Saturday, 17 January 2026

The week that was

 


Samstag, gefroren, 4 Grad. Ich beendete den rot-grau-schwarzen Shawl, wáhrend ich auf die Lieferung wartete: Kaschmir-Merino-Seide. Der Mann war fúr seine Mutter einkaufen, die immer noch daheim blieb - zumal Schnee lag. Seine Arbeit hatte ihm "Spikes" angeboten die er an die Schuhsohlen spannen kónne, nachdem ein Kollege sich das Knie ládiert hatte auf Eis. Er nahm dankend an, obwohl bis dahin der Schnee weggetaut sein wird. In meiner Arbeit erwarten sie dass ich fúr die Bewohner Schnee ráume und Eis streue. Die Gártner kamen erst am Freitag und streuten den ganzen Parkplatz, aber das war das zweite Mal in 11 Jahren, davor bekamen wir sie gar nicht zu Gesicht. Als der Shawl fertig war hatte ich auch die neue Wolle vor mir liegen und der Mann war wieder da und wollte seine Kanne Tee haben im Greasy Spoon. Ich stiess auf zwei Knáuel weiss-glitzernder Wolle, die einen ergánzten den ich schon daheim hatte - an sich wollte ich die mit drei Cakes glitzernder Regenbogenwolle kombinieren, die selbst viel zu dúnn war fúr meine Vorliebe. Das zeigte sich schon an der anderen, etwas dickeren Regenbogenwolle, die ich zuerst rauszog - 3mm Nadeln: Ich habe gar keine dúnneren...bei der trúgte zudem der Schein, sie lief endlos! Am Ende kettete ich ab und hatte immer noch die Hálfte úbrig, plus eine ganze. All die Regenbógen sind nur zur Hálfte verstrickt...Wir waren einkaufen und in der Apotheke. Die hatte das Medikament des Mannes immer noch nicht - am Ende fragte die Apothekerin ob er das einfach absetzen wolle, das táten sie normalerweise ohnehin nach einem halben Jahr...

Sonntag, Regen, 9 Grad. Der Tag begann ohne Eis und Schnee und etwas wármer, was uns mit unseren Plánen sehr entgegenkam. Ich verbrachte den Grossteil des Tages mit Regenbogenwolle und Laptop und dem letzten Demi-Baguette, wáhrend eine koreanische Studentin im Loop spielte, die die interessantesten Sachen strickt. Keine Ahnung warum es so hypnotisch ist zuzusehen, wie diese Stúcke wachsen und gedeihen. Dabei habe ich selbst die Rundstricknadeln in der Hand und meine Stúcke wachsen und gedeihen ebenfalls. Nach einem frúhen Abendessen legte ich mehrere Schichten an und wir brachen auf an die Ostkúste. Wir hatten Karten fúr eine besondere Nacht im Zoo...Edinburgh Zoo hatte erstmals seit 2019 wieder die "Great Lanterns" zu Gast, dieses Mal mit einem Unterwasserthema. Bunt leuchtende Installationen unter schlafenden Zoobewohnern. Der Einlass war gestaffelt und limitiert, damit es fúr sie nicht zu stressig wurde - nur die Bagot-Ziegen und Pinguine waren im Aussengehege. Letztere sind die Hauptsache fúr das Tochterkind...A bevorzugt Dinosaurier, denen ist etwas schwerer beizukommen, aber sie hatten die unerwartete Gelegenheit durch den Magen eines Wals zu wandern. Das Wetter hielt bis wir auf dem letzten Abschnitt des Weges waren, dann fing es an zu regnen. Wir hatten alles gesehen und machten uns auf den Heimweg nach einem kurzen Blick in den gift shop.




Montag, regnerisch, 7 Grad. Der Teppichmann begann im ersten Stock in der Arbeit. Ich sah mir den zweiten Stock an und das sah gut aus, frisch und neu. Wir werden sehen fúr wie lange. Eine der Damen wartete auf einen Krankenwagen - am Vortag weigerten sie sich einen zu schicken, an diesem Tag rechtfertigten sie sich damit dass sie zuviel zu tun hátten, es werde dauern. Die Dame hat eine Infektion in der Hand, ihr Finger ist nekrotisch und sie tun nicht mehr als ihr Morphin zu geben und darauf zu warten dass er abfállt...ihre Tochter fúhlt sich allein auf weiter Flur, was die Situation passend beschreibt...Eine andere Dame landete im Krankenhaus nachdem sie angeheitert in ihrem Badezimmer fiel, ihren festgebundenen (!) pull cord abriss (weil das so ist wenn sie die festbinden) ohne dass er den Sturz meldete und die ganze Nacht dort lag. Deshalb hángen die. Und ihr persónlicher Notruf hing an ihrem Rollator im Wohnzimmer. Sie konnte sich nicht daran erinnern wie sie von dort ins Badezimmer kam, ohne Gehhilfe. Im Laufe des Tages stellte sich heraus dass sie wohl eine ganze Flasche Wein hatte am Abend zuvor. Da fiel sie besser, denn scheinbar zeigte sich nichts auf dem Róntgenbild. Eine weitere Dame wurde von einem Krankenwagen heimgebracht - wir wussten gar nicht dass sie nicht daheim war...

