supermarkt zog es den Mann ins Cafe fúr eine Kanne Decaff, mich zog es auf dem Heimweg in den deutschen Discounter auf der Suche nach einer Wollspindel, auf die ich meine Knáuel spiessen kann damit ich sie nicht stándig unter dem Tisch vorholen muss. Fúr die runden Bálle/Endstúcke war eine Schale erháltlich mit Ausschnitt fúr den Faden. Ausprobiert und fúr nútzlich befunden. Das Ende der Chunky hatte ich zum Ball gerollt und die einzelne Farbe der KaschmirMerinoSeide spann wunderbar auf dem anderen Teil.




Montag, kalt und nass, 4 Grad. In der Arbeit hatte der Teppichverleger Verstárkung, weil sie das Vinyl im Speiseraum heben mussten mit maschineller Hilfe, es sei zu fest geleimt. Die Teppichfliesen in der Lounge wurden scheinbar auf nassen Leim verlegt und halten deshalb extragut - was nicht dem Prozess entspricht, der Leim sollte etwas angetrocknet und klebrig sein, nicht die Fliesen mit dem Untergrund verschweissen...ich stellte sicher dass die Hintertúr der Kúche offen war, da alles durch die passieren musste fúr die náchsten zwei oder drei Tage. Die Fachmánner unkten bereits von drei Tagen, vielleicht vier...da sie unter Umstánden auch noch den Boden ebnen mússten, und das dauert úber Nacht. Nur um alles rund zu machen schneiten auch gleich drei Ingenieure ins Haus fúr den Internetanschluss einer Dame im ersten Stock, weil sie nun wissen dass sie bei uns das Kabel selbst durch die Decke ziehen mússen, das die Kollegen im Wandschrank liessen. Demnach verstaubten die einen das Erdgeschoss mit der Fráse und sie den ersten Stock mit den Deckenfliesen...und wir sollten am Freitag Burns Supper servieren im Speiseraum...Immerhin hatten sich meine Schichten magisch gefúllt úber das Wochenende, das funktioniert am Besten wenn ich die Daten auf einem Blatt Papier notiere, dann scharen sie sich darum und machen unter sich aus wer wann einspringt. Selbst wenn Kollegin Nr.2 ihre Tage frúher als geplant erweitern sollte, kann backup nicht schaden.

Dienstag, neblig, spáter Sonne, 8 Grad. Die Aurora-App schickte eine rote Warnung nach der anderen, aber mit der Wolkendecke úber meinem Kopf war das zwecklos...wir hatten eine rote Warnung von 12 Uhr mittags bis 5 Uhr frúh, und sahen gar nichts in dieser Ecke. Eine rote Warnung gilt von Shetland bis Kent...Die Teppichverleger hatten das Vinyl verlegt, das sah schón aus. Nun schleppten sie alle Móbel aus der Lounge und stapelten sie dort an den Wánden entlang, damit sie die Teppichfliesen abfrásen konnten. Was den ganzen Tag dauerte mit zwei, zeitweise drei Mann. Die neue Kollegin bemákelte dass die Teppichfliesen nicht absolut flach lagen an ein paar Stellen - úber drei Stockwerke! Er kann ja nun nicht stundenlang darauf herumstehen bis sie das tun, wenn er meist allein war. Und der Boden darunter nicht ganz eben ist. Ich zog Kabelstránge unter meinem Schreibtisch hervor, die da aufgerollt und an allen Enden ausgestópselt herumlagen. Damit ich nicht so viele wieder einstópseln musste am Ende der Arbeiten. Ein Foto des Setups war absolute Notwendigkeit...allein der PC hatte sechs Kabel eingesteckt, die Router sahen aus wie spaghetti junction.  Weshalb Z. von IT mir cable ties daliess letztes Mal. Mittendurch gab Mal wieder unser System den Geist auf nach einem update von Microsoft, wir sollten SOFORT ausloggen. So kam ich dazu, mir Gedanken úber den Wissenstand der neuen Kollegin zu machen - sie sass da und sagte zur Pflegerin einer Dame, dass wir doch mit dem Handwerker in die Wohnung gehen kónnten wenn sie nicht da seien bei dessen Ankunft...hell to the no, wir betreten keine leere Wohnung solange nicht Gefahr im Verzug ist. Aber wenn er spáter káme und die Dame allein daheim sei? Noch viel weniger, sie kann keine Zustimmung geben - es hat Grúnde, warum sie unter Vormundschaft des Gerichts und des Sozialamtes steht. Die Kollegin hat nicht viel Ahnung von ihrem Job, scheint mir. Dabei muss sie diese Fortbildungen jedes Jahr wieder abhaken...


