Saturday, 14 December 2019

The week that was



Samstag - ausgeschlafen war ich, und dann mußte ich erstmal zur Post, denn in all dem Volldampf in der Arbeit durfte ich das letzte Aufgabedatum der Post nicht aus dem Auge verlieren. Das ist immer so um den 10., aber an dem Tag arbeite ich: Keine Zeit. Nun ist alles unterwegs, abgesehen von den Karten und einer weiteren "Zutat" für eine Person, die ich mit der Karte mitschicken werde. Die ganze erste Hälfte meiner Liste ist abgehakt! Die zweite Hälfte hat noch einen Jungen, der "unbeschenkt" ist - der hat gerade erst andere Geschenke ausgepackt...und für den Mann sollte ich auch noch etwas Zusätzlich finden. Bisher sind das jede Menge Hemden für die Arbeit (Hochzeitstag, Geburtstag und Weihnachten) - vermutlich würde er sich über etwas Persönlicheres auch freuen. :D
Wir waren auf dem Weihnachtsmarkt in Glasgow, mitten in Wind und Sturmböen, es war nicht ideal...zwischendurch suchten wir Zuflucht im Cafe des Buchladens zum Trocknen und Aufwärmen. Der Mann brauchte Zucker gegen den Schock: £5.- für etwas Schokolade und £2.- für eine Dose seines geliebten IRN BRU. Kein Wunder daß sich die Besucher in Grenzen hielten. Dieser in Glasgow ist ohnehin recht begrenzt, aber den in Edinburgh besuche ich erstmal allein nächste Woche. Die Erfahrung der letzten Jahre ist die, daß er durchdrängelt, dann ein Cafe ansteuert zum "Aufwärmen" und uns danach zur Heimkehr "überredet"...in diesen "leading questions", die wir in unseren Fortbildungen studieren. I see what you're doing. :D


Daran kam ich im Buchladen nicht vorbei.

Sonntag, anfangs trockener aber nach wie vor stürmisch. Wie mit der Post mußte ich auch den Einkauf im Auge behalten: Weihnachten sollte rechtzeitig eingelagert werden, da ich keine Lust habe am 23. oder 24. in den Supermarkt zu gehen - da kommt es beinahe zu Kämpfen um Einkaufswägen, Puter und Alkohol im Land des "Du mußt unbedingt Lebensmittel für die nächsten 65 Tage einkaufen, weil die Supermärkte einen ganzen Tag geschlossen haben!!!". Kaum wieder daheim und die Einkäufe verstaut wurde es kurz Mal stockfinster um 11 Uhr morgens, wir hatten gelbe Sturm-Wetterwarnung  und in der Arbeit fällt scheinbar die Decke ein ohne mich...nicht ganz, ich bekam einen Anruf von meiner Vertretung über Wasser von der Decke einer Wohnung und es sei kein Klempner zu finden. *seufz*
Schon gut, ich geh früher hin.
Daheim fand ohnehin nichts statt außer Schnarchen im Sessel...
Ich hatte Abends noch Geschenke hervorzukramen, die dieser Tage ausgepackt werden wenn ich nicht da bin. Oh well...dann müssen sie wenigstens nicht schauspielern sobald sie sehen was es ist. Ich wollte schon immer Mal ein Fotoalbum "entgleisender" Gesichtszüge anfertigen. :D



In der Arbeit sammeln sich nun die Karten


Montag - Arbeit. Dienstag - Arbeit, wieder ohne Kollegin und ab Nachmittag auch wieder ohne Köchin, da deren Kinder krank wurden. Als eine der Oldies mich schon wieder in der Küche stehen sah fragte sie besorgt: "Was passiert wenn Du krank wirst? Was tun wir dann?" 
Ehrlich? Keine Ahnung, denn am Wochenende können sie noch nicht Mal irgendwen anrufen deren Job es wäre, mit so einem Notfall zurande zu kommen. Wo sollen sie Angestellte hernehmen, wenn keine zu haben sind? Die Frage kam mir auch schon in den Sinn, aber aussprechen wollte ich sie nicht. Ich war in fünf Jahren dort drei Tage krank, die Wahrscheinlichkeit ist nicht groß - aber unverhofft kann eben schonmal was sein, siehe Julz heute, die von einem Arzttermin mit ihrem Sohn in ihrer Mittagspause mit ihm ins Krankenhaus geschickt wurde. 
In Julz' Worten - "Thank f.... it's when you're on and not her!" Nachdem sie schonmal "Worte" mit Julz haben wollte, weil sie in ihrer unbezahlten Mittagspause die Rektorin ihres Sohnes sprechen ging.
???
Ihre Zeit, ihre Wahl was sie da tut.




