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| Motorhaube |
Samstag, sonnig, 4 Grad. Der Morgen war kalt. Die Wetterapp spricht dieser Tage stándig davon, wie es sich anfúhle draussen - "-1 Grad, gefúhlte -11". Eigenartig. Andererseits lesen die nicht alle Mitmenschen, was sich daran zeigte dass uns auch an diesem Tag jemand in Shorts úber den Weg lief: Frischluftapostel? Oder beschwerte er sich bitterlich úber "baltische Temperaturen", wie die Meisten? "It's positively baltic!" gilt fúr alles unter 5 Grad, so wie "Taps aff!" fúr alles úber 15 Grad. Ohne den Golfstrom herrschte hier Sibirien...Wir gingen einen Kaffee trinken im Greasy Spoon bevor ich kurz in der Arbeit vorbeischauen musste und die Decke im ersten Stock begutachten, ob die dichthielt im "big freeze" der vergangenen Nacht. Dieser Teil des Gebáudes hat keinen zweiten Stock drúber und ist somit der Kálte náher...was frau nicht alles tut...Die kommende Woche wurde als noch kálter angekúndigt, móglicherweise mit Schneefall. Sollte ich des Sonntagmorgens in der Arbeit Schnee schippen mússen liesse ich mich allerdings dafúr bezahlen...es hat Grenzen :D Am Ende des Tages liess mich das Gefúhl nicht los dass ich mir die Schlússellage in der Arbeit ansehen sollte...call me psychic...also nochmal ein Trip dorthin und als erstes sah ich einen Trolley vor der Kúchentúr - weil die Túr nicht abgeschlossen war. Bei meiner Ankunft ging ich bereits an einem nicht ganz geschlossenen Key safe vorbei, soll heissen der Nummernpad war sichtbar. Was mir nicht gefiel. Zurecht, wie sich zeigte: Die Búrotúr war abgeschlossen, die "táglichen" Schlússel im Wandschrank im Búro eingeschlossen - aber es war kein Schlússel mehr im Key safe...egal wie, die neue Kollegin wáre am folgenden Tag nicht an die zwei Schlússelbunde rangekommen wenn sie die Búrotúr nicht aufschliessen kann. Genau deshalb nimmt die Managerin einen Sub-Master mit nach Hause: Ich hatte einen Schlússel fúr die Túr. Und holte einen zweiten Sub-Master aus dem Wandschrank und steckte den in den Key safe...Meschenskinder...
Sonntag, gefroren, 2 Grad, Schneewarnung. Wir hatten eine Verabredung mit der Schwiegermutter fúr's Mittagessen - da ich sie dieses Jahr noch nicht gesehen hatte. Wir steuerten eine Gártnerei an. Mittlerweile haben die meisten ein Cafe, weil sie damit mehr Geld verdienen als mit den Pflanzen. Ich war noch nicht dazu gekommen, mir einen guten Standort fúr mein Inddoor-Gártchen zu suchen, die Heiz/lampe braucht eine Steckdose, daher ging ich am Regal mit den Samentútchen vorbei. Ich entdeckte allerdings dieselbe Erde in deren Sortiment...Da ich ein Baguette zum Fúhstúck gefuttert hatte hielt ich mich an die Suppen. Und liess selbst den Rest davon stehen. Die Schwiegermutter bestellte nur Krabben in Marie-Rose-Sauce, die Kellnerin bemitleidete sie und kam dreimal um zu fragen ob sie sonst etwas damit essen wolle (sie hat Zóliakie) - nein, selbst die gutgemeinte Portion war ihr zuviel. Den Rest ass der Mann, nach seinen Maccaroni Cheese. Und zu einem Kuchen konnten wir uns auch nicht aufraffen...Als wir dort am Tisch sassen begann es draussen ein paar Flóckchen zu schneien. Dieser Tage war die Wetterlage etwas seltsam - das Gegenteil von sonst: Alle anderen hatten Schnee, nur wir nicht wáhrend normalerweise der Blizzard nur úber uns hángt. Oh well. So richtig fing es nicht an, aber das Licht war sehr fotogen auf dem Rúckweg. Nach einem Sofie-Scarf in Weiss nahm ich mir die Reste der Baumwoll-Kaschmir-Mischung vor - davon war ungeplant eine Menge úbrig, die zu einem Skinny Scarf wurde mit Farbblócken. Ich warf die eine Rolle gelbe Baumwolle mit in den Mix, die ich seit Jahren in der Schublade verwahre: Alles weg.