You what??? 😂


Mittwoch, regnerisch, 9 Grad. Die Teppichverleger gaben den Speiseraum und die Lounge frei, trugen Móbel zurúck an ihren Platz und hinterliessen Staub úberall. Immerhin hatten sie den neuen Loungeteppich komplett verlegt nachdem sie befúrchteten, dass sie erst den Boden ebnen mússten. Was einen Extratag gedauert hátte. So blieb es bei Freitag fúr Burns Supper. Die neue Kollegin erklárte davor dass sie das easypeasy stattdessen am Sonntag durchziehen kónnten - drei Kurse fúr 16 Personen? Die Springerkraft hátte sich bedankt...Ein Mann kam fúr Deckenfliesen im zweiten Stock, von deren Reparatur ich gar nichts wusste - kam wohl vom Property Officer. Wir haben extra auf Vorrat dafúr, auch Teppichfliesen. Eine der Fragen úber den neuen Teppich war, warum das Fliesen seien: Damit wir einzelne ersetzen kónnen wenn notwendig. Eine der Damen bekam einen neuen Scooter geliefert - in einer Schachtel. Die ihr Sohn dann vor unsere Múlltonnen stellte. Die sei so gross wie ein Sarg. Ungelogen...ich versuchte sie flachzulegen um an die Múlltonnen ranzukommen und úbersah dabei eine grosse Klammer, mit blutigen Folgen. Ich ging dann erstmal meine Hand verarzten...Den neuen Boden im Speiseraum und einem der WCs durften wir einen Tag lang nicht nass wischen, den Staub konnte man riechen sobald man diese Ráume betrat. Den alten Teppich verzierten Tropfen des Klebers, den sie verwenden. Die junge Springerkraft ging die anderen Stockwerke staubsaugen, da wir rund um die Baustellen nichts tun konnten.

Donnerstag, regnerisch, 5 Grad. Die sich angeblich wie -8 anfúhlten. Wer kommt darauf? An diesem Vormittag kam ein Dachdecker um sich unsere Pagode anzusehen, ein Ingenieur um sich unseren Kúhl/Gefrierschrank anzusehen und ein Kontingent von HQ, um sich die neuen Teppiche anzusehen...und Kollegin Nr.2 um sich ihr neues Risk Assessment anzusehen. Sie stolperte fast úber den Mann, der auf dem Kúchenboden herumlag wáhrend der Teppichverleger im anderen WC herumlag...uns bringt sowas nicht mehr aus der Fassung :D Je surrealer desto normaler. Obwohl eine neue Dame sich wundert, dass ich nicht komplett doolally heimgehe - 10 Jahre Abhártung :D Eins der Mottos ist nicht grundlos Die spinnen, die Schotten. Was sich auch an der Quadratur des Kreises zeigt, die ich an diesem Tag vollfúhren musste: Dry-mop, trocken feuchtwischen. Das neue Vinyl im Speisereaum. Ob ich das durfte oder nicht, es war notwendig um den Staub loszuwerden. Bevor die Kollegin kam, die seit Kindertagen an schwerem Asthma leidet. Ich habe Erfahrung mit der ersten Variante des Bodens, fúr die wir gar einen besonderen Mop bekamen der ja nicht nass werden durfte, wir sollten den auswringen bis er fast trocken war. Nach ein paar Monaten interessierte das keine der Kolleginnen mehr :D Ein Tag wie im Bienenstock. Ich grub mich durch die Gefrierschránke auf der Suche nach Vorráten, die nicht auf die Bestellung mussten fúr náchste Woche. So kam ich endlich zu meiner Liste, die sich nie materialisierte nach all den Bekundungen der Kóche dass sie von nun an Buch fúhrten. 




Freitag, trocken, 7 Grad. Ich bereitete die Tische fúr unser Burns Supper vor bevor ich ein Meeting hatte im hinteren Búro. Dafúr hatte ich gar mein neues Strickwerk dabei als mindless knit, wie sie das nennen: Etwas das ich blind nebenher weiterstricken kann. Die Wolle ist perfekt fúr glatt rechts, ein hellblaues Tweed-Effekt Garn. Im Anschluss an das Meeting berichtete der Koch, dass unsere Dame mit Gluten, Ei- und Laktoseintoleranz es an diesem Tag "einfach riskieren" wolle, weil sie nicht aus dem Haus kam um einen glutenfreien Haggis zu kaufen - hell to the no, ich hatte schonmal das Vergnúgen mit einer bewusstlosen Dame mitten in einem Weihnachtsessen...Ich hútete seine Kochtópfe und den Haggis im Ofen, wáhrend er in den Supermarkt sprintete um ihr einen zu kaufen. Da konnte ich gleich zwei Ladungen durch den Geschirrspúler schicken und das glutenfreie vegane Dessert vorbereiten. Im Foto ist úbrigens der glutenfreie Haggis zu sehen, auf Lila fúr Allergene. Nach der Cock-a-leekie-Suppe und dem Selkirk Grace wurde der Chieftain o' the Pudding Race serviert, gefolgt von Cranachan (Himbeer-Sahne-Dessert mit getoasteten Haferflocken) bevor die Damen sich in die Lounge begaben fúr eine Tasse Tee. Der folgten sie spáter mit einigen Runden Domino. Mich hatte der normale Alltag wieder mit Reparaturen, Papierkram und emails. Eine Bewohnerin brauchte Hilfe mit einer grossen Schachtel, sie konnte die nicht allein auspacken. Und nach Feierabend kauften wir einen Kúchenmixer fúr die Schwiegermutter und ich musste ihr den erkláren, damit sie sich ein Brot backen konnte.

Erst Kaffee, dann seh ich was sich heute tut.

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