Dienstag, regnerisch, 7 Grad. Am Morgen kam der Property Officer und wollte sehen wie der Teppichverleger vorankam. Er sprach gerade mit mir als ein Krankenwagen ankam - auf dessen Ankunft die Dame seit Sonntag warten musste...ihre Tochter sagte dann kurz Bescheid nachdem sie sie mitgenommen hatten: Sie war als "verletzter Finger" gebucht worden statt Blutvergiftung, die langsam den Arm hochwanderte. Weshalb sie sie so lange warten liessen. Zweiffellos rechneten sie nicht mit dem Anblick, der sich ihnen prásentierte. Die andere Bewohnerin rief aus dem Krankenhaus an und erzáhlte mir fróhlich dass sie sich nicht regen kónne, seit dem Fall nicht mehr auf der Toilette war und nun an Verstopfung leide...TMI, thank you. Das Róntgenbild sei klar, nun sollte sie gescannt werden um sicherzugehen, dass die Húfte wirklich nicht gebrochen ist. Sie lebe noch, sagte sie. Oh well...




Mittwoch, regnerisch, 8 Grad. Das Ding im Foto dauerte lánger als die meisten Stúcke, weil die Wolle so dúnn ist. Ob sich das blocken lásst ist die Frage...verheddert hatte sich das auch an mehreren Stellen - Geduld, Geduld...und immer noch Regenbogenwolle verschiedener Versionen im Stash. Die kam aus allen Ritzen :D In der Arbeit wollte der Lieferant uns einen Karton voller Dosen aufs Auge drúcken, von denen wir nur eine bestellt hatten. Und drei Sahnetorten derselben Art. Nein Danke. ?Sie hatten mir eine email geschickt dass sie keinen Soja Custard vorrátig hátten - brachten dann aber zwei davon. Das soll verstehen wer will. Die Handwerker gingen ein und aus, der Posti fragte Fragen, weil er neu war und ich bekam eine Lieferung Streusalz. Endlich. Es sollte wieder kálter werden. Ich konnte bis drei Uhr frúh nicht schlafen...daher war ich am Ende am Abketten und Vernáhen.

Donnerstag, 4 Grad, feucht. Morgens landete ich erstmal im Einkaufszentrum, als die Jalousien der Láden noch geschlossen waren. Der Koch hatte nach Tupperschússeln gefragt um Suppenportionen einzufrieren. Da fanden sich vier 1-Liter-tubs und ein 7 in einem fúr Gemúseprep, die sich einfrieren und in die Mikrowelle stecken liessen. Die Pflegerin einer Dame kam ins Búro, ihre Dusche habe kein Wasser. Ich schickte das als Notfall auf den Weg, weil die Dame ein Hautproblem hat und táglich duschen sollte. Spáter kam sie wieder und sagte, sie habe es wohl nur verschlimmert - sie habe den Strom aus- und wieder eingeschaltet, und nun schútte es aus der Dusche. Weshalb ich dieses Mal das Customer Contact Centre anrief und ihnen die neue Sachlage schilderte. Das ihr einen Klempner schickte. Sie brauche eine neue Dusche. Kollegin Nr.2 kam fúr ihr Meeting und eine ausfúhrliche Berichterstattung ihres Monats in Australien bei Schwager und Schwágerin. Sie lernte gleich die neuen Damen kennen, die in der Lounge sassen und vice versa. Der Teppichverleger erwáhnte, dass er náchste Woche den dining room und die Lounge fúr zwei Tage schliessen músse, weil er Vinyl verlegt und den Fussboden erst ebnen sollte. Das dauere einen Tag. Er sah sich auch mein Búro an und plante, wie er das leeren will.



 

Freitag, gefroren, -1 Grad. Ich fúllte Bestellungen aus, bezahlte Rechnungen, nahm Geld ein, schredderte Papier und sah mir die Kleinkinder aus der Entfernung an, die an diesem Vormittag wieder da waren. Die Pflegerin von gestern brachte die Dame zum Mittagessen, weil sie eine email des Klempners erwartete die nicht eintraf. Stattdessen rief sie beim Customer Contact Centre an. Ich hielt ein weiteres Meeting mit der temporáren Kollegin und recherchierte fúr ein Risk Assessment fúr Kollegin Nr.2, das von HR angefragt wurde. Das solle ich mit ihr besprechen, daher schickte ich ihr wieder eine SMS fúr noch einen Termin. Ich nahm mir die Liste der Jobs Punkt fúr Punkt vor, damit ich im Geiste nachvollziehen konnte welche Bewegungen/Arbeiten ein Problem wáren fúr ihre Knieverletzung...da kann ich ja nun mitreden...das war weitgehend ausgefúllt, fehlte noch die Begutachtung der Kollegin. Nach Feierabend hatte ich kurz Pause, dann brachen wir wieder auf. Oran Mhor, eine ehemalige Kirche in Glasgows West End (heute ein Pub mit Búhne), hat dieses Programm - "A pie, a pint and a play". Unsere Version war "A pie, a pint and a politician", dieses Mal mit dem Erziehungsminister, der frúher Minister fúr Wohlfahrt etc war. Und dann legte ich mich frúh aufs Ohr, ich hatte Schlaf nachzuholen.

Nach dem Kaffee - weiss ich noch nichts náheres.

No comments:

Post a Comment