Montag, 3 Grad, gefroren. Neue Woche, neue Termine...und Grummeln unter den Damen, denen ein Sunday Dinner zuviel gestrichen wurde...weil sie es angeblich "nicht mógen". Das hórte sich anders an als geschildert...die Springerkraft war krank, aber danach wird sie sich den Wúnschen der Kundschaft fúgen mússen, die all diese sous-vide vorgekochten Bratenscheiben auf ihren Tellern sehen wollen. Und sie wird wohl oder úbel die Anweisungen akzeptieren mússen, die ihr seit Jahren gegeben wurden ohne dass sie ihnen folgte. Weshalb ihr Fleisch wie Schuhleder auf die Teller kommt...sie ist denkbar ungeeignet fúr den Job mit ihrer OCD, die verlangt dass alles etwa 200 Grad haben muss um "sicher" zu sein. Es will ihr nicht in den Kopf, dass es bereits gekocht ist und nur aufgewármt wird. Ironischerweise ist das genau was sie sonst will: Alles fertig zubereitet und nur aufgewármt. Was kann ich sagen...an den Wochenenden stehen nur einfache Gerichte auf dem Menú, weil sie keine Kóchin ist. Die Agenturkóchin verstand das auch nicht, sie grummelte ebenfalls, was teils daran lag dass sie ihre handovers nicht las...da steht drauf dass eine Dame laktosefrei ist und dass er ihr die Fúllung fúr die heissen Kartoffeln aufgetaut hatte...und wozu sie Mayo brauchte ist vom Menú auch nicht ersichtlich, da stand nichts drauf was Mayo gebraucht hátte. Sie war vermutlich bereits angefressen weil die neue Kollegin viel spáter kam als Schichtbeginn, weil ihr Auto "vereist" war wáhrend sie den Weg aus Rutherglen um einiges frúher angetreten hatte. Wie dem auch sei, ich sicherte die "Beweislage" dass sie sehr wohl informiert wurde, im Wissen dass die Ex-Chefin sie schonmal in der Kúche hatte und damals sagte, sie káme ihr nicht wieder. Hátte ich gewusst dass sie die Agentur gewechselt hat...
Dienstag, 5 Grad, Regen, gelbe Schneewarnung. Der Koch meldete sich krank mit Fieber. Wunderbar. Ich sattelte kurzerhand auf unsere Notfall-Ready meals um, die wir fúr sowas in der Gefriertruhe haben: Chinese fried rice war einen Schritt zu weit :D Stattdessen schob ich Mac n' Cheese und Cottage Pie in den Ofen. Und warf ein Dessert zusammen aus Ingwerkuchen, Schlagsahne und Mandarinen in Sirup, nett im Glas serviert damit es nach etwas aussah...Fúr den Folgetag holte ich das úbrige Blech Pigs in blankets aus der Gefriertruhe - das ist dasselbe wie Kilted sausage, nur kleiner und dafúr mehr. Den Háhnchenpie schaffte ich selbst...der liess sich in den Slow Cooker werfen. Gemúse dazu, Púree - fertig. Die neue Kollegin putzte erstmal die Kúche, die der Koch wie einen Bombenkrater hinterlassen hatte. Ich bestellte Obst und Gemúse und Milch. Kollegin Nr. 2 rief an, mit ihr sollte ich ein Meeting vereinbaren. Sie nahm den Rest des Monats Urlaub, weil sie noch beinahe ihren ganzen Anspruch zur Verfúgung hatte, der am 1. April verfiele. Das gibt ihr etwas Zeit, bevor wir einen "phased return" anpeilen. Draussen regnete es auf den Frost, ich beantragte dass der Parkplatz gestreut werde - ebenso vergeblich wie unser Hot cupboard. Fúr das wollten sie uns einen normalen Elektriker schicken: Ich erklárte der Dame am Telefon dass es sich dabei um ein Kúchengerát der professionellen Art handle...da pfuscht normalerweise kein "sparky" damit herum.
