Samstag, trocken, windig, 5 Grad. Das Strickstúck gedieh, ich beendete den Rúckenteil und begann das Vorderteil mit V-Ausschnitt. Und fragte mich, wie die im Muster angegebene Menge fúr zwei Halbármel reichen sollte, bis ich mir das richtig durchlas und feststellte dass es keine Ármel hat...oookaay 😂 Ein Pullunder, den das Model im Foto wie ein T-Shirt trágt. Die Schwiegermutter rief an, sie komme mit der Kúchenmaschine nicht zurande, wann wir kámen. Demnach brachen wir zum Einkauf auf und der Mann hatte nichtmal die Musse, sich seine Kanne Decaff-Tee zu bestellen im Cafe. Stattdessen ging es weiter in einen weiteren Supermarkt, weil der mein Multivitamin verkauft das ich "verordnet" bekam mit der Arznei. Und das andere Gescháft kein Frúhstúck, das ich in die Arbeit mitnehmen konnte. Anschliessend in die Apotheke, da sie auch nach einer bestimmten Flasche Medizin gefragt hatte und dann schlugen wir den Umweg zur Schwiegermutter ein. Sie nahm gleich ein Káppchen voll davon. Das war ein wunderbarer Einblick darin, wie Werbung wirkt - der Mann wusste nur dass sie eine pinke Flasche wollte, mir klang gleich das Jingle im Ohr das alle Wirkweisen besang und ich wusste an welche Arznei in einer pinken Flache sie dachte. In diesem Fall war es hilfreich, denn der Apotheker záhlte nicht alles auf :D Ich liess sie úben, wie sie die Maschine bedient und dann sassen wir noch ein Bisschen mit ihr und ich brachte das Puzzle etwas weiter voran, mit dem sie zu kámpfen hatte. Daheim arbeitete ich mich durch das Vorderteil.
Sonntag, 7 Grad, kalt und Nieselregen. Da ich mich wieder in den hellblauen Tweed-Effekt verbissen hatte ging ich erst gegen drei Uhr morgens ins Bett. Dann waren allerdings Vorder- und Rúckenteil fertig und es bedurfte nur noch der Búndchen an Ármeln und V-Ausschnitt. Fúr die ich mir mehr Zeit liess, weil ich das Muster erstmal grúndlich lesen sollte bevor ich das anfange. Ich hatte zwei Methoden ausprobiert um die Schulternáhte zu vernáhen, aber beide gefielen mir nicht und wurden einige Stunden spáter wieder aufgetrennt. Ich suchte nach einem Muster fúr dieselbe Wolle in Rosa mit Tweed-Effekt - vielleicht eine kleinere Grósse dieses Modells, mal sehen. Mit Abwandlungen. Den Mann zog es nach draussen, nachdem er seine Kanne Tee nicht bekam. Das Cafe am Loch antwortete nicht auf Telefonanrufe mit Reservierungswúnschen, vielleicht waren sie schon ausgebucht, weshalb wir stattdessen eine Gártnerei ansteuerten. Das Wetter erwies sich als kalt und eklig mit Niesel, es lud nicht zum Verweilen ein. Wir bestellten nur Suppe (und Tee). Danach wanderten wir eher lustlos durch die Verkaufsráume voller Kleidung und Rumstehchen - ging nicht nur uns so, die waren fast menschenleer, alle fanden sich in den zwei Cafes wieder. Eins lásst Hunde rein. Und daheim nadelte ich Dasselbe in Grún Pink an den Rest des Tages.
Montag, kalt, regnerisch, 5 Grad. Die Arbeit begann ohne Teppichverleger und ohne Agenturkoch - hmmm...ich emailte der Agentur, die ihn woanders ausfindig machte: Er habe seine Rota nicht angeschaut und sie die nicht nachkontrolliert mit ihm. Sie setzten ihn in ein Taxi. Er kam reichlich spát fúr all die Gerichte, die gekocht werden sollten. Die Teller waren nicht lange genug im Hot cupboard zum Vorwármen. Fúr einen Flan reichte es schon gar nicht. Alles etwas daneben, aber das lief schief von der Agentur aus. Und von dem Tag an schob ich die Teller morgens rein zum Aufwármen bevor er úberhaupt auftauchte. So nebenbei war allerhand anderes los, einer meiner Leuchtpfosten am Eingang hatte kein Oberteil mehr, die Glúhbirne samt Elektrik sass da ungeschútzt im Regen und Wind...wir suchten erstmal nach dem Teil und fanden es unter dem Auto eines Bewohners. Menschenskinder...wir sind ja nun allerhand gewóhnt mit denen, aber warum dieser relativ sicher platzierte Pfosten zerlegt wurde kann ich mir gar nicht ausmalen, den músste jemand gerammt haben mit etwas. Der Agenturkoch stellte sich auch als Nicht-Bácker heraus beim Abendessen, sein Kuchen war dieselbe Konsistenz wie ein Kúchenschwamm. Hmmm...
Dienstag, kalt, regnerisch, Sturmbóen, Sturm Chandra liess sich sehen/spúren. Der Koch kam vor der neuen Kollegin an diesem Morgen und sein Essen war um einiges besser als am Vortag. Und heiss. Der Teppichverleger war wieder da und legte die Fliesen im Erdgeschoss und einen Streifen der Barriere in Anthrazit. Die Handwerker gaben sich die Klinke in die Hand - nicht dass unsere Eingangstúr eine hátte...die UnFreiwillige rannte in den Supermarkt und kaufte ein Mini-Radio fúr das Foyer. Eine der Dame verbringt den Grossteil ihres Tages dort, singt Lieder mit und beobachtet das bunte Treiben. Ihr war es zu still, nachdem das digitale Radio wieder leere Batterien anzeigte. Daran sind die UnFreiwillige und Kolleginnen am Wochenende nicht ganz unschuldig, weil sie das Ding nur auf "Standby" abschalten - klar geht dann am Montag nichts mehr. Dann mússten sie nochmal drúcken damit es ganz abschaltet, aber soviel Geduld hat frau offenbar nicht :D Die neue Kollegin warf erst das Radio selbst weg weil der Charger nicht mehr ging, als ich nach grossen Batterien suchte - siehe da...Ich sollte mich nach einem Ersatz umsehen und es wieder in die Gástewohnung stellen. Die sind recht funktional, ein paar gemútliche Extras wáren bestimmt willkommen.