Mittwoch und das nächste Drama - Kollegin 2 war am Tag zuvor anwesend als ihr Ersatzvater an Krebs starb und dementsprechend ging es ihr auch...nun haben wir drei trauernde Kolleginnen, zwei mit Panikattacken und eine mit Depression. Oh, welch ein Jahresende! Heute sagten die beiden Anwesenden nur: "Mußte natürlich alles passieren wenn Du Vertretung hast. Was für zwei besch.....e Wochen." 
Läßt sich nicht ändern, wir (?? Ich!) erledigen das wenn es aufkommt und lösen die Probleme, die uns um die Ohren gehauen werden. Die Tür muckte auch über Nacht. Den Dienstag über ging sie nicht richtig zu wegen des starken Sturmwindes, am Abend wollte sie dann nicht mehr öffnen...und gerade als ich Feierabend hatte sprang das Rohr unter der Küchenspüle ein Leck. 
Was soll ich mich da aufregen? Stressen ändert daran auch nichts, also rufen wir halt wieder bei Property an mit der nächsten Notfallreparatur.
Daheim ist das auch nicht besser, der Mann leidet mal wieder an starken Kreuzschmerzen die ihn völlig vereinnehmen, da bringt Stress in der Arbeit ohnehin nichts - damit müßte ich dann schon allein in den Wald gehen und schreien, was mir überhaupt nicht liegt. Außerdem haben wir Sauwetter, das wäre mir viel zu naß. :D 




Donnerstag und die nächste Wahl, Nr.3 seit 2015. Und es soll Dumpfbacken geben die für einen animierten Mop wählen, der sich in Milch-Kühlschränken verschanzt...wir hier im hohen Norden sehen diese Katastrophe mit bloßem Auge auf uns zukommen, nur da unten in England wollen sie "zurück zum Blitz" - allen Ernstes. Weil da angeblich "alles simpler" war. (Die Menschen auf alle Fälle, wenn sie sich den Krieg zurückwünschen - zuviel "The Crown" und "Downton Abbey"! Wie besch.... diese Zeit für Otto Normalverbraucher war haben sie selektiv vergessen.)
Das ist das Trump-Prinzip: Wenn eine Entscheidung nicht auf Logik beruht sondern auf einem diffusen Gefühl, kann man die auch nicht mit Logik ändern. Diese Menschen betteln geradezu darum, angelogen zu werden - sie wollen nur einen "starken Mann" haben, der ihnen die mündigen Entscheidungen und das Denken abnimmt. Und das kennen wir von daheim ja zur Genüge mit all diesen Ahnungslosen für Dummdeutsche, die wieder wie Goebbels daherreden.
Daß dieser "starke Mann" nicht de Pfeffel sondern Vladimir heißt ist da auch egal. Belarus/Weißrussland hat er ja bereits wieder unter der Fuchtel.





Freitag der 13. 
Wie erwartet, kann ich da nur sagen. Sagte ich vor Monaten, weil daran gar kein Zweifel bestand...immerhin hat Schottland sich in Ehren gehalten. Auch das wurde zunehmend klarer, je höher die %e für den 2. Trump stiegen. 
Deshalb gingen sie auch spontan auf die Straße in Protest gegen den Lügenbaron.
Ich mußte am Morgen schon zum Glasgow HQ für eine COSHH-Fortbildung.
Das ist die "Control Of Substances Hazardous to Health". Nicht daß mich die fortgebildet hätte - ich gehöre zu diesen Leuten, die sich allen Ernstes im Büro hinsetzen und all die Ordner und Regelwerke tatsächlich durchlesen. Ich habe über 1000 Seiten "Health & Safety" gelesen...genauso wie Risiko-Gutachten oder die Sicherheitsbescheinigungen unserer Putzmittel...die einzige Neuheit waren ihre Tests eines auf Enzymen basierenden Reinigers, der sich durch Fett durchfressen würde. Noch wissen sie nicht, ob der am Ende auch wirklich zum Verkauf angeboten wird.
Danach ging's direkt von der Haltestelle in die Arbeit, um Kollegin 2 abzulösen. Zwischendurch kam überraschend die frühere Kollegin C. zu Besuch, was nett war. Und zum Ende dieser Schicht machte es plötzlich "Ping!" und PC und Telefone waren saftlos. Ebenso wie zwei Doppelsteckdosen, die automatische Haustür ins Gebäude und unsere großen Gefrierschränke mit allen Weihnachtszutaten drin, nebst den normalen Lebensmitteln. Ich suchte drei Elektrik-Räume in drei Stockwerken ab, aber ich hatte keine Ahnung wo die Hauptsicherung zu finden ist. Und wenn auf den 32 Metalltüren "Caution! Danger to Life!" draufsteht, pfusche ich damit nicht.



Nach der kurzen Wahlnacht konnte ich am Samstag endlich ausschlafen, die vorletzte Vertretungsschicht in der Arbeit vorbei, die Stromversorgung wieder hergestellt von einem Elektriker und die Puterkrone gerettet für den kommenden Mittwoch.
Das schicke ich auch heute wieder nach Berlin.

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