Mittwoch, 3 Grad, gefroren. Immer noch kein Koch. Demnach stand ich in der Kúche, wáhrend zig Workies hereinschneiten und mir Sachen zeigen wollten in verschiedenen Stockwerken - ich kann nicht einfach von meinen kochenden Tópfen weg! Die Oldies wollen etwas zu essen haben...Besonders der Teppichverleger schien das nicht zu verstehen. Wo er Material lagern und den Skip hinstellen kónne wollte er wissen. Er fing schonmal in den Inlets und Seiten an die Teppichfliesen zu heben, damit er nicht im Weg war. Der Property Officer kam ebenfalls zur Kontrolle, der Asset Manager fragte per email nach ob sie aufgetaucht seien, die Agentur wollte Rúckmeldung úber die Kóchin am Wochenende haben, der "sparky" reparierte stattdessen unsere Parkplatzbeleuchtung - und setzte das "gefállte" ausser Gefecht, das die Bewohnerin des Cottages mal wieder úber den Haufen gefahren hatte. Die Gemúselieferung kam bereits vor mir, der Mann hatte mir den 25kg-Sack Kartoffeln hilfsbereit auf den Trolley gehievt. Der andere Lieferant kam mit dem Gefriergut. Ein kurzes Kramen in den Gefriertruhen brachte allerhand zum Vorschein - drei Schachteln Fish Cakes, zwei Schachteln Scotch Pie, jede Menge Potato Scones, vier Packungen Swedish Glace vegane Eiscreme, vier 2.5kg-Túten Blumenkohlróschen, drei mit Rúben usw. Im Kúhlschrank fand ich 9 weitere Rúben...in der Speisekammer liegen auch jede Menge ungeóffnete Packungen im Regal, die an sich in Plastikcontainer gehóren. Und den bacon muss ich selber portionieren bevor er abláuft...
Donnerstag, 3 Grad, gefroren, gelbe Wetterwarnung fúr Schnee. Morgens war ich erst im Supermarkt um einen Kuchen zu kaufen. Der Vortag zeigte dass es gut war einen in Reserve zu haben. Ein Kopfschmerz weniger...Das Fleisch kam im Wasserbad in den Ofen, das macht es zart und leichter zu kauen fúr die Damen. Ein Mensch schneite herein und sah sich das Hot cupboard an - auf das wir seit dem 29. Dezember warteten da es táglich gebraucht wird. Der Boss des Teppichverlegers kam an diesem Morgen und sah sich das Ganze an. Ich bekam einen Anruf einer Frau fúr ihre Mutter, ihr sei eine Wohnung angeboten worden - die noch nichtmal geleert ist, die Familie hat bis zum 28. Januar Zeit die zu ráumen. Davor kann ich ihr die gar nicht zeigen. Der neue Herr zieht am 29. ein, aus Aberdeen. Seine Páckchen trafen nach wie vor im Dutzend billiger ein und stapelten sich im Búro. Er beschwerte sich etwas úber seine Mutter mit Demenz, aber in seinen Jahren hat er Glúck dass sie noch lebt...die Damen fragten bereits nach ihm, er ist recht gesellig und sie warten darauf dass er einzieht :D Ich schob am Nachmittag eine Runde mit dem Streuwágelchen dazwischen, da es anfing zu schneien. Nach Feierabend hatten wir eine Verabredung mit dem Tochterkind, A und der Schwiegermutter - die seit einigen Tagen nicht ganz auf der Hóhe war. sie vermutete dass der Kuchen, den die Schwágerin ihr gebracht hatte, Gluten enthielt gegen das sie allergisch ist. Demnach blieb sie daheim.
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| Die "Scottish Wall of Fame" an der Pub-Wand |
Freitag, gefroren, 3 Grad. Noch ein Tag in der Kúche, glúcklicherweise war es "Fishy Friday", also fish & chips. Triple fried chips und Fisch gehen leicht von der Hand, daher buk/backte (?) ich ihnen sogar eine French Apple Tarte als Dessert. Die Springerkraft sagte gleich "Das riecht gut, ist das Zimt?". Die Teppichverleger kamen zu Zweit und verlegten den neuen Teppich in der Búcherei. Der Skip fúr den alten Teppich wurde auch geliefert und steht nun drei Wochen auf dem Parkplatz. Ich ging mir den zweiten Stock ansehen: Ich hatte das Muster heller in Erinnerung, die tatsáchliche Farbe ist besser was die Abnutzung betrifft. Und es sieht gut aus, die Damen im zweiten Stock sind zufrieden damit. Er klopft an die Túr, vor der er arbeitet und entschuldigt sich fúr die halbe Stunde, die sie in der Wohnung festsitzen bis der Leim trocknet. Nach dem Mittagessen war er fertig fúr die Woche, da konnten wir endlich den Feueralarm einschieben - solange ich nicht weiss wo er gerade zugange ist kann ich nicht einfach die Feuertúren in den Korridoren zuschlagen lassen. Kurz bevor ich zurúck in die Kúche musste um das Abendessen vorzubereiten bekam ich dann eine Liste mit Zahlungen fúr den Gemúselieferanten, die ich bis September letzten Jahres zurúckverfolgen sollte...was mindestens eine Stunde dauert, die ich nicht hatte...Menschenskinder...darauf muss er nun bis Montag warten. Einige hakte ich ab, nach anderen muss ich suchen...
Wáhrend ich Kaffee trinke warte ich auf Rúckmeldung meines Kochs, ob er Montag arbeitet - und auf meine Bestellung Cashmere Merino Silk.




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