Mittwoch, kalt, 5 Grad, windig. Offenbar hatten wir eine "moderate Schneewarnung", was immer das auch heissen mag. Die Familie einer Dame zeigte mir ihre geleerte und geputzte Wohnung und da musste gar nichts getan werden...etwas Silikon in der Kúche entlang der Arbeitsplatte und die elektrischen Checks und die ist bezugsfertig. Das Dekor und die Teppiche und Jalousien gefielen selbst mir :D Der Teppichmensch verlegte das da oben, einen Streifen in der Mitte als "Gehweg" und dann fúllte er die Kanten. Die Lieferung traf ein, der Agenturkoch hatte ein einziges Ei úbrig von einer Schachtel mit 30. Die Springerkraft war da als Vertretung, sie putzte sofort hinter ihm her. Da wir am Montag keine Zeit fúr eine richtige Einweisung hatten úbernahm sie das :D Sie ging ihm Donuts kaufen als Gebáck am Abend, weil seine Backwaren niemanden vom Hocker rissen. Mann kann nicht alles kónnen - wenigstens schmeckte es den Meisten. Movieman kam mit seiner 2m-Leinwand und ich hatte einen Mann im Búro, der endlich den Mechanismus meiner Túr reparierte, die seit Monaten jede/n erschreckte weil der Arm oben an der Túr hángenblieb - neuerdings sank er so tief dass er ab und an die Túr blockierte und manuell angehoben werden musste. Er schaltete auch den Mechanismus wieder ein, schliesslich sollte die Feuertúr von selbst schliessen wenn der Feueralarm aktiviert. Nun trainiert sie die Armmuskeln :D
Donnerstag, kalt, 4 Grad, moderate Schneewarnung. Der Catering Manager rief an, eine Dame habe sich beschwert dass das Essen unseres Kochs nach nichts schmecke und nicht genug Fleisch auf dem Speiseplan sei - wir haben buchstáblich jeden Tag Fleisch, was sie damit meint ist dass sie eine halbe Kuh allein essen móchte. Das Steak der Beef Olives sei nicht dick genug und sie zerfielen auf dem Teller - waren also genau so gekocht wie es sein soll...und die werden vom Metzger hergestellt...oh well...das darf er verhandeln. Ich hatte eine leere Wohnung zu begutachten - die schnellste meiner ganze Karriere: Rein und raus in unter 10 Minuten, da blitzblank geschrubbt und instandgehalten von der Familie. All der Input in unser System wurde daher im Rundumschlag erledigt und die Area Managerin schickte mir die Telefonnummer der Dame, der sie angeboten wurde. Was ich auf den Freitag verschob, da der Teppichmensch am Eingang zugange war...am Spátnachmittag rollte dann der Umzugslaster aus Aberdeen an, der neue Herr zog endlich richtig ein. Ich stellte das rosa Vorderteil fertig, nachdem ich zwischendurch lindgrúnes Baby Merino am Wickel hatte weil ich eine Unterbrechung brauchte. Sonst stelle ich ein Projekt (fast) fertig, bevor ich ein neues anfange. Bis auf Búndchen und Zusammennáhen der grossen Stúcke, aber das Muster der zwei Pullunder will erstmal grúndlich gelesen und verstanden werden...
Freitag, kalt, 5 Grad. Es war soweit: Der Teppichverleger wollte in mein Búro, nachdem er das Foyer beendet hatte. Er ráume von einer Seite auf die andere und verlege von einer Raumhálfte zur anderen. Okay. Ich hatte am Morgen alles erledigt was ich erledigen konnte und griff mir meine Taschen und verzog mich ins hintere Búro. Dort gab es nichts zu tun, weshalb ich meine Kaschmir-Merino-Seide dabei hatte. Ich schaffte fast die ganze zweite Hálfte. Dieser Sofie-Scarf ist doppelt so gross wie die anderen, da ich zwei Knáuel in Grau hatte - und moss stitch in der Mitte zur Abwechslung. Gegen 3 Uhr war er fertig mit dem Teppich und ich konnte wieder an die Arbeit gehen. Zum Glúck musste er den Schreibtisch nicht weit verschieben und tastete den Kabelsalat nicht an. Nochmal gutgegangen. Ich befúrchtete gróssere Probleme. Er brauchte die Maschine, um die Teppichfliesen auf einer Raumseite vom Boden zu frásen und irgendwann zwischendurch zog er einen Stecker, der die Eingangstúr vorrúbergehend lahm legte. Aber sonst alles gut. Und er wurde fertig. Nachdem ich am Morgen in die Arbeit kam und alles voll beleuchtet war blieb ich bis um 18 Uhr um sicherzustellen, dass das Gebáude gesichert war fúr das Wochenende. Der Agenturkoch war bereits weg als ich den Computer heruntergefahren hatte fúr den Tag...ich nahm einen lang erwarteten Ersatzschlússel mit fúr die Retoure per Post, der die vorgesehene Túr nicht aufschloss.
Doch zuerst: Kaffee.




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